Ein drittes Kind mit Mitte 40?

24. Oktober 2017
Drittes Kind mit Mitte 40? Babyschuhe

Ob ich mit Mitte 40 noch mal schwanger bin? Ich hatte in der letzten Woche sämtliche Schwangerschafts-Systome, die man als Mutter zweier Kinder kennt: Gespannte und berührungssensible Brüste, Übelkeit, komisches Bauchflattern und unruhigen Schlaf. Doch das konnte ja nicht sein, was mir direkt in den Sinn kam: Schließlich ist mein Mann sterilisiert und ich nehme noch dazu wieder seit einem halben Jahr (aus medizinischen Gründen, was mein Hautbild betrifft) die Pille. Außerdem kann ich mit Gewissheit sagen, dass ich seit 20 Jahren definitiv nur mit einem einzigen Mann geschlafen habe: meinem Ehemann!

Und nun? Die Symptome waren trotzdem da und zu 100% hält ja weder die Pille ihr Versprechen (vor allem, wenn man die Einnahme nicht so ganz genau nimmt) noch ist eine Sterilisation absolut sicher. Die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null, aber möglich wäre es ja… 

Drittes Kind mit Mitte 40? Babyschuhe

Und gerade erst haben wir die letzten Babysachen abgegeben

Wir scherzten miteinander, als ich meinem Mann von meinem Verdacht erzählte. Er zweifelte weder meine Treue an noch das Vertrauen in den Klinikarzt, der die Sterilisation durchgeführt hatte. So ließ es sich gut lachen. Doch das Lachen hielt nur zwei Tage an, bis mein Mann meinte, ich solle doch mal einen Schwangerschaftstest durchführen.

„Ach was, ich bin erst wenige Tage über den Termin. Die Periode kommt bald – ganz bestimmt!“, sagte ich zu ihm und zweifelte selbst ein wenig an meinen Worten. Der Körper gab mir deutliche Signale, die immer schlimmer wurden. „Es ist Vollmond, da fühlt man sich schon mal anders“, waren Ausreden, die ich fand. Gerade vor wenigen Tagen erst hatten wir Keller und Garage aufgeräumt und auch die letzten Babysachen abgegeben, die wir bis dato noch gehortet hatten.

Ich hatte noch die mir wichtigsten Sachen aufbewahrt, wie den Kinderwagen, den meine schon lange verstorbene Oma mir zum ersten Kind geschenkt hatte. Der war mir wichtig und er versperrte jahrelang den Keller. Meine Hoffnung war, dass meine Geschwister den Kinderwagen für ihre Kinder noch nutzen würden, quasi einer Tradition folgend. Doch letzte Woche war es an der Zeit, endgültig Abschied zu nehmen von dem guten Stück. Zu früh??

 

Wie reagieren wohl unsere Teenager-Kinder?

Unsere Kinder sind Teenager von dreizehn und sechzehn Jahren. Was denken sie wohl, wenn ihre Mutter mit 45 Jahren noch ein Kind erwartet? Wir glauben, sie wären einerseits begeistert und andererseits besorgt. So reagierten sie auch vor zwei Jahren, als mein eigener Vater mit Mitte 60 noch einmal Vater wurde. Meinen Sohn hat das sehr berührt und besorgt. Für ihn war Fakt, dass dieses Kind möglicherweise nicht viel Zeit mit seinem Vater haben wird und das machte ihn traurig. Natürlich hat er sich auch auf seine Tante gefreut, denn ein neues Familienmitglied ist ja auch spannend.

Wir haben unseren Kindern zunächst gar nichts von meiner möglichen Schwangerschaft erzählt. Denn ich wollte unbedingt sicher sein, dass wirklich eine Schwangerschaft vorliegt und nicht irgendein Vorbote der Wechseljahre. Schließlich bin ich altersmäßig näher an den Wechseljahren als an einer neuen Mutterschaft. Und der Mond stand ja auch schlecht…

 

Kurz vor den Wechseljahren unbemerkt noch einmal schwanger?

