Mein erster veganer Urlaub – 10 Tage quer durch den Norden Deutschlands

4. August 2013

Unsere erste vegane Reise ging diesmal über: 


Berlin – Heiligendamm – Hamburg

Zunächst möchte ich erwähnen, dass wir zwar sämtliche Hotels vorgebucht hatten, allerdings absichtlich nirgends dazu gesagt haben, dass ich mich derzeit vegan ernähre. Also: hinein ins ungewisse Vergnügen. 

Nun legt man selbstverständlich nicht alles auf Essen und Trinken aus bei einer Urlaubsreise, es ist dennoch nicht gerade unwichtig. Wir essen generell gern und gut, außerdem am liebsten nicht mehrfach im selben Restaurant. 
Für die Großstädte war es über die App „Vegan Man“ nicht allzu schwierig, Restaurants zu finden, in denen vegane Speisen angeboten werden. Doch was tun in kleineren Städten oder an der Raststätte, wenn man Hunger hat? Mir bleibt – egal wo – immernoch ein Salat mit Essig-Öl-Dressing oder besser noch mit separater Menagerie.

POTSDAM:
Erster Halt war für uns in Potsdam, wo ich über „Deutschland is(s)t vegan“ die Empfehlung eines veganen Cafés erhielt. Das „Good dEATs“ im holländischen Viertel Potsdams ist schnucklig klein, liebevoll eingerichtet und hat eine solch herzliche Bedienung, dass sich der kleine Umweg lohnte. Als dann noch meine erste vegane Himbeer-Schokotorte serviert wurde, konnte ich dieses Geschmackserlebnis kaum fassen. Nun habe ich auch lange keine Sahnetorten mehr gegessen, denkt ihr. Ja, stimmt – aber mein Mann! Und auch der wollte sofort auch solch ein leckeres Stück. Wir kamen nicht umhin, noch weitere supertolle Speisen dort zu testen, wie den veganen Linsensalat mit Orangen und Apfel, auch einen veganen Nudelsalat gab es! Köstlich! Hier hätte ich mich bis zum Abend in dem herrlichen Garten aufhalten können. Also: wer auch nur in die Nähe Potsdams kommt, MUSS dort einkehren!!

Good dEATs in Potsdam

BERLIN:

In Berlin angekommen, kam ich mit meiner Bestellung nur einen grünen Salat mit Vinaigrette haben zu wollen also bestens klar. Ich hatte soooo viel bei Good dEATs gegessen. Aber ehrlich: ich würde es immer wieder tun – und mir noch was einpacken lassen!
Zum Frühstück gab es im Hotel leckere Brötchen und Marmeladen, die mich gut sättigen konnten. Für den nächsten Morgen fragte ich nach Sojamilch und „selbstverständlich,“ erklärte man mir, gäbe es diese. Also konnte ich mir ein herrliches Müsli mixen. Perfekt!
Mittags suchten wir das von Freunden empfohlene Veganrestaurant „Cookies Cream“ in Berlin. Leider war dies besonders gut versteckt – ohne Außenwerbung oder jeglichen Wegweiser. Scheint zum Konzept des Lokals zu gehören, aber wir sind ja nicht auf den Mund gefallen und fragten uns durch. Schade – geschlossen – ohne Angabe, wann es denn geöffnet sein wird. Naja wir haben ja noch 2 Tage Zeit, es zu erkunden.
Stattdessen testeten wir – ebenso auf Empfehlung – das Restaurant / Café CHIPPS, nahe dem Gendarmenmarkt. Es gibt keine rein vegane Speisenkarte, aber es sind vegane Speisen mit einem „v“ extra deklariert. Dennoch blieb ich beim Salat, denn wer sich das hier mal anschaut, dem läuft doch wohl schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen:

genialer Salat mit Himbeervinaigrette – richtig liebevoll angerichtet

Hier kann man also seinen Salat komplett selbst zusammen stellen. Das nenne ich mal flexibel! Das vegane Himbeerdressing war ein echter Knaller, genauso wie der gesamte Salat. Und auch meinem Mann, dem Fleischesser, hat sein Salat super geschmeckt und war pickepacke SATT!


HEILIGENDAMM:
Hier hatte ich nun GAR NICHTS erwartet, was kulinarische Genüsse auf „Veganisch“ angeht. Aber bei meiner ersten Bestellung fragte ich, ob ich ggfs einfach nur Reis mit in Olivenöl gegrilltem Gemüse bekommen könnte, da ich – sorry, gerade etwas kompliziert mit meinem Essen sei. „Ach, Sie sind Veganerin? Gar kein Problem, da gebe ich Ihnen doch mal unsere vegane Karte!“ Ich war fassungslos – die haben eine extra Speisenkarte für vegetarische / vegane Ernährung. Klasse! Und das ist ein Teil der leckeren Ausbeute:

vegane Köstlichkeiten in Heiligendamm

Da soll noch mal einer behaupten, man könne als Veganer nur Salat essen… HA! Sogar mein Mann bestellte sich die leckeren Speisen aus dieser Karte und wollte die Hauptkarte gar nicht mehr anschauen. Köstliches Thai-Gemüsecurry mit Duftreis, Gemüsepakhoras mit Süßkartoffelstampf und Curryschaum, Zucchini-Spaghetti mit Mandelmilch oder gegrillte karamellisierte Ananas mit Mangosorbet zum Dessert, wurden uns geboten sowie noch viele andere hervorragend gekochte Kulinarien.

