Was tun, wenn mein Kind einen Schulwechsel wünscht?

25. Mai 2017
Schulwechsel zum Gymnasium in der Mittelstufe. Unser Mädchen trifft eine Entscheidung

Gedanken einer Mutter zum gewünschten Schulwechsel in der Mittelstufe

Dieser Beitrag ist so persönlich und familiär wie die Entscheidung, die nun zu treffen ist: Unsere Tochter ist dreizehn Jahre alt und geht derzeit in die siebte Klasse einer privaten Gesamtschule. Sie erreicht ohne große Mühe gute Schulnoten und hat viele Freundinnen in ihrer Klasse. Dennoch wünscht sie einen Schulwechsel zum Gymnasium. Ihr ahnt es: Die Mutter aus dem Untertitel dieses Blogposts bin ich!

Zum Schulwechsel nach der Grundschule haben mein Mann und ich damals viele Gedanken gewälzt. Unsere Kinder waren immer schon gut in der Schule, ohne sich besonders anstrengen zu müssen. Natürlich brachten beide auch mal schlechte Noten mit nach Hause, doch schon mit dem nächsten Test oder mit der folgenden Arbeit war die Note gleich ausgebügelt. So mussten wir uns zumindest um die schulische Laufbahn unserer Kinder wenig Sorgen machen und Ziel unserer Kinder war immer das Abitur und ein anschließendes Studium. Eigenständiges Lernen fiel ihnen immer leicht. Dennoch entschieden wir uns gemeinsam mit unseren Kindern gegen den Besuch eines Gymnasiums. 

 

Schulwechsel zum Gymnasium in der Mittelstufe. Unser Mädchen trifft eine Entscheidung

 

Warum wir die private Gesamtschule dem Gymnasium vorzogen

Im Alter von zehn Jahren – so finde ich – können weder Eltern noch Kinder wirklich einschätzen, welche Schulwahl zur weiterführenden Schule richtig ist. Zumindest dann nicht, wenn wir mehr als nur die schulische Leistung unserer Kinder mit in die Entscheidung einbeziehen. Ihr habt hier schon manches über die private Gesamtschule gelesen, die unsere Kinder derzeit noch besuchen: Es ist eine sehr kleine Schule mit etwa 350 Schülern, die sich einer guten Werteerziehung nach christlichen Grundsätzen verschreibt.

So findet jeder einzelne Schüler mit all seinen Stärken und Schwächen seinen Platz an dieser Schule. Gemeinschaft wird groß geschrieben und mögliche Ausgrenzung einzelner Schüler wird sofort entgegen gewirkt. Individuelle Förderung und Forderung finden in allen Hauptfächern statt. Das Angebot dazu ist groß und hier wird noch jedes Kind ganzheitlich betrachtet. Leistungsdruck und ewig lange Schulzeiten gibt es hier für unsere Kinder nicht. Sie haben den ganzen Nachmittag für sich, um Verabredungen zu treffen oder Sport zu treiben. Hier fühlen sich nicht nur unsere Kinder „wie zu Hause“, sondern auch ich als aktive Mutter.

Sehr gern helfe ich überall aus, wo Elternarbeit erforderlich ist. Sei es im Kiosk-Dienst, beim Mittagstisch, in Gremien und Beiräten oder bei Veranstaltungen. Das tue ich nicht, um mich in den Vordergrund zu spielen, sondern weil es mir wichtig ist, zum guten Schulleben beizutragen. Es macht mir Spaß, mich einzubringen und gemeinsam mit anderen netten Eltern den Schulalltag zu verschönern. Ich kenne alle Lehrer und fast alle Schüler, viele kennen mich – es ist ein großes Miteinander. Und nun soll all das plötzlich vorbei sein. Unsere Tochter ist fest entschlossen, die Schule in wenigen Wochen zu verlassen. Da unser Sohn derzeit seinen Abschluss nach der zehnten Klasse macht, wird auch er ab Ende Juni nicht mehr an dieser Schule sein. Ich damit eben auch nicht mehr – Knall auf Fall sozusagen…

