Nur einen Horizont entfernt – Die perfekte Herbstlektüre

3. November 2015
Cover Nur einen Horizont entfernt

Bücher, die starke Ideen in sich tragen, lehrreich sind ohne belehrend zu wirken und obendrein auch noch spannend sind – diese Bücher empfehle ich gern weiter. So lege ich euch auch den Roman „Nur einen Horizont entfernt“ von Lori Nelson Spielman* ans Herz. Ich selbst habe diesen als Hörbuch genossen und war begeistert. Das einzige, was gegen das Hörbuch und für den Roman in Buchform spricht: ich hätte gern so manche Sätze aus der Geschichte aufgeschrieben, um diese einzurahmen!

Sicher ist die Liebesgeschichte vorhersehbar, doch verstehe ich diese auch nur als Nebenschauplatz. Die eigentliche Story, die mich persönlich aufgewühlt hat, dreht sich um das Verzeihen: Hannah Farr ist TV Moderatorin und trotz dieses Jobs, mit dem sie doch sehr in der Öffentlichkeit steht, ist sie alles andere als selbstbewusst. Sie wurde als Mädchen in der Schule gemobbt und hat die Scheidung ihrer Eltern nicht gut verkraftet. Sie wuchs bei ihrem Vater auf, der kürzlich verstarb; zu ihrer Mutter hat Hannah seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr. Sie weiß nicht einmal, ob diese noch lebt. In der schwierigen Beziehung zu ihrem hoffentlich-bald-Verlobten lässt sie sich genauso unterbuttern wie auch von ihrem Chef.

Eines Tages bekommt Hannah Versöhnungs-Steine zugeschickt, die von der Frau stammen, die sie selbst verantwortlich macht für ihre schwere Teenagerzeit. Die Steine werden zunächst ignoriert und Hannah möchte sich gar nicht mit der Vergangenheit befassen, doch die Idee fasziniert sie auch beruflich: In einem Säckchen stecken 2 Steine: Ein Stein ist als Entschuldigung des Versenders für eine Untat in der Vergangenheit gedacht. Zum Zeichen, dass die Entschuldigung angenommen wurde, sendet der Empfänger diesen Stein zurück. Mit dem zweiten Stein soll der Beschenkte einen anderen Menschen selbst um Verzeihung bitten. 

Ist das nicht eine tolle Idee für einen Roman wie auch für das eigene Leben? Ich war sofort Feuer und Flamme.

Genauso empfindet auch Hannahs Chef, als er von den Versöhnungs-Steinen erfährt. Für Hannah beginnt ein Kampf um Joberhalt, Beziehungschaos und eigene Vergebung. Oft möchte der Leser Hannah zurufen: „Tu das nicht! Sei doch nicht dumm!“, was manche Rezensoren mit „flachem Charakter“ tituliert haben. Auf mich wirkt Hannahs Naivität durchaus sympathisch und sogar charmant. Von starken Frauen haben wir doch wirklich schon so viel gelesen… Hannahs blinde Freundin Dorothy bringt nicht nur Schwung, sondern auch wundervolle Lebensweisheiten in die Geschichte. Von ihr stammen die klugen Sprüche, die ich gern festgehalten hätte. Dorothy ist das erste „Opfer“ der Versöhnungssteine.

Es zeigt, dass die Vergebung einer großen Lüge wohl doch viel mehr erfordert, als der Mut, endlich die Wahrheit zu sprechen und um Verzeihung zu bitten.

Das Geheimnis um Hannahs Zerwürfnis mit der Mutter bleibt lange im Dunkeln, bis die Autorin es Stück für Stück ans Licht bringt. Wer muss hier wem vergeben und warum? Und wer ist der nette Weinbauer R.J. tatsächlich, den Hannah zufällig trifft und den wir Leser sofort als idealen Lebenspartner auserkoren haben? Der Roman „Nur einen Horizont entfernt“ ist getragen von einer tollen Idee, liest sich leicht und hat von allem etwas – einfach schön und lesenswert!

Macht es euch damit gemütlich, eure Stephie

 

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