Lesemuffel oder Gernleser? Kinder zum Lesen animieren

14. Februar 2013

Es gibt Kinder, die lesen alles gern, was ihnen in die Finger kommt – die klassischen Bücherwürmer. Von vielen Eltern höre ich aber, dass ihre Kinder gar nicht gern lesen und sie nicht wissen, was sie ihren (Grundschul-)kindern anbieten können.

Kinder zum Lesen animieren: Vorlesen!

Zunächst beginnt die Lesefreude der Kinder im Elternhaus. Wenn die Eltern viel lesen und die Kinder sehen, dass es ihnen Entspannung bringt, dann nehmen sich die Kinder auch gern ein Buch. Kinder ahmen ihre Eltern oft nach, heißt es. Das abendliche Vorlesen kann die Kleinen auch wunderbar für Bücher begeistern, vor allem, wenn sie das Buch selbst aussuchen dürfen. Dabei ist es völlig einerlei, ob man zum hundertsten Mal dieselbe Gute-Nacht-Geschichte vorliest oder eine Fortsetzungs-Geschichte wie die Bücher „Das magische Baumhaus“*, „Frieda“* oder Pipi Langstrumpf. „Morgen hörst du, wie es weiter geht“, baut tolle Spannung auf und nicht zu unterschätzen ist dabei der Extra-Kuschelfaktor mit Mama oder Papa!

Kinder zum Lesen animieren: Altersgerechte Literatur

Dennoch gibt es einige Kinder, die sich nicht für Bücher begeistern können. Vielleicht haben sie aber mit nicht altersgerechten Büchern angefangen? Bei meinen Kindern galt immer, wenn die Schrift zu klein war und zu wenig Illustrationen enthalten waren, flog das Buch in die Ecke.

Zu anstrengend – nein, das ist nichts für mich!

Es gibt für Leseanfänger spezielle Bücher, die in Altersstufen unterteilt sind – eben immer passend zum Lesekönnen. Unsere Kinder fanden die Bücher von Leserabe toll, wie Detektivgeschichten*, wo viele Illustrationen vorherrschen. Für Schüler, die gerade die ersten Buchstaben lernen, sind die Bücher empfehlenswert, in denen nur wenige Wörter vorkommen und diese dann mit Bildchen im Text gespickt sind. So ist das Lesen am Stück nicht so anstrengend.

Später haben wir aufgestockt mit „Erst ich ein Stück, dann Du“* – das sind Bücher, in denen es immer einen Elternpart zum vorlesen gibt, danach einen kleinen Absatz für die Leseanfänger. Das hat unseren Kindern enorm viel Spaß gemacht. So lesen die Kinder abwechselnd mit den Eltern und die Geschichte entwickelt sich gemeinsam. Ein sehr schönes Ritual! Außerdem sollte das Thema interessant sein. Manche finden Dinosaurier gerade toll, Mädchen stehen vielleicht auf Feen-Geschichten. Die Interessen Ausrichtung kann prima beim gemeinsamen Gang in die Bücherei erforscht werden.

 

Kinder zum Lesen animieren: Schöne Lese-Atmosphäre schaffen

Die richtige Atmosphäre zum Lesen ist ebenso wichtig: Ein Buch zu beginnen, obwohl man im Stress ist, weil man bald wieder irgendwo Termine hat, macht keinen Sinn. Wie machen wir Erwachsene das denn? Zur Feierabend-Lektüre im Wohnzimmer Kerzen (oder Kamin) anzünden, sich einen leckeren Tee aufsetzen und sich unter einer Wolldecke einkuscheln. Herrlich!

Solche Nachmittage gönne ich mir gemeinsam mit meinen Kindern auch immer mal wieder – und das nehmen sie sehr gern an. Ich bin sicher, davon werden sie später ihren Kindern wieder erzählen. Zudem hat sich mein Sohn einen Lese-Sitzsack gewünscht. Darin kuschelt er sich gern im eigenen Zimmer ein, um zu entspannen. 

Daraus und aus der allabendlichen Gute-Nacht-Geschichte ergab sich, dass die Kleinen sich immer wohl und geborgen fühlten, sobald sie ein Buch aufschlugen. Das haben sie bis heute beibehalten und lesen inzwischen selbst jeden Abend ein paar Seiten (ohne Kerzen im Kinderzimmer, versteht sich). Oft musste ich dies sogar begrenzen: „Heute Abend ist es schon spät, also bitte nur noch 5 Seiten lesen“. Sonst hätten sie noch die ganze Nacht durchgelesen.

Eine schöne Geschichte von unserer Tochter (damals 8 Jahre alt): Wir hatten unsere Kinder zeitig um 20 Uhr zu Bett gebracht. Unsere Tochter hatte gerade am Nachmittag ein neues Buch bekommen. Wir wähnten unsere Kinder um 22 Uhr längst im Tiefschlaf, als unsere 8-jährige plötzlich strahlend und hellwach im Wohnzimmer stand: „Fertig! Das Buch ist ausgelesen. Schön war’s!“ Herrlich, oder? So wünschen wir uns das doch eigentlich, auch wenn das Aufstehen am folgenden Morgen etwas mühselig war.

Kinder zum Lesen animieren: kleine Belohnungen 

Als Belohnung zum ersten selbst gelesenen Buch bekamen die beiden (Mädchen und Junge) jeweils ihren eigenen Bücherei-Ausweis. Mit Stolz gehen sie gern alle paar Wochen in die Bücherei und leihen sich in der entsprechenden Alterskategorie aus, was sie gern lesen möchten. Dabei fühlen sie sich groß und verantwortungsvoll – denn mit Büchern (vor allem mit Geliehenen) muss man ja besonders pfleglich umgehen.

Hier meine Auswahl an Büchern, die selbst Lesemuffel begeistern:

 
Durch diese Comicbücher wie Greg’s Tagebuch*, Coolman* oder Lotta-Leben* werden die Lesemuffel (Grundschüler) etwas ausgetrickst. Es gibt gezeichnete Comics, die sich mit Fließtext abwechseln. Die kleinen Leser merken das gar nicht so sehr. Außerdem sind die Texte recht umgangssprachlich gehalten = cooool! Das ist doch schon mal ein guter Anfang zum Gern-Leser!! „Echte“ Bücher lesen die Kids dann später ganz von selbst.

 

Der Hit für große Kinder (naja, ich gebe zu – ich lese die auch gern) sind die Literaturcomics vom Brockhaus-Verlag*. So lesen die Kinder zwar einen Comic, aber lernen dabei auch noch die alten Geschichten kennen – also nebenbei: Kultur pur!

Liebe Mütter und Väter: Ab in die Leihbücherei. Lesefutter holen!

Einen gemütlichen Tag wünscht euch stephie-unterschrift-1

 

 *Affiliate Link zu Amazon. Kein Sponsoring.

Print Friendly, PDF & Email
Ich freue mich, wenn ihr meinen Artikel teilt:

Keine Kommentare

Ich freue mich über Deinen Kommentar