Gemein, wenn man die tollen Bilder jetzt sieht – auch mir läuft gerade wieder das Wasser im Munde zusammen.

In HAMBURG waren wir nur 2 Tage und haben immer mal hier und da gegessen, ohne auf vegane Empfehlungen zu achten. Auch das hat wunderbar für mich geklappt.

Man muss also wohl hier und da einfach mal anfragen, ob der Koch etwas veganisieren kann. Ich habe auf dieser Reise gelernt, dass es den Köchen sogar Spaß macht, mal außerhalb der Karte zu kochen und einen Gast damit zufrieden zu stellen. Schaut man genau hin, bemerkt man, dass diese Gerichte sogar besonders liebevoll hergestellt und angerichtet werden. Keine fetten Soßen, kein Fertigzeugs – alles frisch und gesund!
Schön auch, wenn man mal mit offenen Augen durch ein Städtchen geht. Eigentlich wollten wir nur ein bisschen flanieren und schauten bewundernd in ein Bäckereischaufenster, worin die Backwaren so dermaßen gut präsentiert wurden, dass man einfach stehen bleiben musste. Und was sah ich? Ein Label mit „wir führen auch veganes Eis„! Na, da musste ich doch sofort mal testen.. Und: es war super klasse -> Mango de Madras von „Das Eis“. Sehr zu empfehlen – es gibt noch weitere Sorten.




Man stößt natürlich auch auf Menschen, die nicht unbedingt mitdenken: Der Kellner, mit dem ich eben noch darüber sprach, dass ich vegan esse, bringt mir einen tollen Salatteller – mit Parmesan! Naja, er hatte nicht daran gedacht, dass Käse aus Milch besteht :-0. Ein anderes Mal bestellte ich einen Gemüseteller mit Nudeln, angeblich vegan, aber irgendwas schmeckte „anders“. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass Ei drin war. „Ach, Ei ist unvegan?
Puh, nicht jeder kennt sich aus, stellte ich fest. Macht aber für mich persönlich nichts, denn schließlich leide ich nicht unter einer Fleisch-Milch-Ei-Allergie und sterbe nicht direkt an den Folgen der Aufnahme von nicht-veganen Zutaten.

Das macht aber leider immer wieder deutlich, wie schwer es Allergiker in der kulinarischen Welt außerhalb ihrer heimischen Küche haben: man muss schon dem Koch vertrauen können…

Ein echtes Highlight in Hamburg war unser Besuch im gar nicht veganen EAST – Restaurant, Bar & Lounge. WOW! Abends im Kerzenschein haben wir einfach nur richtig lecker gegessen, bei der Musik gechillt und die Atmosphäre genossen. Damals war das Gebäude mal ein Fabrikgebäude, dessen Charme immer noch zu spüren ist – so dermaßen geschickt gestylt, dass man erstmal nur schauen möchte.. Wer in Hamburg ist, der sollte hier unbedingt mal hingehen! Uns hatte es so gut gefallen, dass wir gleich am folgenden Mittag nochmal hin mussten:

Das East in Hamburg: unsagbar stylisch mit köstlichem Essen
Selbstverständlich sind meine Erfahrungen dieser Reise nicht repräsentativ, aber ich glaube, wenn man unverkrampft an diese „Ernährungskiste“ rangehen kann, wird man auch belohnt! Wir haben eine tolle Zeit erlebt, sind selten enttäuscht worden.
Ich hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, schief angeschaut zu werden oder gar diskriminiert zu werden. 

Ein Erlebnis, das auch meinem eigentlich so gar nicht veganen Mann Spaß gemacht hat – und auch er hat nicht gehungert! Vielleicht gibt es an dieser Stelle demnächst weitere Restauranttipps für vegane Genießer…

Vegane Grüße, eure




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2 Kommentare

  • Antwort otti 5. August 2013 at 20:31

    Das ist ein ganz toller informativer Bericht. Danke dafür. Und das Drumherum war bestimmt auch ganz toll, oder ?
    lg Otti – Bärbel

    • Antwort Stephies BlogPost 8. August 2013 at 11:04

      Vielen Dank für dein positives Feedback. Oh ja, es war ein schöner Urlaub, den ich gern nochmal erleben würde… LG, Stephie ❁

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