 

Meine Sorgen über den Schulwechsel zum Gymnasium 

Unsere Tochter ist ziemlich selbstbewusst, kontaktfreudig und vielseitig interessiert. Ihre beste Freundin ging nach der gemeinsamen Grundschulzeit zum Gymnasium. Die beiden hielten weiterhin Kontakt, der sich seit einigen Monaten so äußert, dass sie unzertrennlich sind. Sie hocken fast täglich zusammen, oft bringt ihre Freundin die Hausaufgaben mit. So sitzen sie da und erledigen gemeinsam die Hausaufgaben der Gymnasiastin, denn unsere Kinder sind mit ihren Hausarbeiten nach spätestens einer halben Stunde durch. Unsere Tochter ist begeistert vom Anspruch dieser Aufgaben und kommt sich plötzlich von der Gesamtschule etwas „ausgebremst“ vor. 

Das klingt überheblich, so ist es aber nicht gemeint. Sie hat eher Sorge, etwas zu verpassen und später nach der zehnten Klasse das Nachsehen zu haben, indem sie alles nacharbeiten muss. Nun orientieren sich unsere Kinder ohnehin immer schon in Richtung Abitur und Studium, sofern wir das jetzt schon sagen können. Doch der Besuch des mehr als doppelt so großen Gymnasiums birgt auch Pakete, die „mitgekauft“ werden:

  • Zählt hier der einzelne Schüler als Mensch oder wird mein Kind hier nur an Leistung gemessen?
    Das Gymnasium, für das sie sich entschieden hat, trägt den Ruf des starken Aussiebens von Schülern anstelle einer möglicherweise erforderlichen Förderung. Ob das heute noch so stimmt, ist fraglich.
  • Kann unsere Tochter dem höheren Anspruch des Gymnasiums bestehen?
    Ich bezweifle keinesfalls, dass sie in der Lage ist, die Leistung zu erbringen. Eher mache ich mir Sorgen darum, wie sie mit ersten Niederlagen umgehen kann, die sie ja bisher noch gar nicht kennt. Außerdem muss sie nun eigenständig ihre Leistungen erbringen – von allein funktioniert das wahrscheinlich nicht mehr.  
  • Schafft unsere Tochter die Umstellung, selbständig mehr zu lernen?
    Bisher war es nicht notwendig, vor Arbeiten oder Tests zu lernen. Nun müsste sie sich hinsetzen und auch mal den einen oder anderen Nachmittag der Schule opfern. In der Gesamtschule ist das System so, dass alles gemeinsam im Unterricht erarbeitet wird. Wer hier aufpasst, muss zu Hause kaum noch etwas tun.
  • Was macht ein Quereinstieg mit unserem Kind?
    Der große Nachteil des Schulwechsels ist für unsere Tochter, dass ihr die zweite Fremdsprache fehlt. Sie hatte nur in der 6. Klasse Französisch, hat dies aber nach einem Jahr abgewählt. Daher muss sie wohl die siebte Klasse am Gymnasium wiederholen, was sie sich so nicht vorgestellt hatte. 

 

Schulwechsel zum Gymnasium in der Mittelstufe. Bücherstapel

 

Voraussetzungen für einen Schulwechsel zum Gymnasium in der Mittelstufe (NRW) 

Nach dem ersten Gespräch mit dem Mittelstufen-Koordinator des Gymnasiums wurde klar, dass unsere Tochter im Fall des Schulwechsels leider die siebte Klasse wiederholen muss. Die Voraussetzung, dass alle Hauptfächer mindestens einen Notendurchschnitt von „gut“ haben müssen, ist erfüllt. Doch die weitere Hürde ist, dass eine zweite Fremdsprache durchgängig seit der sechsten Klasse unterrichtet worden sein muss. Dem ist leider nicht so, wie ich gerade oben erklärte.

