Eine Woche unter den Palmen von Marokko | Agadir & Marrakesch

24. April 2017
Marokko, Marrakesch. Schlangenbeschwörer auf dem Marktplatz Djemaa el Fna

Aus der österlichen Kälte Deutschlands nach Marokko fliegen zu dürfen, war für uns ein besonderes Highlight. Mit unseren Kindern flogen wir nach Agadir und freuten uns auf den dort ansässigen Robinson Club unter den Palmen Marokkos. Mein Mann hatte vergangenes Jahr schon einmal den Club mit Golfsport-Freunden besucht und wollte nun mit uns als Familie dort hinreisen.

Marokko Agadir. Poolbereich Robinson Club Agadir

Poolbereich Robinson Club Agadir

 

Ich bin überhaupt kein Clubmensch und war zugegebener Maßen skeptisch, ob diese Art des Urlaubs auch noch für Kinder im Teenager-Alter geeignet ist. Schließlich aber war es genau die richtige Art, dieses Land zu entdecken und gleichzeitig die dringend benötigte Entspannung zu finden. 

 

Marokko Agadir. Poolbereich Robinson Club Agadir

Marokko Agadir. Poolbereich Robinson Club Agadir

 

Da auch unser Sohn begeistert vom Golfsport ist (ich befürchte ja, dass ich auch bald die erste Trainerstunde buchen werde), war auch das Golfgepäck wieder mit dabei. Dieser Sport ist nicht nur wunderbar dazu geeignet, dass Papa und Sohn mehrere Stunden wertvolle Zeit miteinander verbringen und über alles sprechen können, was anliegt. Die Bilder der traumhaft schönen Natur Marokkos zeigen, wie erholsam es zudem sein muss, sich gemeinsam an der frischen Luft zu bewegen.  

 

Marokko. Robinson Club Agadir.  Zumba auf der Dachterrasse

 

Zumba auf der Dachterrasse mit Blick aufs Meer

Auch ich lag nicht nur faul auf der Sonnenliege herum. Einen Urlaub im Robinson Club zu buchen bedeutet nämlich auch, dass dort den ganzen Tage lang tolle Sportkurse geboten werden – für jeden Anspruch etwas. So begann ich die Tage mit Physyolates mit Susanne Botzenhart und tobte mich später gern richtig aus beim Zumba auf der Dachterrasse. Klasse waren auch Kurse wie XCO Training mit Elise, in denen wir mit nachschwingenden Gewichten an den Händen unsere Tiefenmuskulatur bearbeitet haben, so dass der Muskelkater an den folgenden Tagen deutlich zeigte, wo genau ich mehr trainieren müsste. 

Mein Mann ist auch wieder eingestiegen in den Abnehm- und Sport-Modus, was uns alle freut. Dabei entdeckte er seine neue Liebe für Indoor-Cycling. Herrje, das sah schon so anstrengend aus, dass ich zeitgleich lieber dem Aqua-Zumba oder Bodystyling frönte. Nur auf diese Art ist es möglich, nach einer Woche Cluburlaub nicht als Quadrat aus dem Club in den Transferbus zum Flughafen gespuckt zu werden.

 

Kulinarische Genüsse in Marokko. Gemüse aus der Tajine

Kulinarische Genüsse in Marokko: Gemüse aus der Tajine

 

Schließlich gibt es an jeder Ecke des Clubs immer irgend etwas zu essen! Das ist ein Makel des Clublebens, der mir nicht behagt. Immer wieder duftet es hier und da nach leckerem Essen, das einfach so auf den Teller zu laden ist. 

 

Der Robinson Club Agadir 

Sehr schön am Robinson Club Agadir ist, dass die Anlage weitläufig bemessen ist für eine maximale Auslastung von etwa 700 Gästen. Zudem ist alles sehr übersichtlich gestaltet, allein der Weg zum Strand könnte etwas lang werden, je nach Lage des Zimmers. Aber ich bewege mich ja gern. Die Anlage ist landestypisch ausgebaut und zudem besonders gut gepflegt.

