Keine Kinder sind auch keine Lösung: genialer Rechts-Ratgeber für Frauen

4. April 2017
Stephie liest: Nina Straßner. Keine Kinder sind auch keine Lösung

Als ich bei Blogger-Kollegin Nina Straßner im Facebook-Feed las, dass endlich ihr neues Buch „Keine Kinder sind auch keine Lösung“ erschienen ist, habe ich es sofort bestellt. Denn Nina Straßner ist eine Frau von besonderem Format, deren Buch man unbedingt lesen muss, auch wenn man sich nicht in erster Linie für das Thema interessiert. Nina ist nämlich nur nebenbei Bloggerin bei Juramama und Kolumnistin bei Brigitte Mom, hauptberuflich ist sie Juristin und (hyper-)aktive Rechtsanwältin, aber sowas von!

 

 

Stephie liest: Nina Straßner. Keine Kinder sind auch keine Lösung

 

Ich lernte Nina kennen bei einem Vortrag in Münster, dessen an sich trockenes Thema „Recht zum Thema Bloggen“ sie sehr erfrischend und für Jedermann verständlich rüber gebracht hat. Sie füllte die Bühne auf ganzer Länge aus, indem sie hin und her lief, immer wieder Richtung Powerpoint Präsentation deutete und… sich aufregte. Und wenn Nina sich aufregt über so manche Gesetze, dann regt sie sich auf!

 

Schützenhilfe von der Juramama

So lautet der Untertitel ihres genialen Ratgebers „Keine Kinder sind auch keine Lösung*. Im Grunde gibt es für dieses Buch keine eindeutige Sparte, denn das Genre „Ratgeber“ ist viel zu eng gefasst für das, was Nina Straßner da produziert hat: Ein Feuerwerk an humorvoller Darstellung über Hindernisse unserer Justiz.

Es ist aber auch kein klassischer Roman. Es ist vielmehr ein Werk über Herausforderungen des Frau-und-Mutter-Daseins mit all seinen Facetten und sozialen wie juristischen Auswirkungen. Geschrieben mit intellektuellem Humor, der mich total anspricht.

Die Schützenhilfe, die wir hier von Nina Straßner erfahren, erhalten wir im Anschluss an witzig beschriebene Szenen des Alltags. Darin lässt sich die Autorin zwar humorvoll, aber äußerst kompetent über herrschendes Recht aus – und zwar so, dass es wirklich jeder nachvollziehen kann. Schließlich hat sie das Buch geschrieben für uns alle, die wenig zu tun haben mit Juristerei.

 

Kein Blatt vor dem Mund und dennoch keine große Fresse

Huch, wie schreibt die Stephie denn da plötzlich? Solcher Jargon ist doch eigentlich gar nicht ihre Art. Nö, da habt ihr Recht! Aber manchmal muss es einfach raus. So auch bei Nina Straßner. Wenn sie etwas aufregt – und das scheint recht häufig der Fall zu sein – dann macht sie den Mund auf. Doch leider kann sie im Gerichtssaal nicht immer sagen, was sie denkt. Ihr gedachtes „F*ck you very much“ muss sie etwas beschönigen und stattdessen so etwas sagen wie: „Diese Auffassung entbehrt jeder Grundlage.“

Diesen juristisch formulierten Satz, liebe Nina, wirst Du auch später nicht mehr los, kann ich dir sagen. Mein Vater ist ebenfalls Rechtsanwalt, ein „paar Tage“ älter als Du und dieser Spruch flutscht immer noch ungefiltert über den privaten Esstisch, sobald sich eine Gelegenheit ergibt. Möglicherweise sollte ich ihm mal Deine gedachte Formulierung vorschlagen – könnte amüsant werden.

 

Nina redet offen über die ideale Bettung kleiner Brüste beim Sex, über die Unmöglichkeit, sich nackt zu streiten und über die vielen netten Anekdoten, die das Leben mit Familie bietet. Dazu gehört die rechtliche Darstellung, wie es sich mit Kindern verhält, die sich schreiend auf dem Boden des Supermarktes wälzen ebenso wie die Folgen dessen, wenn unser Sechsjähriger eine Palme anzündet.