Um nun den Anschluss an die Französisch-Klasse zu erhalten, muss unsere Tochter also trotz guter Noten ein Jahr zurück gehen. Es sind derzeit Sechstklässler, mit denen sie dann zusammen kommt – und die sind tatsächlich etwas anders entwickelt als sie. In dem Alter ist die Diskrepanz spürbarer, als wenn sie alle ein Jahr weiter wären. Wir hatten gehofft, dass die zweite Fremdsprache dann eben erst ab der neunten oder zehnten Klasse erteilt werden muss, so wie es bei anderen Schulabgängern der Fall ist. Alle Gesamtschüler, die nach der zehnten Klasse zum Gymnasium wechseln und die zweite Fremdsprache bis dahin nicht in drei Jahren erlernt haben, können dies am Gymnasium nachholen, um zum Abitur zugelassen zu werden.

Erfolgt der Schulwechsel in der Mittelstufe, gelten wohl leider andere Regeln.

Falls jemand von euch andere Erfahrungen beim Schulwechsel in der Mittelstufe gemacht hat, bin ich sehr dankbar für Hinweise.

So ganz genau weiß das hier nämlich keiner. Es gibt einen kurzen Gesetzestext, nach dem wir uns richten, aber Erfahrungen damit gibt es auf beiden Schulseiten noch keine. Hier scheint ein Sonderfall vorzuliegen.

 

Entsprechen wir dem Wunsch unseres Kindes, die Schule zu wechseln?

Wann eine Entscheidung richtig oder falsch ist, das sehen wir meist erst später. Wir möchten unseren Kindern mit auf den Lebensweg geben, dass alles möglich ist, wenn sie es wirklich wollen und bereit sind, alles dafür zu tun. Es wäre für mein Muttergefühl nicht richtig, unserer Tochter den dringenden Wunsch nach mehr Leistung abzuschlagen. Sie ist ein sehr bewusst lebender Teenager, der weltoffen ist und sich für Vieles interessiert. 

Wir sind der Meinung, dass sie den wohl überlegten Schritt gehen soll, wenn sie es so sehr möchte. Tatsächlich hat unsere Tochter dazu eine Pro- und Contra-Liste vorgelegt und alles im Detail mit uns ausdiskutiert. Auch ein mögliches Scheitern kam darin vor. Sie ist überzeugt davon, die höheren Anforderungen zu schaffen und gibt nicht auf, ihren Wunsch mit entsprechendem Engagement weiter zu verfolgen.

Zunächst dachte ich ja, das Thema sei eher aus einer Freundinnen-Quassel-Laune entstanden und würde sich von alleine erledigen. Doch auch als sie hörte, dass sie nicht mit ihrer besten Freundin in eine Klasse gehen kann und sogar das Schuljahr wiederholen muss, blieb sie bei ihrem Entschluss. Da können wir als Eltern doch wohl nur noch sagen:

„Finde Dein Glück, geliebtes Kind! Wir werden immer da sein, wenn Du unsere Hilfe benötigst. Wir sind stolz auf Deinen Entschluss. Du schaffst das, Du bist stark!“

Der Schulwechsel ist in den Köpfen beschlossene Sache, aber noch nicht schriftlich vollzogen. Gespräche mit Lehrern aller Hauptfächer, dem Klassenlehrer und der neuen Schule sind geführt. Alles deutet darauf hin, dass wir in wenigen Wochen die wundervolle private Gesamtschule verlassen werden – definitiv mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Ich freue mich sehr, über eure Erfahrungen und Meinungen dazu in den Kommentaren oder per Email zu lesen. Eure

Unterschrift Stephie

 

 

Mit diesem Artikel habe ich mich beworben beim Scoyo Eltern Blog-Award 2017.