 

Robinson Club Agadir. Der Weg mit Blick zum Strand

Robinson Club Agadir, Marokko. Der Weg mit Blick zum Strand

 

Das Publikum war zu den Osterferien gut gemischt mit Familien, Paaren, Alleinreisenden und Golfsportlern aus aller Herren Länder. Während wir sonst fast ausschließlich auf deutsche Touristen in Robinson Clubs treffen, ist es hier etwas anders: Häufig hörten wir die Menschen Französisch, Englisch oder Spanisch miteinander sprechen. Das hauptsächlich marokkanische Personal kennt die wichtigsten deutschen Vokabeln, aber besser verständigen kann man sich hier auf Französisch. Hinzu gesellen sich an den Wochenenden die Vip-Gäste, die meist aus der Umgebung des Clubs kommen. 

 

Robinson Club Agadir. Chill Lounge am Strand

 

Aufgefallen sind uns die vielen Katzen, die offenbar zum Clubbild dazu gehören und die gern durch jegliche offene Türen spazieren. Wer also nicht unbedingt eine Katze auf dem frisch gemachten Bett haben möchte, achtet besser darauf, dass die Balkontür fest geschlossen ist. Doch auch aufgrund anderer Tiere, die man nicht gern im Schlafzimmer hat, empfiehlt sich eher die Klimaanlage zu nutzen anstelle der „frischen“ Luft.

Das Wetter war in der Region um Agadir nicht so, wie ich es erwartet habe: Morgens sehr bedeckt und etwas kühl und windig für kurze Kleidung, dann zog es am Mittag auf und die Sonne lachte mit Temperaturen um die 25 bis später sogar 39 Grad im Schatten. Am Abend aber frischte es schon wieder so sehr auf, dass nicht nur eine Strickjacke angezogen, sondern schwerere Geschütze aufgefahren werden mussten. Darauf war ich leider nicht eingestellt und hatte zu wenig warme Kleidung eingepackt. Dort einfach etwas zu kaufen, erwies sich als unmöglich, denn meinen Stil trafen die Shops im Club überhaupt nicht. Mein bestes Gegenmittel also, um nicht zu frieren: zu den Klängen der Livebands ausgelassen zu tanzen!

 

Was macht man sonst außer Sport im Club?

Da gibt es in der Tat viel Programm: So nahm ich teil an einer großen Küchen-Führung, die mich hinter die kulinarischen Kulissen des Clubs blicken ließ. So gibt es dort tatsächlich einen Menschen, der von morgens um fünf bis mittags um elf nichts anderes tut als Orangen auszupressen. Damit verdient er das Geld für eine ganze Familie, was sicher besser ist als einfach eine Maschine für diese Tätigkeiten anzuschaffen.

Die Patisserie hat mich genauso beeindruckt wie die hauseigene Bäckerei. In diesem Club wird sämtliches Brot (bis auf Toastbrot und Knäckebrot) selbst gebacken. Lobenswert auch zu erwähnen, dass es im Club viele Auszubildende gibt, die hier einen Beruf erlernen. Leider war es in den Küchen- und Lager-Bereichen nicht erlaubt zu fotografieren, daher konnte ich euch nicht mitnehmen.

Doch ich kann jedem empfehlen, dem sich diese Gelegenheit bietet, mal einen solchen Rundgang mitzumachen. Dabei ist auch deutlich ersichtlich, mit welch hohem Hygiene-Aufwand dort gearbeitet wird: Salat wird angeliefert und in eine spezielle Kammer geräumt. Von dort geht der Salat zum Waschen und zur Desinfektion. Da das Gemüse anschließend eine Etage höher gebracht werden muss, um schließlich gezupft in Servierschüsseln auf unserem Buffet zu liegen, wird der Salat vorher noch ein weiteres Mal desinfiziert. Da war ich baff. 

Es gibt Tee-Zeremonien, Kochkurse und vieles mehr zu erleben. Da wir gern mal aus dem Club-Leben ausbrechen, um uns Land und Leute anzuschauen, haben wir eine absolut empfehlenswerte Tagestour nach Marrakesch unternommen. 

 

Ein Tag in Marrakesch / Marrakesh

Als wir lasen, dass die gemeinsam geführte Tour morgens um sieben Uhr starten und erst am Abend gegen neun Uhr enden sollte, dachten wir sofort an einen Ausflug auf eigene Faust. Doch der nette Manager für Ausflüge riet uns dringend davon ab: Die Fahrt mit Bus oder Auto mache kaum einen zeitlichen Unterschied, da 270 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h eben kaum verkürzbar sind und außerdem sei es wenig ratsam, ohne einheimischen Reiseführer durch Marrakesch zu laufen.

