Mein Test: Apple Watch vs. Jawbone Up3

1. Oktober 2015

Seit ein paar Monaten schon besitze ich das Jawbone Up3 und wollte immer mal darüber schreiben. Nun bekam ich die Apple Watch Sport zum Geburtstag geschenkt und gebe heute meine Erfahrungen preis: Apple Watch vs. Jawbone Up3 >> Welches Gerät kann was – und was (noch) nicht?

apple watch vs. jawbone up3 (1)

Design und Trageeigenschaft Apple Watch Sport vs. Jawbone Up3

jawbone up 3 silberDas Jawbone Up3 silber ist wirklich stylisch, wirkt wie ein modernes Armband, lässt sich toll anlegen und ist kaum spürbar am Arm. Ich trage es ausgesprochen gern, vor allem in der Nacht. Es sitzt gut und ist individuell einstellbar.

Apple Watch SportDas schwarze Apple Watch Modell ist auch sehr leicht und ich mag das Damenmodell. Auch wenn ich sonst gern große Uhren trage, wäre mir das Herrenmodell zu groß. Ich trage die Uhr mit schwarzem Silikonarmband und nichts stört – weder beim Arbeiten am Schreibtisch noch im Haushalt – auch beim Sport ist es angenehm auf der Haut. Das Zifferblatt lässt sich ganz easy nach Wunsch gestalten, es sind viele Möglichkeiten gegeben und diese werden immer weiter ausgebaut. 

Funktionen: Apple Watch vs. Jawbone Up3

Genau hier ist der große Unterschied! Während das Jawbone Up3 für den nicht mal hälftigen Preis eine unglaublich präzise und hilfreiche Technik liefert, wirkt die Apple Watch zunächst eher wie ein technisch hochwertiges „Spielzeug“. Jedes Gerät hat seine eigenen Funktionen und ich finde, sie ergänzen sich gut. Beide werden per Bluetooth mit dem Handy verbunden.

Um die Vorteile im Einzelnen näher zu erklären, zeige ich euch die derzeitigen Funktionen des Jawbone Up3 und was mir daran besonders gefällt – später gehe ich noch auf die Apple Watch ein. 

Die Schlaf-Aufzeichnung und das Bewegungsprofil, welche ich über das Jawbone abrufen kann, sind grandios! 

Schlafaufzeichnung Jawbone Up3Ich kann das Armband tragen und mein iPhone muss nicht in der Nähe liegen oder online sein – alles wird trotzdem aufgezeichnet. Sobald ich dann später das Jawbone über die App synchronisiere, speichert die App alle Daten, die auf dem Band sind. Meine Herzfrequenz wird dauerhaft aufgezeichnet und inzwischen muss ich nicht mehr zwischen Wach- und Schlafmodus schalten. Ich bin begeistert, wie genau mein Schlaf-Wach-Rhythmus aufgezeichnet wird. Beim Schlafen stört mich das Band überhaupt nicht am Arm. So kann ich ablesen, wie lange ich im Tiefschlaf war, wie häufig ich in der erholsamen REM-Phase war und wie oft ich aufgewacht bin. Noch dazu misst es meinen Ruhepuls – und zwar ohne Aufforderung. Wofür ich das brauche? Ich finde es sehr hilfreich zu wissen, wie erholsam mein Schlaf war. Ich kann ins Detail gehen und sehen wie lange ich wach gelegen habe oder wie oft ich nachts aufgewacht bin. Ich finde das einfach spannend. Die Daten sind vergleichbar über Tage, Wochen und Monate.

Was aber der beste Clou am Jawbone Up3 überhaupt ist: 

Ich lasse mich über das Jawbone wecken! Ich kann einstellen, dass ich spätestens um sieben Uhr aufstehen muss, mich das Band aber frühestens eine halbe Stunde eher (individuell bestimmbar) wecken darf. Das Jawbone weckt mich über leichtes Rütteln am Arm, wenn ich in der Leichtschlafphase bin und bevor ich wieder in den Tiefschlaf gelange! Das Jawbone findet die für mich ideale Uhrzeit und ich erwache tatsächlich entspannter als sonst. Außerdem wird sonst niemand geweckt, wie das sonst durch das Klingeln eines Weckes der Fall ist!

Kennen wir das nicht alle: Ich wache um 6 Uhr auf und denke, ich könne ja noch eine Stunde schlafen, drehe mich nochmal um, falle dann in einen Tiefschlaf und komme um 7 Uhr überhaupt nicht mehr aus dem Bett. Ich fühle mich den ganzen Tag wie gerädert. Als ich die Apple Watch neu hatte, habe ich das Jawbone eine Woche lang nicht getragen – und habe tatsächlich einen großen Unterschied gespürt beim morgendlichen Erwachen. Nun mag ich in der Woche ohne Jawbone nicht mehr schlafen gehen.