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10 Kommentare

  • Antwort Ekiam 27. Mai 2017 at 16:24

    Liebe Stephie,
    puuuhhhh, was für eine schwierige Entscheidung. Ich kenne bei uns allerdings fast nur die andere Richtung, dass viele Kinder vom Gymnasium in die Realschule wechseln. Gibt es bei euch ein G9-Gymnasium (idealerweise mit Doppelstunden)? Hier geht es auf jeden Fall „etwas entspannter“ als bei G8 zu. Bei G8 (außer man hat das Glück eines Überfliegerkindes) benötigt man einen großen Teil der Freizeit (auch am Wochenende) fürs Lernen. Oft kann der Stoff in der Schule nicht so durchgenommen werden, wie es erforderlich wäre. Und das ist jetzt kein Vorwurf an die Lehrer, die Zeit reicht einfach nicht für den ganzen Stoff, den sie vermitteln sollen.(zumal die Lehrer heute genug Zeit benötigen, um andere Problembaustellen in den Klassen zu beseitigen) An dieser Stelle könnte man alle YouTuber mit Lernfilmen ein großes Dankeschön sagen:) Und auch der Nachhilfemarkt brummt dank G8… Unsere Kids hatten z. B. in der 8. Klasse am Montag 9 Stunden, am Dienstag 10 Stunden und am Donnerstag 8 Stunden Schule, nur der Mittwoch und der Freitag waren mit 6 Stunden die kurzen Tage. Viel freie Zeit bleibt da nicht wirklich. Aber wenn deine Tochter bereit ist, mehr und schneller zu lernen, wird ihr dieser Wunsch auf jeden Fall auf dem Gymnasium erfüllt:) Wir hatten damals, trotz Gymnasiumempfehlung , eher die Realschule im Kopf. Aber das Kind wollte unbedingt aufs Gymi. Wir Eltern haben auch lange diskutiert und kamen zu dem Entschluss, dass sie sich ja wohl fühlen muss und ihren Weg gehen soll. Als Eltern kann man dann einfach positiv unterstützen und motivieren , wenn es auch mal nicht so läuft. Good luck!

    • Antwort Stephie 29. Mai 2017 at 11:40

      Liebe Ekiam,
      leider gibt es hier kein G9 Gymnasium in der Nähe, nur eine Gesamtschule. Als Überflieger möchte ich meine Tochter nicht bezeichnen. Sie ist in vielen Richtungen begabt und engagiert, doch am Gymnasium wird sie viel lernen müssen. Das ist ihr auch sehr bewusst. Dennoch möchte sie sich darauf einlassen. Es ist schwierig für mich als Mutter, aber sie selbst klingt immer entschlossener. Wir werden uns wohl auf das „Abenteuer“ einlassen müssen… Liebe Grüße, Stephie

  • Antwort Sara 26. Mai 2017 at 19:51

    Ich finde, der Schritt ist mutig und es ist schade, dass sie die Klasse wiederholen muss. Ist es nicht möglich, dass sie zu gewissen Zeiten nur Stunden dieser Fremdsprache nimmt? Das ist ja wirklich ein Ding!
    Aber ich kann dir nur sagen, dass man meinem Vater damals sagte, sein ältester Sohn solle doch zur Hauptschule gehen. Das würde doch reichen. Ich muss dazu sagen, dass mein Opa als Gastarbeiter nach Deutschland kam und scheinbar traute man auch der inzwischen dritten Generation nichts zu.
    Jedenfalls drängte mein Vater darauf, dass mein Halbbruder aufs Gymnasium gehen durfte. Er steht kurz vor dem Abschluss seines Architektur-Studiums, der zweite Sohn wird Ingenieur. Hätte mein Vater nicht an sie geglaubt… wo würden sie heute stehen?!
    Deine Tochter scheint großes Potential zu haben!