 

Marokko, Marrakesch. Schlangenbeschwörer auf dem Marktplatz Djemaa el Fna

Schlangenbeschwörer auf dem Marktplatz Djemaa el Fna, Marrakesch

 

Zugegeben, der Trip war höchst anstrengend, doch es hat sich für uns alle sehr gelohnt. Wir haben schon einiges von dieser wundervollen Welt gesehen, doch Marrakesch ist ein besonderer Ort. Unsere Kinder waren beeindruckt und zugleich voller Respekt. Der einheimische Reiseführer Karim erzählte schon bei der Anfahrt einiges über Marokko, seine Bewohner und Flora und Fauna. Vielleicht kennt ihr noch meinen Bericht zu Arganöl? Die Arganbäume (auch Ziegenbäume genannt, weil dort tatsächlich auf den Bäumen die Ziegen sitzen) wachsen nur hier – in dieser Region Marokkos. Wir konnten die Bäume kilometerweit auf den Feldern bewundern. Zwischendurch konnten wir Kamelherden beobachten und Nomadenfamilien vorbeiziehen sehen. 

 

Marokko, Marrakesch. Marktplatz Djemaa el Fna. Verkaufsstände

 

Lustiger Zufall oder Fügung des Schicksals?

Karim erzählte uns auch, er sei im Umland Agadirs in einer Großfamilie aufgewachsen, in der alle Generationen unter einem Dach leben. So wie es anno dazumal auch bei uns war. Mein Mann ist jemand, der sich sehr für andere Menschen interessiert und diese gern zusammenführt. So sprach er Karim an, dass unser Schwager auch Marokkaner ist, der aus dieser Region stammt.

Als er dessen Namen nannte, sagte Karim tatsächlich:

„Den kenne ich! Wir sind zusammen aufgewachsen. Er ist Schreiner, hat eine deutsche Frau geheiratet und lebt seit vielen Jahren in Deutschland.“

Richtig! Er hat nämlich die Schwester meines Mannes geheiratet und wohnt mit Familie in unserer Nachbarschaft. Ist das ein kurioser Zufall, oder was?

Sofort schickten wir ein Foto von Karim und meinem Mann an unseren Schwager, der daraufhin sofort anrief und es genauso wenig fassen konnte wie wir, dass es diese Begegnung gab.

 

Marokko, Agadir. Transport von Gemüse auf einem Motorrad

Transport von Gemüse auf einem umgebauten Motorrad

 

In den Souks von Marrakesch

Karim führte uns sicher und gewandt durch die engen Gassen von Marrakesch, die gesäumt waren von Handwerkern und Künstlern, die ihre Waren feil boten. Nicht nur für die Touristen wurde hier alles vor Ort gefertigt, so dass alle flanierenden Menschen dabei zuschauen konnten. Es wurde gehandelt und gefeilscht, was das Zeug hielt.

Wer die Menschen fotografieren wollte, musste dafür zahlen. Pro Foto umgerechnet einen Euro. „Aber bitte nicht mehr,“ so lautete die Anweisung. Einzig die Schlangenbeschwörer auf dem großen Markt sollten pro Foto zwei Euro (200 Dirham) erhalten.

 

Marrakesch, Marokko. Holzarbeiter in den Souks

Marrakesch, Marokko. Holzarbeiter in den Souks

 

Die Männer meiner Familie ließen sich voll des Mutes eine Schlange um den Hals legen. Es fühlte sich warm und weich an, berichtete unser Sohn. Ich persönlich gewann den Eindruck, dass diese Schlangen leicht betäubt wirkten. Doch ob da was dran ist, wage ich nicht zu beurteilen. Schließlich hing über dem Platz eine flirrende Hitze und wir sehnten uns alle nach Getränken und einem Mittagessen. Karim führte uns in ein traditionelles Restaurant, in dem wir die marokkanische Küche genießen durften. 

 

Marrakesch. Handgemachte Körbe auf dem Marktplatz Djemaa el Fna

 

Ich muss sagen: Diese Art zu kochen begeistert mich sehr! Ich werde mir bald eine Tajine zulegen und entsprechende Rezepte suchen, die mir wieder diesen tollen Geschmack bescheren. Diese Kombination aus Schärfe, Süße und speziellen Gewürzen ist voll mein Ding! Sicherlich werde ich auch für euch bald ein Rezept kreieren, damit ihr es mal probieren könnt.