Ich kann über „Smart Alarm“ einstellen, an welchen Tagen mich das Jawbone wann wecken soll. Meines ist nun auf Montag bis Freitag zur frühen Weckzeit eingestellt, am Wochenende soll es mich gar nicht wecken. Natürlich kann ich die Weckfunktion auch ganz ausstellen.

Außerdem kann mich mein Jawbone daran erinnern, dass ich nach einer gewissen Zeit der Inaktivität (z.B. durch Arbeiten am PC) aufstehen sollte. Auch hier rappelt es leicht am Arm, was ich eine gute Sache finde. Das ist sowohl beim Jawbone als auch bei der Apple Watch möglich. Allerdings ist das Jawbone hierbei präziser und tage- sowie stundenweise einstellbar: Beispielsweise während der Arbeitszeit zwischen 8 und 17 Uhr, aber nicht am Abend während ich gemütlich auf der Couch etwas lesen möchte… Bei der Apple Watch passiert es schon mal, dass es mir eine Erinnerung schickt, obwohl ich gerade erst aufgestanden war, um etwas zu Trinken zu holen. Da ist die Bewegungs-Aufzeichnung leider nicht so korrekt, das soll aber wohl verbessert werden.
Zudem hat das Jawbone weitere tolle Erinnerungsfunktionen, die ganz easy einstellbar sind. Dabei kann man sich an Medikamenten-Einnahme, Schlafenszeit, Trainingszeit etc. erinnern lassen. Auch das finde ich, ist eine tolle und hilfreiche Funktion – vielleicht auch für ältere Menschen. Dies würde auch mit der Apple Watch funktionieren, allerdings ist es da etwas komplizierter einzustellen. 

Sehr motivierend beim Jawbone Up3: Der Smart Coach

apple-watch-vs.-jawbone-up7Ich kann also nicht nur die Schritte ablesen, die ich bereits geschafft habe, meinen Schlaf messen lassen und meine Mahlzeiten eintragen, sondern bekomme auch täglich neue Tipps von meinem Smart-Coach in die App geschickt. Oft enthält es Tipps zu besserem Schlaf, gesunder Ernährung oder auch die Motivation, mehr Sport zu treiben! 

 

 

Nun zur Apple Watch – was kann diese und was (noch) nicht?

Die Apple Watch ist grundsätzlich erstmal meine echt chice Verbindung zum Iphone, wenn es denn in Bluetooth-Nähe liegt. Erinnerungen schickt es auch ohne Verbindung, doch die Funktionen wie Empfang von Nachrichten und Anrufen sind nicht möglich, sobald das Handy außer Reichweite ist. Bei uns zu Hause bedeutet das: Mein Handy muss sich auf der selben Etage befinden wie die Apple Watch. Genau das finde ich störend, denn gerade wenn mein Handy im Erdgeschoss liegt und ich aber im Dachgeschoss bin, wäre es doch besonders hilfreich, wenn ich einen Anruf über die Watch annehmen könnte. Klappt aber zumindest bei uns im Haus leider nicht. Dennoch ist diese Funktion eine tolle Sache. Auch wenn mein Handy in der Handtasche liegt und ich in einer Besprechung oder beim Stadtbummel bin, kann ich kurz schauen, wer mir eine Nachricht geschickt hat – ohne das Handy herauszukramen. Eine angenehme Spielerei für Technik-Affine. Die Beantwortung von SMS und Messenger-Nachrichten (Facebook) sind jetzt schon möglich, WhatsApp-Nachrichten werden zwar angezeigt, sind aber noch nicht erwiderbar (liegt nicht an der Uhr, sondern an der Technik von WhatsApp). Laut Mitarbeiter im Apple-Shop soll aber auch das bald möglich sein.

Fotos auf der Apple WatchIch kann sämtliche Fotos auf der Uhr sehen und Screenshots per Apple Watch erscheinen sofort in meiner Bildergalerie auf dem Handy. Schon sehr praktisch. Witzig, dass man per Klick auf die Watch den Auslöser des Handys betätigen kann, über den Sinn darf man streiten ;-)

Die Uhrzeit wird mir in einem individuellen Design angezeigt, sobald ich die Uhr bewege. Ansonsten ist sie einfach nur schwarz. Gefällt mir! Ich kann unterschiedliche Funktionen wie das Wetter, den nächsten Termin, meine Aktivität und das Datum direkt auf das Zifferblatt schicken – oder ich minimalisiere das Zifferblatt auf die Anzeige der Uhrzeit. Das allein begeistert mich an der Apple Watch! Diese Dinge funktionieren natürlich auch ohne Bluetooth-Verbindung.