    • Antwort Stephie 29. Mai 2017 at 11:48

      Vielen Dank für Deine Worte, liebe Sara!
      Eure Geschichte geht mir ans Herz. Ich kenne eine ähnliche Geschichte eines Freundes, der tatsächlich die Hauptschule besuchte und heute Chef eines großen Unternehmens ist, das vielen Menschen sichere Arbeitsplätze bietet. Er musste damals viel dafür tun, um dort hinzukommen, wo er heute steht. Er hat an sich selbst geglaubt und sich durchgesetzt trotz heftigem Gegenwind. Solche Entwicklungen sind absolut beachtlich und wie wundervoll, dass dein Vater damals richtig entschieden hat. Auch deswegen möchte ich meiner Tochter zeigen, dass ich an sie glaube! Es wird viel Engagement kosten und vielleicht wird sie nicht mehr zu den besten Schülern gehören, aber es ist IHR Weg, den ich gern unterstütze. Die zweite Fremdsprache lässt sich leider anders nicht nachholen – es geht hier mehr um einen Nachweis, um den Paragraphen zu genügen, nicht um das Beste fürs Kind zu bieten. Leider ist das Schul-System entsprechend gestrickt.
      Alles Liebe, Stephie

  • Antwort Melanie Surdyk 25. Mai 2017 at 19:16

    Liebe Stephie,

    Ich kann Deine Sorgen und Gedanken gut nachvollziehen. Meine Tochter wechselt nach den Ferien von der behüteten Grundschule mit 45 Kinder zum Gymnasium mit 1200 Schülern. Wir als Eltern hatten uns mit der Entscheidung auch schwer getan, obwohl für unsere Tochter seit dem ersten Schuljahr klar war, dass sie aufs Gymnasium möchte. Leider ist das Gymnasium in unserer Nähe nicht wirklich als „Kuschelschule“ bekannt, man muss sich wohl schon alleine durchboxen. Aber ich glaube, ich habe viel mehr Bedenken als meine Tochter… Außerdem werden mir – wie Dir – gewisses Aktivität fehlen (auch wenn mein Sohn noch zwei Jahre auf der Grundschule vor sich hat). Ihre Klasse(ngemeinschaft) wird mir sehr fehlen…
    Ich finde es sehr mutig von Deiner Tochter, einen Schulwechsel anzustreben. Und es ist toll, dass Ihr so offen darüber sprecht. Wenn es der Wunsch Deiner Tochter ist und nicht nur aus einer Laune heraus entstanden ist, sollte man dem entsprechen. Ob es im Endeffekt die richtige Entscheidung war, wird sich erst zeigen. Aber sie kann dann sagen, dass sie ihren Weg gegangen ist und von Euch unterstützt wurde.
    Ich wünsche ihr alles Gute!!!!
    Liebe Grüße
    Melanie

    • Antwort Stephie 25. Mai 2017 at 22:32

      Liebe Melanie,
      ich freue mich sehr über deine Gedanken dazu. Wahrscheinlich ist es tatsächlich so, dass sich die Eltern unnötig sorgen. Doch wir können wohl nicht aus unserer Haut… Keine Entscheidung ist in Stein gemeißelt, es wird immer einen Plan B geben, falls es doch nicht wie gewünscht funktioniert. Das ist es, was ich mir die letzten Tage oft selbst vorsage. Auch eurer Tochter wünsche ich für den Schul-Übertritt alles Gute! Vertrauen wir der Stärke unserer Kinder, dann wird es schon gut werden. Alles Liebe, Stephie

