Der Cluburlauber (Fortsetzung) – Teil 2

16. August 2013

Die Abenteuer-Urlauber halten ja gar nichts von Cluburlaub. Da bekommt man ja selten mehr als den Club an sich zu sehen. 



Stimmt! Wir machen gern Cluburlaub (wenn es nicht der einzige Urlaub im Jahr ist, denn von Cluburlaub muss man sich auch erholen können, s. Teil 1) und fühlen uns wie Abtrünnige, wenn wir 2 – 3 Tage nach Ankunft den ersten Lagerkoller verspüren und dem Club für ein paar Stunden entfliehen, um mal etwas „Gegend“ zu sehen. Man will schließlich wissen, wo man so ist… 
Das trifft allerdings nicht auf jeden Cluburlauber zu, denn man hat ja den ganzen Tag über Termine abzuleisten, um nichts zu verpassen. Fragt man mal beim kommunikativen Abendessen die Tischnachbarn, wie ihnen denn so die Gegend gefällt, hört man oft: „Och, wir waren noch gar nicht draußen, sind ja auch erst eine Woche hier.“ Draußen = außerhalb der Clubmauern! Naja, wenn ich am Fleesensee war, will ich auch wissen, wie der See denn so ausschaut – und nicht nur davon gehört haben, dass irgendwo doch dieser See sein müsste..



Kinder
Alle, die deutlich der Windel entwachsen sind, ziehen gleich nach Anreise durch den Club, während Mama noch die Koffer auspackt. Da kommt Sohnemann schon ins Zimmer gestürmt und fragt ungehalten nach seinem Fussballtrikot – das braucht er JETZT SOFORT. Er möchte nichts verpassen. 2 Stunden später sieht man ihn eine Traube Kids hinter sich herziehen und wir ahnen, dass wir ihn ohne eine „Wenigstens-die-Mahlzeiten-gemeinsam-einnehmen-Regel“ erst wieder bei der Abreise zu Gesicht bekämen. Unsere Tochter ist da nicht so der Rudel-Typ (genauso wie ich) und sucht sich eine Freundin, mit der sie den Club abcheckt. Auch diese ist schnell gefunden und es passt immer erstaunlich gut. Sie ist mit ihren 9 Jahren allerdings zum Glück noch so, dass sie uns immer wieder zwischendurch ansteuert, um zu sehen, ob wir auch noch da sind und wie es bei uns so läuft. Sowas wie „Mama-Tanken“.

Tatsächlich lernt man über die eigenen Kinder andere Kinder im Club kennen, die scheinbar keine Eltern dabei haben, denn diese essen sogar allein.


























Ich freue mich auch, wenn meine Kinder großes Interesse an den angebotenen Aktivitäten haben und an möglichst Vielem teilnehmen möchten. Das Sportangebot ist ja wirklich unschlagbar. Außerdem ist Cluburlaub ja dafür da, dass sich jeder seine Lieblingssportarten (oder die, die er immer schon mal machen wollte) zusammenstellt, damit man den Nachmittag / Abend wieder gemeinsam gestaltet und sich viel zu erzählen hat. Oder aber man geht ins Atelier und lebt die künstlerische Ader aus. Leider kann man sich das nicht allein erzählen, denn die fremden Tischnachbarn diskutieren das dann ungebeten immer gleich mit „Ach, das hat unser….. auch immer gern gemacht…“Zack, hast du ein ungewolltes Gespräch über DEREN Kinder an der Backe, obwohl du dich doch eigentlich mit den eigenen Kindern unterhalten wolltest, was sie so am Tag erlebt haben.
Wenn Papa Golfen möchte und Mama mag Zumba, kann man das nicht unbedingt zusammen ausüben – oder es könnte peinlich werden… 



Essen
Verloren ist man, wenn man gerade einer Diät frönt oder einfach nur nicht mit mehr Kilos nach Hause fahren will als man angekommen ist. Man kann ja mal versuchen, per Hakenschlagen vom Zimmer zum Sportcenter zu kommen, ohne wieder irgendwo etwas Essbarem zu begegnen – erfolglos! Es grinst einen quasi von überall her an: ESSEN, ESSEN, ESSEN – immer hübsch angerichtet, duftend, lecker! Mein Versuch: im Außengelände über die Wiese zum Sportcenter rennen. Klasse, geschafft! Und was sehe ich, dort angekommen: ESSEN! 
Aber 1 : 0 für mich, es ist nur Obst und das finde ich nur kleingeschnibbelt wirklich ansprechend. Ich käme nie auf die Idee, einfach so in einen Apfel zu beißen – uaaah… (bitte nicht den Kindern verraten!)!
Die ersten Tage geht das Vermeidungsprinzip noch problemlos, man weicht halt aus und es interessiert auch nicht besonders. Der Bogen um das Essen herum wird aber von Tag zu Tag enger – irgendwann kann man nicht mehr ausweichen und … ja springt das Buffet an! Täglich bekommt man früher Hunger. Schon beim Aufstehen knurrt der Magen, obwohl (oder gerade weil) man Abends doch noch vorzüglich gespeist hatte. Mittags, pünktlich um 12.30 h verspürt man es schon wieder und spätestens am 19.30 h winkt das Abendessen zur Magenbefriedigung. Glücklicherweise brauche ich keine Mitternachtssuppe, aber die gibt es mit Sicherheit auch!! 