 

Marrakesch, Marokko. Verkauf von Kunst und Tüchern in den Souks

 

Eine beeindruckende Naturapotheke in Marrakesch, Marokko

Zum Schluss des Ausflugs standen der Besuch einer Naturapotheke (Herboristerie Bab Agnaou) und eine Stippvisite in den Gärten von Yves Saint Laurent an.  Besonders fasziniert hat uns die Kräuterapotheke, denn hier standen hunderte mit Kräutern und Pulvern gefüllte Flaschen in Regalen.

Der Apotheker höchstselbst erklärte uns in fließendem Deutsch einiges zu bestimmten Kräutern, Gewächsen und Früchten, sowie deren heilsame Wirkung.    

 

Marokko, Marrakesch. Geschäft für Gewürze

Eines der vielen Gewürz-Geschäfte in Marrakesch

 

Das seltene und hochwertige Arganöl war nur einer der besonderen Wirkstoffe. Auch die auf Bäumen an den Straßenrändern wachsenden Bitter-Orangen geben ein wundervolles Öl ab, das gegen Kopfschmerzen hilft, wenn wir es auf die Schläfen auftragen. Die Eukalyptus-Salzkristalle zwischen den Handflächen verrieben ließen uns herrlich frei durchatmen. So durften wir nicht nur einiges testen, schnuppern und aufstreichen, sondern natürlich letztlich auch käuflich erwerben. 😁

Mitgenommen haben wir Eukalyptus, Schwarzkümmel, ein marokkanisches Grillgewürz, Orangenöl, Arganöl und eine spezielle Ölmischung, die gegen Rosacea helfen sollte. Dieses hatte ich nun an einigen Abenden auf die entsprechenden Stellen aufgetragen und tatsächlich tat sich etwas: die Rosacea ging deutlich zurück. Ich war überrascht, denn erwartet hatte ich die Wirkung nicht wirklich.

Die Gärten von YSL waren sehr schön, doch hätten wir diese Station für meinen Geschmack gern aussparen können. Allerdings auch nur, weil ich schon viele beeindruckende Gärten an anderen Teilen der Welt gesehen habe. Zudem waren wir inzwischen alle sehr müde und wollten gern zurück zum Hotel.

 

Marokko, Agadir. Esel sind hier ein typisches Transportmittel

 

So viel mehr könnte ich berichten über unseren Urlaub in Marokko und so viele Fotos und Videos zeigen. In den Instagram Stories habt ihr schon einiges gesehen und mit verfolgt.

Generell buchen wir gern Club-Urlaub nur für einen Aufenthalt von maximal acht Tagen. Denn uns geht es oft so, dass wir bereits nach fünf Tagen das reichhaltige Buffet nicht mehr sehen mögen – auch wenn es äußerst abwechslungsreich ist. Nach sieben Tagen hat man sämtliche andere Gäste schon kennen gelernt, sei es beim gemeinsamen Essen, bei Ausflügen, Clubaktionen oder beim Sport.

Hier sehne vor allem ich selbst mich dann nach mehr Privatsphäre und einer anderen Umgebung. Das ist aber unsere persönliche Erfahrung, die für jeden Urlauber anders sein mag.

Habt es schön und freut euch auf den nächsten Urlaub!

Eure  Unterschrift Stephie

 

 

 

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2 Kommentare

  • Antwort Sven 25. April 2017 at 8:38

    Liebe Stephie,

    ein schöner Bericht mit schönen Bildern und einer wirklich kuriosen Begegnung. Wie klein die Welt doch ist…
    Uns geht es auch so – einen Club-Urlaub hatten wir bisher noch nicht, aber ähnliche Erfahrung im AI-Hotelaufenthalt. Daher genießen wir meistens eher das eigene Programm und den eigenen Rhythmus im Ferienhaus.

    Liebe Grüße
    Sven

    • Antwort Stephie 25. April 2017 at 10:59

      Lieber Sven,
      da hast Du Recht: Die Welt kann so klein sein… Wir variieren gern unsere Urlaube und machen mal eine Roadtour mit Hotelübernachtungen oder im Wohnmobil, dann wieder Cluburlaub, Kreuzfahrt oder wir mieten ein Ferienhaus. So ist immer für jeden etwas dabei. So bunt wie das Leben! Liebe Grüße, Stephie

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