Der Pott ist im Pott & Das Helene-Fischer-Desaster

29. Mai 2017
Glückskette BVB zum Pokalfinale in Berlin 2017

Und wieder liegt ein überaus aufregendes Wochenende hinter mir, denn ich war dabei, als Borussia Dortmund den DFB Pokal zurück in den Pott holte. In meinem kleinen Film weiter unten seht ihr, wie es ist, in dieses schwarz-gelbe Bad einzutauchen und mitzufiebern. Schon an dem Abend, als die Entscheidung fiel, dass der BVB nach Berlin zum Pokalfinale fahren darf, organisierten wir das komplette Wochenende durch. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Wir buchten die begehrten Eintrittskarten für das Spiel mit zwei Übernachtungen im Hotel und Transfer zum Stadion. Viele Freunde schlossen sich an oder buchten individuell, dazu wurden gemeinsame Abende zum Essen und Feiern vorgeplant.

Dass uns dann auch noch ein so sonniges Wetter geschenkt wurde, war einfach grandios. Am Mittag kamen wir mit der Bahn bereits in Berlin an und trafen gleich einige Bekannte. Auf der Terrasse des Hotels stimmten wir uns auf den ersten Abend ein, streiften durch die Stadt und genossen einfach mal die Zeit zu zweit. Wie ihr wisst, war ich die letzten Wochenenden viel allein unterwegs. Unsere Kinder hatten dazu ihr eigenes Wochenende geplant und waren bei Freunden bestens versorgt. 

 

Das Leben feiern

Der eigentlich beste Tag in Berlin war natürlich der Samstag – der Tag des Spiels der Spiele! Nach einem ausgiebigen Spaziergang vom Hotel in der Friedrichstraße, vorbei am Brandenburger Tor und am Reichstag kamen wir mittags am Breitscheidplatz an. Bereits von Weitem hörten wir die üblichen Fangesänge der feiernden Borussen. Wir tauchten tief ein ins schwarz-gelbe Meer der Menschenmenge, wo sich schon viele Freunde und Bekannte tummelten. Es gab sogar überraschende Begegnungen mit ehemaligen Nachbarn, die inzwischen leider weit von uns entfernt wohnen. Welch eine Freude, sich in dem Gewühl gefunden zu haben!

Ich hatte den Eindruck, hier wurde nicht nur der Einzug ins Pokalfinale gefeiert, sondern auch das Leben an sich. Es herrschte friedliche Einigkeit, alle waren fröhlich gestimmt und die positiven Wellen schlugen über unseren Köpfen zusammen. Sie klatschten förmlich auf uns nieder und steckten alle an, ob sie nun eine Karte fürs Stadion hatten oder nicht. Einige versuchten auf witzige Art, doch noch eine Karte für das ausverkaufte Spiel zu ergattern. Ein älterer Herr trug ein Plakat mit den Worten: „Suche Frau mit Karte!“. 🙂

 

Glückskette BVB zum Pokalfinale in Berlin 2017

 

Ein kleiner Junge ging durch die Reihen und verkaufte selbst gebastelte Ketten als Glücksbringer für den Pokalsieg. Wir kauften ihm sämtliche Glücksketten ab (sicher ist sicher!) und einer von uns versuchte noch, dem kleinen gelb-schwarzen Fan ein kurzes Telefonat mit Nobby Dickel zu verschaffen…

 

Sonnenbrand und Fangesänge

Bei stattlichen dreißig Grad Celsius floss das Bier am Breitscheidplatz in rauen Mengen. Die Fangesänge wurden immer lauter und manch einer wünschte sich dringend eine kalte Dusche. Mich rettete definitiv meine weniger hübsch aussehende gelbe Kappe, die ihr auf allen Bildern seht. Einige Freunde aus unserer Truppe verteilten Wasserflaschen, Sonnencreme und Brezeln, um dem frühen Aus vorzubeugen. Auf Instagram habt ihr live miterlebt, wie viel Spaß wir gemeinsam hatten. 