Wichtig ist ihr dabei, herauszustellen, warum Deutschland selbst Schuld am Geburtenrückgang ist. Als da wären das unfaire Steuerrecht, die quasi nicht vorhandene Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Chancenlosigkeit auf tolle Jobs für junge Frauen mit noch so guter Ausbildung und all die Steine, die die Deutsche Justiz den Familien dieses Landes in den Weg legt.

 

Im nächsten Leben wird Nina Straßner Hebamme …

Auf Seite 64 ihres Buches lässt die Autorin sich dazu hinreißen, im nächsten Leben auf Robe und Diktiergerät zu „pfeifen“ (ihre Wortwahl war drastischer) und Hebamme zu werden. Hebammen leisten eine wundervolle und wortwörtlich lebenswichtige Arbeit, die von Amtswegen viel zu wenig gewürdigt wird. Geburtshäuser schließen, die Hebammen werden finanziell überbelastet durch die gesetzlich vorgeschriebene und leider unbezahlbare Berufshaftpflichtversicherung. Nina suchte sich den Wolf nach einer Möglichkeit der Klage dagegen: Leider gibt es keine Chance – auch das regt sie besonders auf! 

In ihrem Buch kann sie sich so herrlich auslassen über die Themen Anerkennung der Frauen in der Berufswelt, sowohl finanziell als auch für die Belegung der Treppchen auf der Karriereleiter. Die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung, die dieses Buch mit so viel Humor leistet, regt zum Nachdenken, Mitdenken und Mit-Aufregen an. Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen, dass Kinderkriegen und das Konstrukt Familie wieder die Lobby bekommen, die sie verdienen!

 

Fazit der Autorin:

[…], dass es nicht darauf ankommt, was im Gesetz steht. Es kommt darauf an, was die Gesellschaft daraus macht. Wie sie Gesetze liest und interpretiert. […] Wir sind die Gesellschaft!

 

Stephie liest: Nina Straßner. Keine Kinder sind auch keine Lösung

 

Zu guter Letzt: wie ich das Lesen dieses Buch genossen habe

Mittags klingelte bei mir die Paketbotin, die mir gut gelaunt ein Päckchen vom BvB und eine Büchersendung überreichte. Beides riss ich gleich auf und freute mich über dessen Inhalt: Die Fanshop-Ware passte perfekt und das Buch von Nina Straßner musste ich gleich mal kurz blättern, ehe ich zurück an den Schreibtisch wollte.

Ich setzte mich mit einer Tasse Kaffee an die frische, aber leicht sonnengewärmte Luft und fing an zu lesen. Nach wenigen Seiten lachte ich bereits so laut, dass mein Sohn „zu Hilfe“ kommen wollte. Ich kam nicht umhin, meinen sechzehnjährigen Sohn mit einzelnen Textpassagen zu erquicken. Und in der Tat: Er setzte sich zu mir und wollte mehr davon hören. Herrlich!

Dazu muss ich allerdings sagen, dass es nicht zu empfehlen ist, dieses Buch mit Brille zu lesen. Das Problem: meine Lachtränen wollten sich schon nach 16 gelesenen Seiten nicht mehr stoppen lassen. Auch das Arbeiten konnte ich an diesem Tag getrost vergessen, denn es gab wichtigeres zu tun: Ninas Buch weiter zu lesen! Ich schrieb ihr gleich eine Nachricht, wie wunderbar ihr dieses Werk gelungen ist. Mit dabei: ein Foto von mir mit Einhornkuchen auf dem Schoss.

 

Natürlich wollte ich euch direkt von meiner Entdeckung berichten und euch auch dieses zauberhafte Video von Nina Straßner nicht vorenthalten. Darin sehen wir, wie erhebend es sein muss, das erste eigens geschriebene Buch in den Händen zu halten.

Herzlichen Dank, liebe Nina, dass ich dieses Video hier veröffentlichen darf!

 

 

Wer jetzt richtig Lust bekommen hat, das Erstlingswerk von Juramama Nina Straßner zu lesen, der kann dieses über folgenden Link* bestellen:

 

 

Ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß beim Lesen wie ich!

Alles Liebe, eure

Unterschrift Stephie

 

 

 

*Affiliate Link zu Amazon. Falls ihr das Buch über diesen Link bestellt, erhalte ich eine klitzekleine Provision, ohne dass es euch einen Cent mehr kostet. Für mich bedeutet das eine kleine Anerkennung für meine Arbeit und Mitfinanzierung des Blogs. 

 

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