Dieses Ziehen im Unterleib könnten ja auch Probleme mit dem Darm sein. Ich überlegte also, was ich gegessen habe – und da war nichts Ungewöhnliches dabei. Die spannenden Brüste vor der Periode sind nicht untypisch, aber so heftig war es eben noch nie. Na gut, vielleicht sollte ich doch mal einen Schwangerschaftstest besorgen? Ich fühlte mich bei dem Gedanken daran zurückversetzt an meinen ersten Schwangerschaftstest, der zwei Streifen zeigte: Mein Sohn kündigte sich an und ich war überglücklich. Allein beim Gedanken daran erfasste mich nun erneut diese Welle des Glücks, die mich damals ergriff. 

Eine meiner Freundinnen wies darauf hin, dass es gar nicht so unwahrscheinlich sei, kurz vor den Wechseljahren noch schwanger zu werden. Oft würden die Frauen das erst sehr spät bemerken, da sie schon das Ausbleiben der Regel erwarten. Doch sowohl mein Hausarzt als auch mein Gynäkologe bestätigten mir erst kürzlich, dass ich bis zu den Wechseljahren wohl noch einige Jahre Zeit habe. Also doch schwanger? Himmel! 

Ohne den Gang in die Apotheke gewagt zu haben, dachte ich ein paar Tage darüber nach, wie mein und unser Leben denn nun mit einem dritten (für meinen Mann fünften!) Kind denn aussähe. Tja, das würde alles auf den Kopf stellen: Mein gerade erst begonnenes Studium müsste ich quasi in Rekordzeit absolvieren, damit ich die meisten Prüfungen hinter mir hätte, bis das Kind käme. Mein Blog würde möglicherweise darunter leiden, aber manchmal kommt einem eben das echte Leben dazwischen…

Noch ein Baby mit Mitte 40? Mutter mit Baby

Alles noch einmal von vorne beginnen mit einem dritten Kind?

Meine Gedanken spielten Pingpong miteinander. Doch für mich war klar: Dann ist das eben so! Wir können uns ein drittes Kind leisten. Es wäre halt eine neue, große Lebensaufgabe, die aber zu bewältigen ist. Ich dachte an das duftende Babyhaar, die wunderschönen Kuschelmomente, das erste Lächeln und die ersten Schritte des Babys und ja – an Kindersitze, Kinderwagen und den ganzen Krempel, den man dann wieder mitschleppen muss. Kurzurlaube ohne die Kinder würde es für viele Jahre wieder nicht geben. Wir haben doch gerade erst begonnen, uns diese Inseln als Paar wieder zu gönnen. Aber diese winzigen Füßchen eines Babys, dieses grenzenlose Vertrauen, diese tiefe Liebe und das wunderbare Gefühl, einen neuen Menschen auf die Welt gebracht zu haben…

Ja, schön wäre es doch. Irgendwie wollte ich doch immer drei Kinder haben. Aber ich bin vielleicht zu alt und mein Mann sowieso, denn der ist ja noch einmal elf Jahre älter als ich. Der Altersunterschied zu unseren Teenagern wäre zu groß und das neue Kind würde aufwachsen wie ein Einzelkind. Noch wohnen unsere beiden Kinder hier im Haus, aber schon in etwa fünf Jahren sieht das womöglich ganz anders aus. 

Gerade erst habe ich mich freigeschwommen aus dem reinen Mutterdasein und ich tue mehr für mich. Ich habe ein Studium begonnen und viele neue Aufgaben und Projekte für mein kleines Unternehmen übernommen. Es läuft gerade richtig gut für mich – auf allen Ebenen. Dafür habe ich einige ehrenamtliche Tätigkeiten aufgegeben und werde andere später neu beginnen. Ich bin immer noch sehr gerne und am allerliebsten Mutter. Ja, ich hätte das dritte Kind gerne genommen, doch ich bin nicht schwanger.

 

Manchmal ist es eben gut so, wie es kommt…

Ich selbst habe ja eine Schwester, die fünfzehn Jahre jünger ist als ich. Ja – von denselben Eltern! Ich weiß also, wie das ist, wenn  man als Teenager ein neues Familienmitglied bekommt. Es war und ist schön. Niemand von uns wollte sie jemals missen, denn sie ist ein Segen für die Familie und für diese Welt, denn sie ist ein wunderbarer Mensch! Mittlerweile ist sie dreißig Jahre alt und mir in vielen Bereichen sehr ähnlich – wir haben dieselbe Wellenlänge.