Zwei BVB-Busse fuhren mit feiernden Menschen durch die Stadt und kamen immer wieder bei uns am Platz vorbei. Diese seht ihr in meinem Film unten. Die Stimmung war so ausgelassen, als hätten wir den Pokal schon sicher gewonnen. Nach kurzer Erholung im Hotel wurden wir direkt vor den Eingang des Olympiastadions gefahren. Das gehörte zu unserer Ticketbuchung dazu. Ruckzuck waren wir „drin“ und kaperten den ersten freien Tisch auf der Wiese. Manchem Unmut zum Trotz wurden im Stadion nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt, was sicherlich auch zur friedlichen Stimmung unter allen Fans beitrug. Die Luft flirrte nicht nur vor Hitze – auch die Anspannung war zum Zerreißen hoch.

 

Das spannende Spiel und der #Fail mit Helene Fischer

Das Fußballspiel zog sich in der ersten Halbzeit recht zäh hin, obwohl sich die Schwarzgelben echt Mühe gaben. Allzu viel passierte zunächst nicht und nur die Fangesänge rissen uns aus den Sitzschalen. Die Fans der gegnerischen Mannschaft aus Frankfurt waren eindeutig ideenreicher mit taktgleich schwenkenden Minifähnchen und einem riesigen Banner, das über zahlreiche Sitzreihen hinweg ausgerollt wurde. Ehrlich gesagt haben sich unsere Fans nicht gerade mit Ruhm bekleckert, als die gelbe Pyrotechnik hochging. Für dieses Verhalten habe ich leider gar kein Verständnis.

 

 

In der Pause zog es mich schließlich zum Pommes-Stand, wusste ich doch, was im Stadion in der Halbzeit-Pause passieren sollte: In der Warteschlange stehend hörten wir den Auftakt von Helene Fischers „Atemlos“, live gesungen. Es folgten laute Pfiffe, die die arme Helene kräftig übertönten. Ich bin auch kein Helene-Fan und fand die Idee des Auftritts im Stadion recht merkwürdig. Doch das, was die Powerfrau da erlebte, dürfte ihr keinen guten Schlaf beschert haben. 

Fans beider Vereine hatten zuvor schon in den sozialen Medien zum Boykott des Auftritts aufgerufen. Warum also Helene Fischer sich das dann trotzdem antat, kann ich schwerlich nachvollziehen. Offenbar gar nicht so atemlos zog sie ihr geplantes Programm gnadenlos durch. Allgemeine Erleichterung ertönte mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Und dann ging es zur Sache: Herrje, das war nichts für meine Nerven! Ich lenkte mich schließlich ab mit zahlreichen Filmaufnahmen, wobei ich auch das krachende Elfmeter-Tor im Kasten hatte, wie ihr seht… 

 

Die BVB-Familie und deren Besonderheit

Als schließlich nach vier unerträglichen Minuten Nachspielzeit der Abpfiff ertönte, schrien wir uns quasi die Seele aus dem Leib. Wow! Was für ein Gänsehaut-Feeling, wenn dann eine Borussen-Hymne nach der nächsten abgespielt wird und drei Viertel des Stadions lauthals mitsingt. Der Pokal ist endlich wieder unser – der Pott ist wieder im Pott! Die Siegerehrung mit Goldglitter-Feuerwerk war ein grandioses Erlebnis, das so schnell keiner der Anwesenden vergisst. Allseits wird gemunkelt, dass es möglicherweise das letzte Spiel unter Trainer Tuchel gewesen sein könnte. Bei Fertigstellung dieses Artikels war dazu aber offiziell noch nichts bekanntgegeben worden.  

 

friedlicher Abgang nach dem Pokalfinale 2017 Berlin

 

Es ist tatsächlich ein ganz spezielles Gefühl der Verbundenheit und des Zusammenhaltes, was ich da spüre bei diesen Ereignissen. Ich bin an sich nicht der typische Fußballfan, doch kann ich mich immer mehr für diese BVB-Familie begeistern. Diese Unmengen an Menschen teilen alle eine gemeinsame Leidenschaft für einen Verein und man kennt sich inzwischen, wenn auch nicht immer namentlich. Das muss man selbst erleben, um es zu verstehen. Es ist eine gewisse Heimat-Verbundenheit, die da mitschwingt und die Fans zur Familie werden lässt. Und das ist doch etwas ganz Wunderbares! „You never walk alone“ wird hier gefeiert und gelebt. 

 

Was ich zum kommenden Wochenende vorhabe, erzähle ich euch dann bei Gelegenheit. Möglicherweise auch erfahrt ihr es auch nur im Newsletter… 

Alles Liebe, eure

Unterschrift Stephie

 

 

 

 

 

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