Kinder allein auf Reisen – Tipps zur Vorbereitung mit Checkliste

26. Juni 2013

Oh je, die Kinder verreisen in den Ferien erstmalig allein oder gehen auf Klassenfahrt – ohne euch Eltern? Meist fragt man, ob die Kinder nicht Heimweh bekommen – aber vielleicht sollte man gleichzeitig auch hinterfragen, ob die Eltern das allein schaffen… Ich bin da für mich skeptisch, plane deshalb auch zur gleichen Zeit mit meinem Mann einen Urlaub – schließlich möchte ich nicht tagtäglich an den leeren Kinderzimmern vorbeilaufen :.-(

Die Aufregung in den Tagen vor Abreise ist groß, daher ist Organisation gefragt und wie immer hilft auch eine gute Vorbereitung.

 


Zunächst sollte man wissen, was vor Ort alles geboten / geplant ist, damit die Kinder angemessene Kleidung und Schuhe dabei haben und z.B. falls eine Tischtennisplatte am Haus ist oder Ausflüge gemacht werden, ggfs den eigenen Tischtennisschläger oder auch Fahrradhelm. Oft gibt die Schule / Organisation auch eine Packliste heraus. Falls nicht, habe ich hier eine hoffentlich allgemeingültige und praktische Checkliste erstellt.

Alle Klamotten legen wir gemeinsam raus und erstmal aufs Bett, um zu sehen, ob farblich alles zusammen passt und auch die Lieblingssachen dabei sind. Das gemeinsame Packen finde ich sehr wichtig, denn so wissen die Kinder auch, was im Koffer ist – und wer schon so groß ist, „allein“ in Urlaub zu fahren, ist auch groß genug, selbst zu packen!

Alles sollte mit dem Namen versehen werde, da helfen Bügel-/Klebeetiketten. Diese Etiketten sind bei uns das ganze Jahr über immer wieder verschiedentlich im Einsatz. Ich habe vor einigen Jahren mal günstige Handtücher in 2 Größen gekauft, worauf der Name der Kinder aufgestickt ist. Die sind von überallher immer wieder nach Hause gekommen! Die Anschaffung lohnt sich also auf mehrere Jahre gesehen.

Dann schauen wir nach einem geeigneten Koffer – am besten ist da wohl ein Trolley oder Sporttasche mit Rollen und langem Griff, die man hinter sich herziehen kann. Schleppen ist out! Als Kulturbeutel sind diese Hängebeutel mit Haken am Besten, alles andere wird im Bad unter Umständen nass. Dazu bekommt das Kind nur noch einen Rucksack, in dem sich der Reiseproviant, Geld und die wichtigsten Unterlagen befinden. Vor Ort kann dieser Rucksack dann auch für Ausflüge etc genutzt werden. Mehr Gepäck ist unnötig und lästig!! Hilfreich ist evtl. eine Tasche / Jutebeutel, die ganz klein zusammen zu falten und für kleinere Ausflüge, Shopping etc geeignet ist oder aber für die Dreckwäsche..
Die abgehakte Checkliste lege ich den Kindern immer mit in den Koffer, damit sie bei Abreise nochmal checken können, ob alles noch da ist und entsprechend nichts vergessen wird.

Badezeug sollte möglichst günstig und doppelt vorhanden sein, denn glaubt ihr wirklich, die Kinder waschen ihre Badesachen abends aus?? Rechnet lieber damit, dass die Klamotten teilweise nicht in bestem Zustand zurück kommen. Die Badelatschen oder Gummischuhe (Crocs o.ä.) können auch als Hausschuhe und Sandalen dienen, diese extra einzupacken, kann man sich sparen.
Damit die Kinder vor Ort auch ihren Spaß haben und nicht immer daran denken müssen, die teuren Sachen nicht zu verhunzen, packt ihnen lieber Kleidung ein, die auch benutzt werden darf. Macht euch keine Illusionen – meist wird nicht alles gebraucht, was eingepackt wurde. Es gibt dazu viele Anekdoten von Klassen- / Jugendfahrten, wie z.B. diese selbst erlebte: Unser Sohn war in der 4. Klasse erstmalig für 5 Tage von zu Hause weg, nämlich auf Klassenfahrt. Ein Haus direkt am Meer mit bestem Badewetter – richtig klasse! Leider hatte er bei Rückkehr am ganzen Körper Sonnenbrand, was mich sehr ärgerte (nicht alle Pädagogen achten wohl darauf). Ich fragte ihn, warum er sich nicht eingecremt habe – da meinte er, er habe ja keine Sonnenmilch dabeigehabt. „Öhem, die Sonnenmilch lag doch im Kulturbeutel ganz oben drauf!“, „Oh, Mama, den habe ich gar nicht geöffnet!“ Bääääh, naja, es waren 5 Tage.. Ich glaube, inzwischen ist er so groß, dass er selbst daran denkt, dass Zähneputzen und Waschen auch dann durchzuführen ist, wenn nicht Mama dahinter steht und Anweisung dazu gibt.. Oder ist auch das Illusion?