Aktivitäts-Aufzeichnung Apple WatchDie Aktivitätsmessung funktioniert leider nicht so präzise wie beim Jawbone Up3, auch wenn die Apple Watch mit der besonderen Eignung für Sportler wirbt. Schade ist, dass ich hier nicht wie beim Jawbone nachtragen kann, wenn ich Sport gemacht habe. Beide Geräte dürfen nämlich laut Hersteller nicht mit in den Pool. Beim Jawbone kann ich nachtragen, wie lange ich welche Sportart in welcher Intensität ausgeübt habe, z.B. Schwimmen – mittlere Anstrengung – für 20 Minuten. Das kann die Apple Watch (noch) nicht! Hier muss ich eine extra App wie z.B. Runtastic nutzen. Das geht auch, ist ehrlich gesagt aber über das Handy besser einstellbar als über die Apple Watch. Genau dazu brauche ich die Apple Watch nämlich scheinbar nicht: ZUM SPORT! Wenn ich ohnehin mein Handy zum Walking mitnehme, um über Kopfhörer ein Hörbuch / Musik zu hören oder um im Notfall Hilfe holen zu können, dann brauche ich die Watch nicht wirklich. Sicher gibt es eine Aufzeichnung meiner Bewegung am Tag, wie lange ich im Sitzen verbracht habe und wie viele Stockwerke ich erklommen habe. Das kann ich mir direkt im Uhrendisplay neben der Uhrzeit anzeigen lassen oder per Wisch über das Display – wie beim iPhone. So habe ich auch ohne App eine kleine Bewegungs-Statistik auf den ersten Blick. Bei der Anzeige, dass ich zu wenig Aktivität an den Tag gelegt habe, entscheide ich mich dann vielleicht noch für einen Abendspaziergang. Das wiederum ist eine schöne Motivation! Angenehmer bei der Apple Watch ist, dass ich die passende App nur zu Einstellungen benötige und nicht wie beim Jawbone zum Ablesen / Auswerten der Daten. Das ist sicherlich der markanteste Unterschied in der Handhabung.

Die wichtigsten Apps vom Handy sind über Knopfdruck auf der Apple Watch sichtbar und nutzbar, dazu kann mir über Zuruf außerdem Siri helfen. Noch nicht alle Apps sind kompatibel mit der Watch, aber ich bin sicher, darauf müssen wir nicht mehr lange warten. Möglich, dass ich noch nicht alle Funktionen der Watch entdeckt habe, denn sie ist erst seit 3 Wochen bei mir ;-) 

Mein Fazit zum Test Apple Watch vs. Jawbone Up3

Beide Geräte sind technisch wirklich gut, bisher hatte ich noch keinerlei Probleme. Die Apple Watch sollte jede Nacht aufgeladen werden, das Jawbone Up3 kann fast eine Woche ohne Strom aushalten. Auch beim Laden ist das Jawbone wesentlich schneller, aber es muss ja auch weniger „leisten“.

Grundsätzlich freue ich mich sehr, sowohl die Apple Watch zu haben als auch das Jawbone Up3 – schließlich ist soviel Luxus nicht selbstverständlich. Beide Geräte ergänzen sich optimal: Die Apple Watch ist mein Begleiter am Tag, nachts trage ich gern das Jawbone – wegen der tollen Weckfunktion.
Bin ich nun völlig technisiert? Nein, auch wenn ich die Technik sehr mag, so bin ich durchaus in der Lage auch ohne Tracker zu sein. Zum Beispiel im Urlaub: Auf der Sonnenliege am Strand brauche ich keine Fitnesstracker, Weckzeit oder Termine am Handgelenk. Dort kann ich entspannen wie jeder andere Mensch auch – es ist ja meine Entscheidung, wie oft ich die vorhandene Technik nutze. Die eher mittelmäßigen Bewertungen über das Jawbone bei Amazon kann ich absolut nicht nachvollziehen. Möglicherweise habe ich ein neues, verbessertes Modell, habe es selbst aber über den obigen Link dort bestellt. 

Was ich mir wünsche: Dass beide Geräte wassertauglich werden, damit diese auch bei meiner derzeit favorisierten Sportart Schwimmen genutzt werden können! Das macht nämlich wirklich Sinn. Gegen Spritzwasser sind beide Geräte geschützt, angeblich auch beim Duschen, aber die Hersteller raten davon ab. Da wäre eine Verbesserung sinnvoll. 