  • Antwort Christa 25. Mai 2017 at 14:22

    Liebe Stephie,
    welch ein schwieriger Entschluss. Du solltest auf jedem Fall dem Wunsch Deines Kindes entsprechen – das hört sich sehr durchdacht und ‚erwachsen‘ an. Und da die schulischen Leistungen stimmen und sie sogar einverstanden ist, ein Jahr zu wiederholen. Damit habt Ihr natürlich den Vorteil, dass G8 nicht so hart trifft. Mein Tochter ist mittlerweile in der 10, aber vorzeitig eingestuft (sie ist Ende September geboren), da sie damals die Reife hatte und wir einen der begehrten Plätze in einer Montessori-Grundschule bekommen haben. Jetzt wird sie mit 17 Jahren Abitur machen und ich merke in vielen Dingen, dass zwar die schulischen Leistungen stimmen (sie steht in allen Fächern um die 2 – mit ‚Saisonarbeit‘ vor den Klausuren), aber die Reife fehlt in vielen Dingen halt doch….
    Zwei meiner Nichten haben von der Realschule zum Gymnasium gewechselt (allerdings in Rheinland-Pfalz – G9), die eine in der 8. Klasse, die andere nach der 10 – beide hatten schwer zu kämpfen. Die, die in der 8 gewechselt hat, hat sich allerdings leichter getan, da sie ja die Hälfte der Mittelstufe im Gymnasium mitbekommen hat. Der Lehrplan und der Erwartungshorizont sind doch sehr unterschiedlich.
    Es ist eine sehr schwierige Entscheidung, aber wenn Deine Tochter den Ehrgeiz hat, lass sie wechseln. Und für Dich gilt: auch an Gymnasien gibt es Elternarbeit….
    So ein langer Post, vielleicht hilft er Dir, Dich mit der Entscheidung Deiner Tochter anzufreunden. Wir wollen ja schließlich, dass unsere Kinder selbstverantwortlich werden – also müssen wir sie in allen machbaren Dingen unterstützen. LG Christa

    • Antwort Stephie 25. Mai 2017 at 14:52

      Liebe Christa,
      herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Diese kann uns allen nur helfen, die in dieser Entscheidung stecken. Ja, unser Kind vertritt ihren Entschluss sehr hartnäckig. Auch sie hat Respekt vor der Umstellung zu „anderem“ Lernen, aber sie glaubt es zu schaffen. Wir werden sie nach Kräften unterstützen. Ich ahne, dass es nicht leicht wird. Beruhigend ist zu lesen, dass es dem Kind mit Wechsel in der Mittelstufe etwas leichter fiel. Das erhoffen wir uns auch! Die Elternarbeit werde ich sicherlich weiter anbieten, doch nicht mehr in dem hohen Maße wie bisher. Vermutlich brauche ich nun selbst auch mehr Zeit für andere Dinge – zum Beispiel dafür, um Vokabeln abzufragen oder zum Kuchenbacken, um kleine Misserfolge erträglicher zu machen ;-)
      Alles Liebe, Stephie

  • Antwort Nicole 25. Mai 2017 at 10:22

    Wow! Ich bin sehr beeindruckt von deiner Tochter, so wie du sie beschreibt. Sie scheint ja wirklich fest entschlossen zu sein und hat ihr Ziel klar vor Augen und scheint wohl auch alles dafür tun zu wollen. Solche Entscheidungen sind nie einfach, aber man sollte auch auf sein Bauchgefühl hören. Und aus deinem Text höre ich dein Bauchgefühl sehr deutlich raus, das scheint zu passen.
    Ich habe selber noch keine Erfahrungen mit solchem Dingen, bei uns steht erst der Wechsel von der Grundschule zur Realschule an und die Zeit der Entscheidung war schon anstrengend. Deswegen kann ich nachvollziehen was du gerade durchstehst. Deswegen wünsche ich euch viel Kraft und Erfolg für die kommenden Wochen.
    Liebe Grüße Nicole

    P.S.: Viel Spaß in Berlin und bringt einen Sieg mit.

    • Antwort Stephie 25. Mai 2017 at 13:21

      Liebe Nicole,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Solche Entscheidungen sind immer geprägt davon, dass man sich um die Zukunft der Kinder sorgt. Früher haben Eltern über solche Dinge weniger nachgedacht. Da wurde das Kind dort hingeschickt, was die Grundschullehrerin empfohlen hatte. Ich selbst weiß, wie es am Gymnasium zugeht und das wollte ich meinen Kindern erst zu einem späteren Zeitpunkt „zumuten“. Nun kommt es anders. Ob es gut ist, werden wir später feststellen. Doch ich vertraue meinem Kind und bin sehr stolz auf ihren Entschluss, mehr und schneller lernen zu wollen.
      Auch euch wünsche ich, dass ihr nach eurer schwierigen Entscheidung entspannen könnt und es eurem Kind an der neuen Schule gut geht. Alles Liebe, Stephie

    Ich freue mich über Deinen Kommentar

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