Besonderes Geschmackserlebnis: Arganöl

18. November 2014

Kennt ihr Arganöl? Ich hatte bislang wohl schon die Bezeichnung gehört, aber probiert oder gar gekauft habe ich es noch nie. Mein Schwager ist gebürtiger Marokkaner und kocht sehr gern und gut – vor allem Gerichte, die er aus seinem Heimatland kennt. Als ich den Post zum Hummus schreiben wollte, fragte ich ihn, wie er denn sein Hummus macht. Seine Zutatenliste klang ganz ähnlich wie auch meine, doch sprach er davon, dass die absolute Krönung zum Schluss ein kleines Bisschen Arganöl sei.

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Kostbares Arganöl mit herrlich nussigem Aroma

 

„Arganöl? Habe ich noch nie probiert – was macht man sonst damit?“

So war meine Reaktion. Wenig später brachte er mir eine Probierflasche mit dem wundervollen Öl und erzählte mir alles, was er darüber weiß – den Rest habe ich mir angelesen.
Dazu holt ihr euch jetzt am besten mal eine Tasse Kaffee oder marokkanischen Tee und macht es euch gemütlich:

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Farbvergleich Olivenöl (links) und Arganöl (rechts)

 

Arganöl nennt man auch „Das Gold Marokkos“ und ist das hochwertigste und teuerste Pflanzenöl der Welt. Gewonnen wird es ausschließlich in Marokko aus der Frucht vom Arganbaum (auch „Baum des Lebens“ genannt). Diese Nüsse mit sehr harter Schale werden von Berberfrauen noch heute handverlesen, getrocknet, mühsam gepresst und geröstet. Etwa 40 kg Früchte werden benötigt, um 1 Liter Öl zu gewinnen – das erklärt neben dem seltenen Vorkommen des Arganbaumes den hohen Kaufpreis des Öls (ca. 40 Euro für 250 ml). Die Berberfrauen sind inzwischen gut organisiert in Kooperativen und leisten oft den größten Beitrag zum Familienunterhalt. 

Arganöl mit besonderem Röstaroma

Wenn man reines Öl bekommt, riecht man direkt beim Öffnen der Flasche dieses unvergleichliche, nussige Röstaroma – dieser Geruch ist so wundervoll, da läuft mir schon bei der Erinnerung daran das Wasser im Mund zusammen. Die Farbe ist gold-rötlich, zumindest bei meinem Öl. Freundinnen berichten über eine wesentlich hellere Tönung bei den Kosmetik-Arganölen.

Nicht nur über die Nahrungsaufnahme wird Arganöl eingesetzt, sondern eben auch in der Naturkosmetik. Mein Schwager sagte mir direkt: „Gib das Öl nicht nur übers Essen, sondern verreibe auch ein paar Tropfen davon in deinen Händen und trage das Arganöl im Gesicht auf – auch in den Haaren wirkt das toll!“ – Also ein Alleskönner, oder was? Das musste ich erstmal recherchieren – und tatsächlich…

Wirkung des Arganöls für den Körper

Arganöl wirkt schon durch die Aufnahme mit dem Essen positiv und ganzheitlich auf den Organismus: Vitamin E, Antioxidantien, essentielle ungesättigte Fettsäuren, Linolsäure (Omega 6) und Triterpenoide sind die stärksten Inhaltsstoffe, die auf natürlichem Wege im Arganöl stecken. Es gibt auch einige Kosmetikprodukte, die Arganöl enthalten oder sogar zum größten Teil aus Arganöl bestehen. Je reiner das Öl, desto wirksamer – versteht sich ja fast von selbst.

Hier mal eine Liste, die euch wundern lässt, was das Arganöl wohl alles kann:

  • Vorbeugung gegen Haarbruch und Faltenbildung der Haut
  • Spendet Haut und Haar besondere Vitalität und Elastizität
  • Unterstützt die Organfunktionen & Darmschleimhaut
  • Mindert Entzündungen
  • Repariert Hautschäden wie Narben und wirkt desinfizierend
  • Schützt vor Sonne und kann Sonnenbrand heilen 
  • Kann diverse Hauterkrankungen heilen wie Schuppenflechte, Akne, trockene Exzeme, Ausschläge
  • Soll sogar erfolgreich Viren bekämpfen und krebsfördernde Substanzen neutralisieren

Arganöl nicht zum Braten verwenden

Zum Braten benutzt man Arganöl eher nicht, da es sonst die wertvollen Vitamine (reich an Vitamin E) verliert und letztlich ist es dafür auch zu teuer. Man gibt seinen Speisen durch das Arganöl einen besonders tollen Geschmack, indem man erst direkt vor dem Servieren ein paar Tropfen davon über das Gericht gibt. Die Marokkaner nutzen das Arganöl vor allem für ihre Tajine-Gerichte, Couscous-Rezepte oder auch für ihr „Amlou“, das ich auch unbedingt mal probieren muss. Vielleicht kann ich meinem Schwager ja mal ein Rezept für euch aus dem Kreuz leiern? Außerdem verleiht das Arganöl Fisch- und Fleischgerichten sowie Pasta, Salaten und Soßen eine spezielle, unglaublich leckere Note.

Gourmetköche lieben das Arganöl – und ich jetzt auch! Sobald mein kleines Fläschchen aufgebraucht ist, muss ich mich um Nachschub kümmern. Falls jemand von euch eine zuverlässige Quelle hat, freue ich mich sehr über eure Tipps. Das Problem ist – wie ja bei so vielen Produkten – dass es auf die Reinheit und Echtheit ankommt, das ist leider nicht überall gegeben.. 

Im Fernsehen gab zum Thema Arganöl einen Film, den ihr hier anschauen könnt (Länge: 42 min).

Ich hoffe, mein Ausflug nach Marokko hat euch gefallen!

Alles Liebe, eure

 

 

 

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1 Kommentar

  • Antwort Nadine 22. Januar 2015 at 11:12

    Hallo Stephie,
    Ich hatte auch schonmal etwas über Arganöl gelesen selbst bis jetzt aber auch noch nicht ausprobiert.
    Das hört sich so gut an, das soll man sich doch mal wert sein!
    Hast du schon eine Bezugsquelle gefunden?
    Lg Nadine

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