Auch daran musste ich viel denken in diesen Tagen. An diesen Schatz, den wir unverhofft bekamen. Meine Mutter hatte allerdings große Probleme während und nach der Schwangerschaft und meine Mutter war damals einige Jahre jünger als ich heute. Meine Schwester kam als Frühchen zur Welt, was vor dreißig Jahren viel bedrohlicher war als zur heutigen Zeit. Wäre eine dritte Schwangerschaft gut für mich und meine Familie? Schließlich war meine letzte Schwangerschaft vor vierzehn Jahren schon etwas kompliziert – ich musste viel liegen. All das gäbe es zu bedenken, wenn wir uns doch noch ein drittes Kind wünschen würden. 

Ich war zugegebener Maßen ein wenig traurig, als dann doch noch der sehr verspätete Zyklus – mit Pauken und Trompeten – einsetzte. Der Grund für das späte Einsetzen der Regel war vermutlich die Verschiebung der Einnahme der Pille durch unseren langen USA-Aufenthalt. Doch nach weiterem Nachdenken war ich auch froh darüber, dass alles so ist wie es ist!

 

Und ihr? Kennt ihr auch diese Gedanken?

Habt ihr schon einmal über eine späte Schwangerschaft nachgedacht oder gar ein Nesthäkchen zur Welt gebracht, das einen enormen Altersunterschied zu den anderen Geschwistern hat? Erzählt mir eure Geschichte in den Kommentaren.

Alles Liebe, eure

Unterschrift Stephie

 

 

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8 Kommentare

  • Antwort Uta 31. Oktober 2017 at 0:24

    Finde ich völlig ok solche Gedanken!

    Meine Mutter hat meine jüngste Schwester mit 44 bekommen. War allerdings bei sechs Kindern auch recht „routiniert“. Ihr hat man ihr Alter auch nie angesehen und jeder kannte meine Mum entweder schwanger oder mit Baby/Wagen im Wagen.

    Das ging sogar soweit, dass bei einem Schuljubiläum ein alter Schulfreund gar nicht darüber nachgedacht hat, wer das wohl sein könnte, als meine Mum mit 61 ein Baby über den Schulhof schob: nämlich meinen Neffen 😀
    Liebe Grüße aus London,
    Uta

    • Antwort Stephie 3. November 2017 at 9:27

      Liebe Uta,
      vielen Dank für Deine Gedanken dazu. Schöne Geschichte mit Deinem Neffen! Ich war ja gerade in Spanien bei meiner Halbschwester. Wer uns nicht kennt, hätte wohl eher gedacht, es sei mein Kind und nicht meine 2-jährige Schwester… So kann’s auch gehen! Das Leben ist bunt…
      Liebe Grüße, Stephie

  • Antwort Sonny 27. Oktober 2017 at 22:42

    Manchmal kann man es sich nicht aussuchen… Wir hatten lange vergeblich versucht, ein Kind zu bekommen. Erst mit 37 wurde ich dann das erste Mal Mutter. Was für eine Freude, aber es war auch recht anstrengend. Wir hatten damals eine Wohnung und entschlossen, uns ein Haus zu bauen. Ich wurde mit fast 40 nochmal schwanger, als der Rohbau stand. Erst war ich geschockt und habe auch lange gebraucht, es anzunehmen. Es hat aber wohl so sein sollen. Es kommt wohl immer darauf an, wie man organisiert ist. Da ich leider hauptsächlich alleine für die Kids da war, war es oft sehr anstrengend.

