Das große Los: So inspirierend!

1. November 2016
Das große Los. Hut auf Zaun

Mit „Das große Los“ hielt ich ein Buch in der Hand, von dem ich nicht wusste, was mich erwartete. Meike Winnemuth gewann bei Günther Jauch eine halbe Million Euro. Sie nutzte diese Gelegenheit, um ein Jahr lang aus dem Hamsterrad auszusteigen. Meike schrieb darüber und fixte mich an!

Wow, was kann diese Frau wundervoll schreiben! Als studierte Journalistin von über fünfzig Lenzen sollte sie das können. Ihr Buch zog mich gleich von den ersten Zeilen an in seinen Bann. Und setzte mir einen Floh ins Ohr. Oder ins Herz.

Ich machte es mir im Flugzeug nach Palma so bequem wie möglich, stopfte meine Kopfhörer in die Ohren und schlug das Buch auf. Der Flug verging unfassbar schnell, die Seiten flogen so dahin. (Wenn man das beim Kindle* so sagen kann.)

Sofort musste ich meinem Mann davon erzählen. Von dieser tollen Frau, die völlig allein in zwölf Monaten zwölf Städte der Welt besuchte. Die so viel erlebte, weil sie es zuließ.

Meike Winnemuth, Das große Los. Buchtitel

Per Klick aufs Bild bei Amazon bestellbar*. Dort könnt ihr die ersten Seiten über „Blick ins Buch“ lesen.

 

Allein reisen und doch nicht allein sein

Meike Winnemuth buchte lediglich die Flüge in die vorab ausgesuchten Städte:

Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba und Havanna. Sie kehrte zwischendurch nicht in ihre Heimatstadt Hamburg zurück. Sie reiste ein Jahr lang von Stadt zu Stadt, von Kontinent zu Kontinent. 

Allein die Beschreibungen der Städte und der Menschen sind es wert, dieses Buch zu lesen. Sie ist so offen für andere Kulturen und lebte in ihnen so frei wie möglich. Sie saugte (sog?) auf, was um sie herum geschah und erlebte dadurch jedes Land mit Haut und Haar. 

Kurios fand ich die Story, wie sie allein an ihrem fünfzigsten Geburtstag in einer Bar saß. Zunächst fand ich es sehr traurig, denn diesen Tag möchte ich sicher mit Freunden begehen. Doch so wie wir Meike in ihrem Roman kennen gelernt haben, blieb sie nicht allein und hatte einen wirklich tollen Tag!

Das große Los. Hut auf Zaun

Offenen Auges ins Abenteuer

Die Autorin gibt viele Tipps, wie sie ohne große Planung eine spannende Zeit hatte. Die Höhen und Tiefen der Alleinreisenden sind so spannend zu lesen. Ich bin sicher, dieses Buch werde ich noch oft empfehlen und verschenken. Was für ein Abenteuer!

Das möchte ich auch einmal erleben! Nicht für ein ganzes Jahr, aber für ein paar Wochen. Ganz für mich allein, wenn meine Kinder erwachsen sind. Allerdings bin ich ein Schisshase und nehme wahrscheinlich am Ende doch meinen Mann mit. :-) Schließlich haben wir dies schon einmal gemeinsam getan… und es war wundervoll!

Wenn ich fünfzig bin, dann sind meine Kinder 21 und 18 Jahre alt. Das könnte also funktionieren. Wobei es nicht darauf ankommt, das genaue Einstiegs-/Ausstiegsjahr zu bestimmen. Wir brauchen dazu viel Mut. Riesigen Mut für Freiheit

Minimalismus für maximales Glück

Meike packte nur das Nötigste ein, hatte nur einen Koffer und Handgepäck für ein ganzes Jahr. Ein ganzes Jahr in nur einem Koffer! Wunderbar macht sie uns klar, wie unwichtig all der Krempel ist, den wir mit uns herumschleppen. Bezieht das auf Menschen, Denkweisen oder den Kleiderschrank. Ganz wie es in eurem Leben gerade passt!

Carpe the hell out of this diem“ ist nur eine der vielen von mir markierten Stellen im Buch. Wer denkt, dass Meike Winnemuth mit sechs vollen Koffern zurück nach Hamburg kehrt, ist auf dem Holzweg. Es sind lediglich Bambusschlappen aus Shanghai, ein Morgenmantel aus Indien, eine Ukulele aus Hawaii und eine Teekanne aus Buenos Aires.

Das große Los. Straße ins Abenteuer

 

Persönliche Erzählweise trifft ins Herz

Die Autorin schreibt aus jeder Stadt einen Brief an einen ihr wichtigen Menschen. Bereits nach wenigen Zeilen denken wir: „Sie schreibt an mich!“ Ich weiß nicht, wie ich das Buch kategorisieren soll: Ist es ein Roman? Ein reiner Reisebericht ist es nicht. Die Erzählweise ist besonders, so persönlich, so lebendig.

Mit viel Humor, Selbstkritik, Spannung und einer großen Portion Sympathie schreibt Meike Winnemuth an unser Innerstes. „Wer willst du sein und was bist du bereit, dafür zu geben?“

Das große Geld hätte sie dafür nicht gebraucht

Spannend fand ich zu erfahren, dass der Gewinn des Geldes zwar den Anstoß gab, die Reise zu unternehmen. Doch benötigt hat sie von dem Gewinn nur einen kleinen Bruchteil. Natürlich ist es äußerst angenehm, einen Job zu haben, der von jedem Ort der Welt aus machbar ist. Sie brauchte nur ihr Laptop und gute Stories, um als Journalistin weiter arbeiten zu können. Mit viel Geld im Rücken entspannter, selbst wenn sie es nicht brauchte.

Zudem berichtet sie über das große Los*, dass sie auch während der Reise viel Glück hatte. Und viel Mut, um Angebote von fremden Menschen anzunehmen, deren Wohnungen zu nutzen. Den Mut hätte ich definitiv nicht!

Ich weiß nicht, ob jeden von euch dieses Buch so sehr anspricht wie mich. Ich habe das Lesen äußerst genossen und ich habe viel gelernt. Eines weiß ich jedoch sicher: So allein möchte ich nicht leben. Aber ich möchte Meike Winnemuth sehr gern einmal persönlich treffen! Ihr Blog verrät, wie es nach der Reise weiterging, die immerhin schon im Jahr 2011 stattfand. 

Ab und zu wünsche ich mir ein paar Tage nur für mich, doch dann würde ich meine Familie sehr vermissen. Wer gern reist und den Geschichten erfahrener Menschen lauscht, der liebt dieses Buch. Ich werde es noch einmal lesen, so viel ist sicher!

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch

Unterschrift Stephie

 

Die Buchempfehlung hatte ich übrigens von der lieben Eva. Vielen Dank!

*Affiliate Link. Kein Sponsoring. 

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2 Kommentare

  • Antwort Nico Maaßen 4. November 2016 at 12:09

    Hallo Stephie,
    mir ging es ebenso, ich habe das Buch kurz nach dem Erscheinen gelesen und war echt begeistert.
    Ebenfalls zu empfehlen ist ihr letztes Buch: Um es kurz zu machen…..viel Freude beim Lesen.
    Gruss, Nico

    • Antwort Stephie 4. November 2016 at 15:52

      Danke für den Tipp. Habe das Buch gerade auf den Kindle geladen. Ich bin gespannt! LG, Stephie

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