Roman für den Urlaub: Bella Germania

17. Dezember 2016
Roman für den Urlaub: Bella Germania

Vor ein paar Tagen habe ich einen tollen Roman für den Urlaub ausgelesen: Bella Germania. Schon im Sommer sah ich das Buch in den Auslagen einiger Buchhandlungen. Doch irgendwie sprach mich das Cover nicht so an, dass ich dachte, der Inhalt könnte mich begeistern. Ein lieber Freund empfahl den Roman Bella Germania auf Facebook und ich stutzte: „Das ist ein Buch auch für Männer? Und ist das wohl auch etwas für mich?“.

Wenige Tage später hatte ich genau dieses Buch auf meinem Nachttisch liegen und ich war überrascht, was mich erwartete: Eine wirklich rührende Geschichte, so wie ich sie bisher noch nicht gelesen habe.

 

Eine Story mit Tiefgang rund um Gastarbeiter-Familien in den 50er Jahren bis heute

Zugegeben: Dieses Thema habe ich noch nie in dieser Art betrachtet. Hier wird erzählt, wie deutsche Konzerne in den fünfziger Jahren zahlreiche italienische Gastarbeiter angeheuert haben. Aus der Warte der Italiener, die mit großer Hoffnung kamen und mit dem verdienten Geld auch ihre Familie in der Heimat ernährten, werden wir bis nach Sizilien geschickt.

Tiefgreifend und mit viel Gefühl erfahren wir detailliert, wie sich nachziehende Familien gefühlt haben. Später kamen türkische Familien dazu und jeder von uns erinnert sich wahrscheinlich an Zeiten, in denen die ersten anders-sprachigen Kinder in der Klasse saßen.  

Diese Thematik ist kaum aktueller als heute. Mich hat begeistert, wie plakativ der Autor Parallelen in die heutige Zeit zieht und die Story der Gastarbeiter-Familien über drei Generationen spannend hält. 

 

Roman für den Urlaub: Bella Germania

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Liebes-Chaos, Kulturen-Mix, Familien-Geheimnisse… alles ist drin, was ein guter Roman für den Urlaub braucht

Daniel Speck vereint in seinem Roman „Bella Germania“ – wie genial schon der Titel ist –  viele gern gelesene Genres. Wir lesen von Melodramatik, von starker Familienbande, von der Tragik unerwarteter Ereignisse, von guten und schlechten Entscheidungen –  getragen von südländischen und typisch deutschen Eigenschaften. Bella Germania bietet uns ein Komplett-Paket ohne Kitsch!

Zur Handlung:

Julia wird im Jahr 2014 von einem alten Mann aufgesucht, der behauptet, ihr Opa zu sein. Doch das kann ja nicht möglich sein, denn ihr Opa hieß Enzo und war eindeutig Italiener – und nicht Deutscher, wie dieser Mann es ist.  Außerdem soll sie seiner größten Liebe Giulietta unfassbar ähnlich sehen. Julia befindet sich derzeit in einer schwierigen Lebensphase und hat eigentlich gar keinen Kopf für rätselhafte Begegnungen. Dennoch macht sie sich auf den Weg, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, ohne zu ahnen, was sie erwartet.

Ihr italienischer Vater Vincenzo soll doch noch am Leben sein? Warum nur hat ihre Mutter sie all die Jahre angelogen? Der vermeintliche Großvater Vincent erzählt ihr seine Version der Familiengeschichte, die ich tatsächlich Seite für Seite aufgesogen habe: Eben dieser Vincent kam als Ingenieur 1954 für die Autofirma BMW von München aus nach Mailand, um eine Schwesterfirma für den Isetta zu suchen.

Dort lernte er die Zwillinge Giovanni und Giulietta kennen. Wie wir Leser erwarten, verlieben sich Vincent und Giulietta: Eine Liebe, die nicht sein darf, denn Giulietta ist einem anderen versprochen. Sie heiratet den Italiener Enzo und Vincent reist zurück nach Deutschland. Später bringt Giulietta Sohn Vincenzo zur Welt. Immer wieder musste ich beim Lesen an Romeo & Julia denken. Doch diese Geschichte ist längst nicht kitschig, sondern wirklich spannend.

Italien und Deutschland über mehrere Generationen

Giovanni geht nach Deutschland, um das große Geld nach Hause schicken zu können. Er vermisst seine Schwester und Seelenverwandte Giulietta. Die sizilianische Familie bröckelt, als sich Giulietta endlich selbst verwirklichen möchte und mit großen Hoffnungen im Gepäck zu ihrem Bruder nach Deutschland zieht…

Wie es damit weitergeht, möchte ich gar nicht verraten. Doch so viel: dieses Auf und Ab der Gefühlswelt, das sehr realistisch wirkt, fesselt uns. Dazu diese eingehenden Geschichten, wie sich Gastarbeiter in Deutschland gefühlt haben müssen und wie sehr es sicherlich auf heute noch übertragbar ist, finde ich genial gelöst. Wie Giuliettas Entscheidungen das Leben der ganzen Familie beeinflussen und wie deren früher Tod das Leben des Sohnes Vincenzo mächtig auf den Kopf stellt, ist ein Garant für lange Lese-Abende. Alle Protagonisten des Romans haben mich gepackt und in ihren Bann gezogen.

Zumindest ich habe „Bella Germania“ Seite um Seite genossen und ich finde, es ist ein toller Roman für den Urlaub! 

Danke, lieber Jürgen, für diese Empfehlung!

Alles Liebe wünscht euch

Unterschrift Stephie

 

 

 

 

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1 Kommentar

  • Antwort Daniela Volz 25. April 2017 at 19:16

    Das klingt sehr nach lesenswert. Auch wenn ich gerade wenig Zeit habe oder mir nehme, werde ich mir dieses Buch merken. Danke für den Tipp, liebe Stephie!!

    Liebe Grüße
    Deine Daniela

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