Mein Kind hat Asthma – was nun?

30. April 2013

Nach dem entsetzlich langen Winter blüht es in den Gärten wunderschön – die Natur ist förmlich explodiert in den letzten beiden Wochen. Wo vor 2 Wochen noch kleine Knospen zu sehen waren, sind jetzt schon große Blätter und Blüten zu sehen. Sehr zum Leidwesen aller Pollenallergiker wie meinem Sohn. Die ständig laufende Nase, das heftige Niesen und das Jucken in den Augen begleitet ihn schon seit dem 3./4. Lebensjahr. Das ist lästig, geht auch oft einher mit juckender Haut, aber es gibt inzwischen gute Gegenmittel. Jeden Winter haben wir beim Allergologen hypodesensibilisiert und die Symptome wurden von Jahr zu Jahr geringer. Im letzten Jahr hatte er kaum noch Beschwerden, brauchte keine Medikamente mehr – also haben wir diesmal keine Kur machen lassen.
Ein großer Fehler mit Bumerangeffekt, wie sich jetzt herausstellte: Die Pollen ärgern ihn mehr denn je und nun hat er auch noch allergisches Asthma dazu bekommen. Ich als Mutter mache mir riesige Vorwürfe, das Leiden unterschätzt zu haben und die Kur ausgesetzt zu haben. Aber Selbstvorwürfe helfen ihm ja nun nicht, jetzt muss etwas getan werden.

Jedes 10. Kind in Deutschland leidet unter Asthma!


Unser Sohn hat nach ärztlicher Untersuchung ein „Peak-Flow-Meter“ bekommen, mit dem er Morgens und Abends sein Lungenvolumen misst. Anschließend inhaliert er je 1 Hub „Novopulmon“, ein kortisonhaltiges Pulver, das zur Dauermedikation eingesetzt wird. Hinzu kommt noch ein Notfallmedikament „Salbutamol“, das er immer in der Tasche haben sollte. Jeder Asthmatiker wird individuell nach Schwere der Symptome medikamentös eingestellt.

Die Asthmatiker unter euch sagen sicher, das sei doch alles kein Problem und gut handzuhaben. Ja, wir sind froh, dass es diese Medikamente heute gibt und die Dosierung immer einfacher wird. Dennoch ist für uns diese Krankheit eine neue Herausforderung. Ich bin jemand, der erstmal alles googelt, was zu dem Thema zu finden ist, obwohl wir einen sehr guten Arzt haben, dem wir vertrauen. Aber – das kennt ihr sicher auch – die Fragen fallen mir immer erst im Nachhinein ein. Das Inhalieren hat der Arzt mit unserem Sohn geübt, damit er weiss wie es geht – das war schon eine riesige Hilfe. Zusätzlich gibt es tatsächlich auch über YouTube-Videoanleitungen zur Anwendung der Sprays!

Gürteltäschchen für Notfallspray

Als das Notfallspray kam, wollte mein Sohn gleich wissen, wohin damit. Ja, in die Hosentasche, damit es auch immer „am Jungen“ ist. Na toll – die knallbunten, hautengen Jeans haben viel zu kleine und enge Taschen, da passt das Spray so gerade hinein, aber es kann sich schnell ungewollt ein Hub lösen. Also googelt Mami nach Asthmaspray-Taschen. Kaum zu glauben, aber sowas gibt’s nicht! Es gibt Gürteltäschchen für Taschenmesser oder diese unattraktiven Handytaschen – noch schlimmer die in den 80er Jahren so modernen Beuteltaschen. Geht gar nicht! Naja, ich habe Alternativen gefunden, mal sehen wie er damit zurecht kommt… Ansonsten machen wir damit einen Laden auf ;-)




Was gibt es alles zu tun mit einem Neu-Astmatiker? Die Schule / Lehrer sollten informiert werden, dazu habe ich ein Schreiben an den Klassenlehrer sowie an den Sportlehrer verfasst. Wir möchten unbedingt vermeiden, dass ein möglicher Anfall, von dem wir glücklicher Weise noch keinen erlebt haben, unterschätzt wird. Ebenso sollten alle Kinder und Erwachsenen im Umfeld Bescheid wissen (Freunde, Sporttrainer, Nachbarn, etc).

Medikamententasche fürs Kind

Außerdem habe ich eine Medikamententasche angelegt, worin sich nur seine Medikamente befinden. Dazu einen eingeschweißten Infozettel mit Anwendung der Medikamente, unsere Telefonnummern etc.. Außerdem ist nun jedes Medikament ist mit seinem Namen und der Dosierung sichtbar auf der Packung beschriftet. Das hilft, wenn er mal irgendwo anders übernachtet oder der Babysitter da ist. Man will ja dem Kind und den Betreuern die Sicherheit geben, dass er gut versorgt ist!



Unser Sohn hat sich schon selbst geholfen, indem einen Mitschüler ansprach, der bekanntermaßen auch unter Asthma leidet. Diesen bat er um Tipps und tauscht sich so mit ihm aus. Auch das gibt Sicherheit.

Zusätzlich gibt es ein Asthmatraining, das wir bis jetzt noch nicht durchgeführt haben. Dort lernen die Kinder, sich bei einem Anfall richtig zu verhalten und Ruhe zu bewahren. Auch hierzu gibt es YouTube-Videos: Lippenbremse und atemerleichternde Körperstellungen, die man gut den Kindern zeigen kann.

Was ich noch suche, ist ein wirklich gutes Buch für Kinder, das ihnen verständlich / bildlich erklärt, was bei Asthma im Körper passiert und was man im Notfall tun kann. Aufklärungsarbeit bei Kindern ist mir immer enorm wichtig! Leider gibt es auf Deutsch nicht ganz so viel dazu (unglaublich, wie viel es zu dem Thema auf Englisch gibt). Gute Bewertungen haben z.B. das Aufklärungsbuch „So helfen Sie Ihrem Kind bei Asthma“ vom Verlag Oberstebrink sowie eine christliche Abenteuergeschichte eines asthmakranken Jungen „Tobi und die Geschichtenschlüpfmaschine“ vom SCM Verlag. Vielleicht habt ihr noch Buchtipps für mich?

Ich werde verrückt – gerade entdeckt: Die „Asthma-App“ fürs iPhone. Hiermit kann man sämtliche Messdaten im digitalen Tagebuch verzeichnen, sich an die Medikamenteneinnahme erinnern lassen sowie dem Arzt per Email die Daten zukommen lassen. Zusätzlich werden noch Pollendaten geliefert sowie Sofortmaßnahmen bildlich gezeigt. Der Knaller – und auch noch gratis!

Wenn ihr noch hilfreiche Tipps habt, freue ich mich über Kommentare.

Bleibt gesund!

Eure Stephie



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