Habt ihr vielleicht noch Tipps für mich oder konkrete Fragen zu einem der Geräte? Dann schreibt mich gern an oder kommentiert hier im Blog.

Alles Liebe, eure 

 

Persönlicher Erfahrungsbericht von Oktober 2015 über die Funktionen, Trageeigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten der zu dieser Zeit erhältlichen Modelle. 

 

Hier nochmal die Links (Amazon):

Jawbone Up3 silber 
Apple Watch

 

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Ich freue mich, wenn ihr meinen Artikel teilt:

8 Kommentare

  • Antwort Barbara 3. Juni 2016 at 17:57

    Das wäre für mich konkrete Utopie:
    Zu gern würde ich die Daten beider Geräte koppeln können.
    Nachts und für die sportlichen Stunden trüge ich gern mein UP3,
    wenn ich mich style, soll’s die Apple Watch sein.
    Alle Aktivitäten (Schritte, Kilometer,Kalorien und Schlafphasen usw.)
    wünsche ich mir gebündelt auf meiner iWatch.
    Das wäre höchster Komfort!

    • Antwort Stephie 4. Juni 2016 at 12:22

      Liebe Barbara,
      genau danach habe ich im Apple Shop gefragt und mir wurde gesagt, dass die Apple Watch „bald“ auch Schlafphasen etc. aufzeichnen kann. Das Jawbone und die Runtastic-App sind auf jeden Fall koppelbar, das habe ich auch schon gemacht. Hier werden dann die aufgezeichneten Schritte vom Abend ebenfalls aufgezeichnet und übertragen.

      • Antwort Barbara 13. Juni 2016 at 11:34

        Liebe STEPHIE,
        bezieht sich diese Info auf ein erweitertes BS oder auf eine Nachfolge-Watch?
        Eine Jawbone-App, die auf der Apple Watch ihren Dienst tut, habe ich im App-Store gesehen,
        was ich meine, bezieht sich nicht auf eine Anzeige der UP3 Aktivitäten, sondern um die
        ‚Übernahme‘ der mit Jawbone getätigten Kilometer, Schritte usw. i n die Sport-App der
        Apple Watch -, praktisch verschmolzen zu einer Information.
        Dank und Gruß –
        Barbara

  • Antwort Sascha 5. Februar 2016 at 17:28

    Sehr informativer und spannender Blog-Eintrag.
    Bin nur zufällig auf Sie gestoßen, komme jetzt aber bestimmt öfter mal vorbei.

    Beste Grüße

    • Antwort Stephie 5. Februar 2016 at 17:35

      Sehr gern! Freue mich über interessierte Leser… LG, Stephie

  • Antwort Patricia 1. Oktober 2015 at 10:46

    Hallo Stephie,

    vielen Dank für deinen interessanten und ausführlichen Bericht – ich habe selbst eine Apple Watch (-> und denke zur Zeit über den Kauf eines Jawbone-Clips nach – der Artikel kommt also wie gerufen ;-)

    Die Auswertung scheint wirklich viel ausführlicher zu sein als mit der Apple Watch…

    Um meine Schlafphasen zu analysieren und mich in einer Leichtschlafphase wecken zu lassen, nutze ich allerdings zur Zeit schon die Sleep-Cycle App für´s iPhone – klappt auch super – man muss das Smartphone nur nachts neben das Kopfkissen legen, damit es die Bewegungnen analysieren kann.

    Liebe Grüße,
    Patricia

    P.S.: Ich habe deinen Beitrag in meinem Apple Watch Bericht verlinkt – ich hoffe das ist o.k.? ;-)

    • Antwort Stephie 1. Oktober 2015 at 12:30

      Hallo Patricia,
      vielen Dank fürs Verlinken und die Extratipps hier an dieser Stelle. Mein Smartphone möchte ich auf gar keinen Fall neben dem Kopf liegen haben – predige ich auch immer meinen Kindern. Da bin ich echt empfindlich ;-). Da ist mir das Jawbone wirklich angenehmer, obwohl wahrscheinlich auch das Strahlen sendet. Mein Gefühl sagt mir etwas Anderes, aber genau weiß ich es nicht.
      Viele Grüße, Stephie

      • Antwort Patricia 2. Oktober 2015 at 10:17

        Hallo Stephie, ich stelle das Smartphone nachts natürlich in den FLUGMODUS – bin nämlich genau so empfindlich was die Strahlung angeht ;-) (selbst der Router ist so programmiert, dass er nachts nicht sendet…)
        Viele Grüße, Patricia

    Ich freue mich über Deinen Kommentar