Kinder mit Herz – ganz großes Kino

2. Dezember 2014

Heute erzähle ich euch von zwei Mädchen, die gerade mal in der 5. Klasse sind und völlig aus sich selbst heraus Gutes tun möchten – es sind Kinder mit großem Herz. Ich finde, das ist ganz großes Kino!

In der Adventszeit spricht alle Welt von Charity: Spendenaufrufe werden lauter und werden in dieser Zeit eben besonders gern bedient. Generell finde ich das wundervoll, denn an so vielen Stellen wird dringend finanzielle Hilfe gebraucht – doch es geht noch viel mehr als „nur“ Geld zu geben:

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Foto: Pixabay / selbst bearbeitet

Wahrscheinlich werden euch diese beiden Geschichten genauso sehr rühren wie mich selbst auch.

Die Freundin meiner Tochter feierte ihren 11. Geburtstag und wünschte sich von ihren Freundinnen nicht etwa angesagte Schminke, Loom-Bandz oder ähnliches Zeug, was eben Mädchen in dem Alter richtig cool finden. Sie wünschte sich Gutscheine eines Tierfutter-Discounters! Diese Gutscheine wollte sie gern einlösen und das im Laden ausgesuchte Futter persönlich als Spende zum örtlichen Tierheim bringen.

Die Geschichte dahinter: Das Mädchen hatte immer schon ein Herz für Tiere, aber die Familie konnte aus verschiedenen Gründen den vor einiger Zeit schon verstorbenen Hund nicht ersetzen. Also versprach die Oma dem trauernden Kind, dass sie fortan wöchentlich zum Tierheim fahren werden. Dort leihen sie seitdem regelmäßig einen der herrchenlosen Hunde aus, um mit ihm zu spielen und ihn ein paar Stunden an der frischen Luft auszuführen. Es ist immer ein anderer Hund, damit auch alle Hunde mal die Extraversorgung genießen. Immer bringt sie Leckerli mit und auch die Jackentaschen meiner Tochter sind inzwischen gut vollgekrümelt von diesen kleinen Mitbringseln, die ich vom Einkaufen mitbringen soll. Manchmal nämlich gehen die zwei Mädchen gemeinsam eine große Runde mit dem Hund und quatschen dabei über dies und das (Jungs?). Frische Luft tut schließlich auch den Mädels gut und gute Gespräche sind sowieso unbezahlbar.

Als Fünftklässler hat man ja auch inzwischen mitbekommen, dass die Tierheime nicht immer gut mit Futter versorgt sind. An manchen Stellen in der Stadt gibt es im Supermarkt Sammelstellen für Tierheim-Futter. Das also hatte nun auch die Freundin meiner Tochter bewegt, mit eigenem Taschengeld – bzw hier in Form von eigentlich ihr selbst angedachten Geschenken – zu helfen und den Tieren Gutes zu tun. Ich finde, das ist eine wirklich große Geste und ein überaus herzliches Verhalten, auf Geschenke zugunsten der Tiere zu verzichten.

Die zweite Geschichte hat meine Tochter selbst hervorgebracht:
Als mein Mann und ich geschäftlich für zwei Tage unterwegs waren, wohnten unsere Kinder bei meiner Mutter. Dort werden sie nicht nur rundum verwöhnt und versorgt, sondern sie kommen auch immer mit tollen Geschichten zurück. Diesmal erzählte meine Mutter den Kindern vom örtlichen Seniorenheim, das sie kürzlich besucht hatte. Für mich ist es doch immer wieder schön, wie gern Kinder alten Geschichten lauschen. Viele Erwachsene begegnen älteren Menschen sehr distanziert – Zuwendung und Gespräche sind ihnen unangenehm. Doch ist es doch gerade auch das, was den Alten in unserer Gesellschaft Halt gibt: unsere Aufmerksamkeit und Interessiertheit an ihrer Geschichte. Geschichten zu erzählen und zu hören hält uns alle im Karussell des Lebens.

Nun gibt es zur Adventszeit eine wundervolle Aktion in dieser Seniorenresidenz: Die Bewohner wurden gefragt, was denn ihr Herzenswunsch ist, den sie gern in den nächsten Tagen / Wochen erfüllt haben möchten. Heraus kam eine anonymisierte Liste, die jeder Interessierte einsehen kann über das jeweilige Alter, Geschlecht und die jeweiligen Wünsche des Bewohners. Gern wollten die Kinder wissen, was denn da aufgelistet ist:

>> Besuche von der eigenen Familie, Shoppingtour im kleinen Städtchen, Zoobesuche, einen selbst gebackenen Kuchen, das selbst gekochte Leibgericht, Picknick, Theaterbesuch – und ein Wunsch von einer 86-jährigen Frau war: „Ich möchte gern, dass mir mal wieder jemand etwas vorliest!“ <<

Dabei dachte sich meine Tochter: „Das kann ich doch auch! Da freut sich die alte Dame richtig und ich lese doch so gern.“ – Ich war überrascht, dass sie da so unbefangen ist. Schließlich kennt sie die alte Dame ja gar nicht. Auf meinen Hinweis hin wunderte meine Tochter sich nur und meinte: „Mama, das ist eine arme, alte Frau, die vielleicht niemanden mehr hat. Der kann ich doch eine tolle Freude machen!“ – Ok, meine Mutter wird mit ihr dort hinfahren und sich in der Nähe befinden, falls etwas mulmig wird. Doch ich wette, dass sowohl meine Tochter als auch die Seniorenheim-Bewohnerin einen tollen Nachmittag haben werden! Wie schön ist es doch, wenn man Gutes tut und der Erfolg direkt am Gesicht ablesbar ist! Mir wird dabei ganz warm ums Herz.

Und dieses soziale Engagement kommt von den Kindern selbst – aus dem tiefsten Inneren. Niemand hat ihnen etwas eingeflüstert oder sie gar aufgefordert, das zu tun. Die beiden „Engelchen“ machen das nicht, um etwas zurück zu bekommen oder um Bewunderung zu erhaschen – sondern einfach nur, weil ihnen danach ist. Haben sie da nicht einigen Erwachsenen etwas voraus?

In diesem Sinne – allen eine schöne Adventszeit!

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4 Kommentare

  • Antwort Svenja 5. Dezember 2014 at 6:11

    Was für wunderbare Ideen unsere Kinder haben und wie mutig sie sind – wenn wir sie nur lassen. Danke für diese Geschichten und die Denkanstöße für mich.

  • Antwort VeganFox 3. Dezember 2014 at 10:30

    Wunderschön – danke dir für deinen Blogbeitrag. Er hat mein Herz berührt. Wir brauchen mehr davon – statt negativer Schlagzeilen.
    VeganFox.

  • Antwort Brigitte N. 2. Dezember 2014 at 20:10

    Wirklich ganz großes Kino reiner und liebevoller Gefühle! Echte Engelchen. Und was sie damit für eine Freude bereiten, das rührt mich gerade sehr. Vielen Dank, dass Du das mit uns geteilt hast!

  • Antwort Sandra von MeinefabelhafteWelt 2. Dezember 2014 at 14:14

    Die Beiden sind echt toll! Und genau darum geht es ja im Leben und in der Weihnachtszeit. Einfach noch öfter genauer Hinschauen und mit kleinen Dingen große Freude bereiten!
    Schön, dass du das für uns aufgeschrieben hast!
    LG
    Sandra

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