Kurzweiliges Hörbuch: „Die Sturmrose“ von Corina Bomann

12. Juni 2015

Heute möchte ich euch ein tolles Hörbuch empfehlen: Die Sturmrose“ von Corina Bomann*. Da mein Körper gerade nach „Ruhe“ schreit und mich der erneute Bandscheibenvorfall ziemlich ausbremst, habe ich viel Zeit zu lesen. Diesmal aber habe ich mir über Audible ein Hörbuch gegönnt und dieses über mehrere Tage genossen. Ich schloss die Augen, legte auf meiner Gartencouch die Beine in die empfohlene Stufenstellung und spürte leichten Wind um die Nase. Bislang habe ich gern Romane gelesen, die in England oder Amerika spielen, nun einer Deutsch-Deutsche Geschichte zu lauschen war wirklich fesselnd und neu für mich:

Das Hörbuch startet im Prolog mit der von einer alten Dame besprochenen Kassette. Was hat es damit auf sich? Dies soll erst am Schluss des Buches gelöst werden.

Wir werden entführt an die Ostsee: Annabel Hansen zieht nach einer enttäuschenden Scheidung allein mit ihrer fünfjährigen Tochter nach Rügen, schließlich möchte ihr Ex-Mann nichts von seinem Kind wissen. Ein wunderbares Haus am Strand und neue Aufgaben erwarten sie. Eine Kita für Tochter Leonie ist ist schnell gefunden und so läuft das Hörbuch ein wenig langsam an, doch bald schon wird es fesselnd: Rasch wird klar, dass Annabel nicht nur die gescheiterte Ehe zu schaffen macht, sondern auch die eigene frühe Kindheit in der DDR: Im Alter von 6 Jahren wurde sie von ihrer Mutter über Nacht verlassen, einen Vater gab es nicht. Annabel kam in ein Waisenhaus und wartete vergeblich Tag für Tag auf die Rückkehr ihrer Mutter. Einzig geblieben ist ihr das selbst gemalte Bild vom Abend des Verschwindens. Als Kind einer „Republikflüchtigen“ hatte sie es nicht leicht, wurde schließlich aber von einem Ehepaar adoptiert, das sie liebevoll aufzog.

Der Adoptivvater war im Schiffsbau tätig und so wuchs auch Annabels Leidenschaft für die Schifffahrt. Als sie nun im Hafen ein altes, heruntergekommenes  Ausflugsschiff entdeckt, ist ihre Liebe entfacht und sie möchte es unbedingt kaufen. Doch gibt es noch einen weiteren Interessenten, Christian Merten, mit dem sie sich einigen muss. Ihr Vorhaben: „Die Sturmrose“ soll ein auf dem Meer fahrendes Café werden. Wir begleiten Annabel und ihre Tochter im Alltag und bei immer neuen Begegnungen mit der Vergangenheit: Beim Aufräumen des alten Kutters findet Annabel einen 30 Jahre alten Brief, der etwas über die Geschichte des Schiffes vermuten lässt. Auch Christian Merten hat ein Geheimnis, das es zu entschlüsseln gilt. Endlich möchte auch Annabel ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur kommen. Hat ihre Mutter sie damals tatsächlich absichtlich  im Stich gelassen? Die Ereignisse im Roman überschlagen sich plötzlich und eine bewegende Darstellung über das Leben in der DDR fesselt den Hörer des Buches. Man möchte mehr hören von den Erzählungen des ehemaligen Schiffseigners und Kapitäns der Sturmrose.

In diesen Phasen habe ich dem Hörbuch sogar beim Kochen weiter gelauscht, so aufregend ist die Geschichte erzählt. 

Schließlich enthält das Buch vieles zu entdecken und mitzufühlen: Liebe, Verlustängste, Vergangenheitsbewältigung, Enttäuschung, aber auch Humor und Tiefsinnigkeit. Jeder wichtige Charakter des Romans bekommt einen eigenen Part, seine Lebensgeschichte selbst zu erzählen. Dadurch kommen wir besonders nah die jeweilige Figur heran und schließen mit ihr Freundschaft. Gern würde ich diesen Roman einmal als ZDF-Zweiteiler sehen, da wären wir sicher alle am Bildschirm dabei!

Für mich ein gelungener, flüssig zu lesender / hörender Roman, der mir Lust auf weitere Bücher von Corina Bomann macht. Die Sprecherin des Hörbuches, Elena Wilms, hat eine sehr angenehme Stimme, die mir inzwischen sehr vertraut ist. Allerdings ist das Hörbuch sehr lang (6 CDs) und würde sich als Taschenbuch oder Kindle-Edition genauso gut empfehlen. Für den Urlaub aber ist das Hörbuch eine sehr gute Wahl und verspricht viele (ent-)spannende Stunden! Eine Hörprobe bekommt ihr über den Link im Cover…

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen oder Hören,

eure Stephie

 

 *Affiliate Link zu Amazon. Kein Sponsoring.

 

Print Friendly, PDF & Email
Ich freue mich, wenn ihr meinen Artikel teilt:

Keine Kommentare

Ich freue mich über Deinen Kommentar