Ebenso solltet ihr nicht damit rechnen, von euren Kindern Post zu erhalten – selbst wenn ihr unterstützend Briefmarken und vorgedruckte Adressaufkleber mitgebt..

Es gibt meist eine Verabredung mit Veranstalter / Schule, was die Mitnahme von Handys und Elektronikartikeln betrifft. Diese sollte man unbedingt einhalten! Einen guten Vorschlag finde ich, dass Handy, mp3 oder Nintendo mitgenommen werden dürfen, aber beim Lehrer / Reiseleiter abgegeben werden. Alle 2 Tage gibt es dann eine „Handystunde“, in der die Handys auf Wunsch ausgeteilt werden und jeder Eltern oder Freunde anrufen oder ihnen simsen darf. Danach werden die Geräte wieder eingesammelt. Glück hat man als Eltern, wenn man sehr engagierte Lehrer / Betreuer hat, die allabendlich eine Email an alle Eltern schreiben, was die Kinder erlebt haben – gespickt mit Fotos. Das hat der Klassenlehrer meines Sohnes damals getan, was eine riesige Freude für uns Eltern war und da brauchte man auch keine Meldung der Kinder – man SAH einfach wie gut es ihnen ergeht. Verlangen kann man dies sicher nicht! Falls aber Lehrer/Innen hier mitlesen sollten – eine tolle Anregung, oder?



Was man als Eltern unbedingt schriftlich mitteilen sollte, sind Allergien und regelmäßige Medikamenteinnahmen. Dazu habe ich zusätzlich einen laminierten Zettel für die Tasche erstellt, damit man nochmal vor Ort alles nachlesen kann (dazu auch Tipps in diesem Post). Verlasst euch nicht auf eure Kinder, dass sie selbst daran denken! So vernünftig viele Kinder auch schon sein mögen, im Urlaub ist alles anders! Hilfreich für die Lehrer / Veranstalter ist auch immer der Hinweis, falls ungewöhnliche Verhaltensweisen zu beachten sind (panische Angst vor irgendetwas?) – viel peinlicher, wenn etwas passiert und keiner weiß Bescheid.. Sprecht auch vorher eingehend mit eurem Kind, dass es sich jederzeit an die Betreuer wenden darf und diese sicherlich gern weiterhelfen.

Ganz heimlich habe ich meinem Kind einen lieben Gruß in den Koffer geschmuggelt und sein Lieblingsstudentenfutter (selbstgemacht) in Portionen  für jeden Abend..

Nun bleibt mir noch, euch und euren Kindern eine tolle Urlaubszeit zu wünschen!

Kommt gesund wieder! Eure




Hier nochmal die Links zu meinen Listen:

Checkliste / Packliste (DIN A4)
Hinweiszettel für Betreuer/Lehrer (Druckformat 10 x 15 cm)

Diese Listen sind privat erstellt und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dennoch freue ich mich sehr auf eure Tipps, was ggfs. noch hinzuzufügen ist!

Print Friendly, PDF & Email
Ich freue mich, wenn ihr meinen Artikel teilt:

2 Kommentare

  • Antwort Anonymous 3. Juli 2014 at 18:09

    Meine Kinder wollten das auch machen und dann fand ich deine Seite. Da dachte ich mir: Das ist eine super Idee!! Das haben wir dann gleich ausprobiert und mir Gings genauso! Das hier ist außerdem ein super Blog :)
    Ich habe schon viele Ideen ausprobiert und dann auch mal was einfach gelesen echt super !!! Ich bin durch dich Vegan geworden (mit ein paar Aussetzern vielleicht) aber es macht TOTALEN Spaß viel Spaß beim bloggen weiterhin !!! :)

    • Antwort Stephies Blogpost 3. Juli 2014 at 18:45

      Freut mich sehr, dass Dir mein Blog gefällt und Du hier einige Dinge findest, die Dich weiterbringen. Dass Du durch MICH vegan geworden bist, macht mich besonders stolz. Da macht mir das Bloggen gleich nochmal so viel Spaß! Vielen Dank fürs Lesen! Alles Liebe, Stephie

    Ich freue mich über Deinen Kommentar