Jeden Abend gibt es ein anderes Essensmotto. Gestern noch „Alpenhütte“, heute der „schwarz-weiße Galaabend“. Das Buffet ist irgendwie trotzdem gleich, nur kommen eben gewisse Speisen (wie Kaiserschmarrn beim Thema Alpenhütte) noch dazu! Angenehm, dass der Club-Knigge nur für den sogenannten Galaabend die Garderobe vorschreibt / vorschlägt – ansonsten verlangt niemand, dass man im „Frack“ (wie mein Opa zu sagen pflegte) erscheint. 
Nie vergessen, für die Kinder mitzunehmen, wenn du in einen Club fährst: die „Gummischuhe„, in denen man wie eine Ente watschelt – aber JEDES Kind trägt diese, sobald die Turnschuhe ausgezogen werden… 

Nach 4 Tagen kann man das Buffetessen nicht mehr ertragen, so lecker es auch ist! Manchmal schleichen wir uns dann heimlich aus dem Club und essen einfach nebenan in der Pizzeria. (psssst!) 
Bei uns ist nach 7 Tagen Cluburlaub sowieso das absolute Maximum erreicht – man hat alle Aktivitäten durch, das Buffet springt einen inzwischen an und es wird einfach Zeit, dem Lager zu entkommen…  

Die Kinder leiden immer unter Abschiedsschmerz – aber wir freuen uns wieder auf Ruhe und ausgesuchte Speisen zum Essen, mehr Unterhaltung mit unseren Kindern und autarkes Bewegen zu Hause. 

Cluburlaub ist also doch ein Abenteuer und macht natürlich trotz allem Zynismus wirklich Spaß!!

Alles Liebe, eure



P.S.: Einige fragten mich, ob ich denn noch Zumba mitgemacht habe: Trotzdem es mein Muskelkater im Hintern (vom Hot Iron-Kurs) eigentlich „verbot“, habe ich teilgenommen. Mein Rat an Euch: Habt ihr vor, im Club Zumba mitzumachen, bereitet euch vor! Über YouTube, Wii oder im Fitnessstudio.. Wenn ihr nicht wie die kompletten Idioten über eure Füße stolpern wollt, um dann noch in die falsche Richtung zu laufen – die Schritte sind immer gleich, auch wenn jeder Instructor diese anders zusammenstellt. Ich habe Zumba schon einige Male gemacht und kann sagen – es ist der Megaspaß!!! 
Man dampft zwar nachher noch ca. 2 Stunden wie ein Dampfkessel, aber lässt freiwillig das Essen links liegen – widmet sich lieber dem TRINKEN (Wasser!!). Wenn man also etwas Übung mit den Schritten hat, läuft man wieder Gefahr, nachzudenken über die Mittänzerinnen – ob über das albere Outfit der Trainerin oder die Silikonbrüste der Dame vor dir, wann diese wohl verrutschen mögen *grins*. Allerdings vergeht dir jeglicher Zynismus, solltest du über 40 und noch keine Tena-Lady-Trägerin sein, wenn du bei dem Gehopse nur noch daran denken kannst, wann dein bester Wc-Break sein könnte… 



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4 Kommentare

  • Antwort Anonymous 16. August 2013 at 22:13

    Das klingt sehr interessant;-) Würde für meinen Mann nie in Frage kommen. Mich würds schon mal interessieren. Tolle Berichte – vielen Dank!

  • Antwort Sandra von Meine fabelhafte Welt 16. August 2013 at 17:44

    Liebe Stephie, das Wort Mama-Tanken finde ich ganz toll! Ansonsten: Ein JA für alles. Aber, jetzt muß ich doch den Zeigefinger heben, wieso den Club verlassen? Du kannst doch im Spezialitäten-Restaurant essen ;-) Vielleicht lauern draußen böse Menschen! Weiterhin viel Spaß!
    Sandra

  • Antwort Nina von Butterzart 16. August 2013 at 13:30

    Auch heute hatte ich wieder viel Freude beim Lesen deiner Club-Story. Eine gute Heimreise wünsche ich und viele Grüße

    Nina

  • Antwort Maxie mal 16. August 2013 at 13:00

    Liebe Stephie, ihr habt ne Menge Action und viel zu berichten :)
    Toller Post und so vieles hätte ich gerne aus deinen Augen miterlebt :)
    Der arme Apfel kann ja auch nix dafür, wenn er sich noch nicht alleine ausziehen kann ;-))

    Lieber Gruß
    Maxie

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