    • Antwort Stephie 3. November 2017 at 9:39

      Liebe Sonny,
      vielen Dank für Deine eigene Geschichte dazu. Eine spätere Mutterschaft ist sicherlich anstrengender, allerdings erlebe ich auch, dass diese Mütter manchmal viel entspannter mit ihrem Nachwuchs umgehen. Das hat auch viele Vorteile für die Kinder. Alles allein zu wuppen ist immer schwierig – vor allem, wenn dann auch noch ein Hausbau ansteht. Im Rückblick klingt es aber doch so, dass ihr zufrieden und glücklich seid – und das ist doch die Hauptsache, ganz unabhängig vom Alter. LG, Stephie

  • Antwort Babsi 25. Oktober 2017 at 22:02

    Meine Mutter war 39, als sie mich bekommen hat und mein Vater war damals schon 47. Ich habe auch immer diese Kommentare hören dürfen – von wegen, meine Großeltern würden mich zur Schule bringen. An einem gewissen Punkt habe ich mich sogar dafür geschämt. Mann, das bereue ich heute noch… :/

    Im Grunde bin ich auch als Einzelkind aufgewachsen, obwohl ich drei Halbgeschwister (der Älteste von uns allen ist bereits 50+) und einen direkten Bruder habe, der allerdings auch 8 Jahre älter ist als ich. Trotzdem kommen wir alle super miteinander klar. Einzig schwierig war es für mich, dass ich mich bei meinem nächsten Bruder durchsetze. Der hatte sehr lange einen Beschützerinstinkt mir gegenüber…. 😀

    • Antwort Stephie 3. November 2017 at 9:50

      Liebe Babsi,
      ich freue mich, auch Deine Geschichte lesen zu dürfen. Es ist toll, dass ihr Geschwister euch alle gut versteht, denn das ist nicht so selbstverständlich, wie es sein sollte. Ältere Eltern zu haben ist heutzutage nicht mehr so ungewöhnlich wie damals und ich kann Deine Gefühle dazu sehr gut verstehen.
      Meinem Mann ist es einmal passiert, dass jemand fragte, wie sein Enkelkind denn heiße. Es war aber unser Sohn, der damals gerade ein Jahr alt war, der an der Hand meines Mannes lief. (Mein Mann wurde gerade 40 Jahre alt, als unser Sohn geboren wurde.) Mein Mann erzählt diese Geschichte immer noch gern mit einem Schmunzeln, denn schlecht gefühlt hat sich in dem Moment einzig der Mensch, der sich „vertan“ hatte. Ihm war es peinlicher als meinem Mann – und unser Sohn war ohnehin zu klein, um die Situation zu ergreifen…
      Alles Liebe, Stephie

  • Antwort Conchita 24. Oktober 2017 at 23:09

    Ich bin auch fast 46 und meine Tochter 15.
    Da ich mehr oder minder fast direkt nach ihrer Geburt alleinerziehend war, stellte sich die Frage nach einem zweiten Kind für mich nicht.
    Vor 3 Jahren hatte ich, mit da ja auch schon über 40, einen Freund, mit dem ich es mir hätte vorstellen können, auch mit knapp über 40 noch ein Kind zu bekommen (er hatte selber zwei Kinder die damals jünger waren als meine Tochter). Zum Glück haben wir es nicht darauf ankommen lassen, die Beziehung hielt nicht.
    Heute sage ich, ja, ich hätte gerne noch mehr Kinder gehabt, aber eben früher.
    Ein eher abschreckendes Beispiel hatte ich früher in meiner Schulklasse, da eine Klassenkameradin auch Nachzüglerin war, die Eltern als wir 14/15 waren schon über 60. Da musste sie sich oft fragen lassen ob Oma und Opa sie zur Schule bringen würden. Kinder können grausam sein.
    Das würde ich für mein Kind nicht wollen, so egoistisch bin ich dann nicht. Sollte es allerdings passieren, dann würde ich es auch annehmen, denn dann wollte das Leben das einfach so.

    • Antwort Stephie 3. November 2017 at 9:55

      Ich denke auch, dass manches „das Leben einfach so will“ und daher bin ich am Ende doch noch froh, dass alles so kam, wie es jetzt ist. Unser Sohn sagte kürzlich, ihn hätte es ja doch gefreut, noch ein Geschwisterchen zu bekommen. Das fand ich schön zu hören. Doch nun ist es eben so, wie es ist…

    Ich freue mich über Deinen Kommentar