Kinder zum Schulerfolg führen – macht eure Kinder zum „Gernlerner“

27. Februar 2013

Aufreger der Eltern über die vielen Hausaufgaben, zu schwierige Arbeiten oder zu viel Unterrichtsstoff sind keine Seltenheit. Eine Frage, die viele Eltern immer wieder bei Elternabenden oder bei anderen Treffen stellen: Wie viel dürfen oder müssen wir den Kindern helfen?
Da scheiden sich die Geister, wie man so schön sagt. Ich persönlich kann nichts damit anfangen, wenn Eltern zu mir sagen: „Da müssen die Kids schon alleine durch – in meiner Schulzeit musste ich schließlich auch alles allein bewältigen und habe das irgendwie geschafft „.

Eines muss klar sein: Die HAUSAUFGABEN müssen die Kinder selbst erledigen. Natürlich dürfen sie kommen und nachfragen, wenn sie Hilfe brauchen. Aber man sollte dann nicht einfach die Lösung nennen, sondern das Kind zur Lösung führen („schau mal, wie ist es bei dieser Aufgabe…,“ o.ä.). Am liebsten erledigen die Kinder bis ca. zur Mittelstufe ihre Hausaufgaben im Umfeld der Mutter oder dem Vater. Unsere Kinder lieben es, sich an den Küchentisch zu setzen und mich im Blickfeld zu haben. Es macht sie nicht nervös, wenn ich hin und herlaufe, sondern wirkt eher beruhigend auf sie. Manchmal nehme ich mir derweil eine Kaffeepause – das tut mir und den Kindern gut. Wichtig ist natürlich, dass ich dann bei eventuellen Telefonaten den Raum verlasse, damit genug Ruhe für Hausaufgaben ist. Sollte ich mal keine Zeit für „Ruhe in der Küche“ haben, müssen die Kinder selbstverständlich ihre Hausaufgaben in ihrem Zimmer machen. Auch, wenn die Kinder beide am Küchentisch sitzen und während der Hausaufgabenzeit ein gegenseitiges Mitteilungsbedürfnis haben, löse ich die Situation auf und lasse sie in ihre Zimmer gehen. Kontrollieren muss man nur, wenn die Lehrer es empfehlen.

Einen tollen Tipp habe ich zum Thema Hausaufgabenerledigung von einem Profi bekommen: Alles, was außerhalb der Schule geübt werden muss, sprich Instrumente oder Mathenachhilfe-Hausaufgaben etc. sollten immer VOR den Schulhausaufgaben erledigt werden! Denn es ist einfacher für das Kind, wenn es weiß, nach den Hausaufgaben bin ich mit ALLEM fertig und kann spielen…

Zurück zur Hilfe bei den Schulaufgaben:
Beim VOKABELTRAINING sollte man schon helfen. Weiß das Kind allerdings jede 2. Vokabel nicht, muss es nochmal richtig üben. Oft hilft es, über mehrere Sinneskanäle zu arbeiten: hören (laut vorlesen), lesen und selbst schreiben. Man knickt einfach ein DIN A4-Blatt der Länge nach 1x hin und zurück, das Kind schreibt dann links die fremde Vokabel, rechts die Deutsche Übersetzung auf. Noch besser funktioniert es mit dem Karteikartensystem! Es gibt natürlich auch PC-Programme wie z.B. Phase 6, die sehr hilfreich (und eben auch passend zum Lehrbuch) sind und den Kindern auf moderne, interessantere Art und Weise das Lernen erleichtern.


Vor den KLASSENARBEITEN helfe ich meinen Kindern sehr viel beim Üben – den Nerv und die Zeit hat nicht jeder, das sehe ich ein. Es scheint aber effektiv zu sein. Ich schaue mir zunächst die Themen für die Arbeit an, alles was dazu im Heft geschrieben wurde und was die Bücher hergeben. Oft muss ich mich kurz einarbeiten, denn ich bin kein täglicher Hausaufgaben-Kontrolletti und weiß daher nicht immer, was gerade in der Schule Thema ist. Meine Hilfe sieht dann so aus, dass ich aus dem vorhandenen Material zunächst eine Klassenarbeit bastele. Das klingt arbeitsintensiv – ist es auch, aber wie gesagt Erfolg versprechend: Das Kind hat mit dem Thema zu Hause schon gearbeitet, bevor es in der Schule „ernst“ wird und ich weiß, was er / sie noch nicht verstanden hat. Dann geht es ans Auswerten der Probearbeit – ich bewerte dann in „super gut“, „schon gut gemacht, aber den einen Part üben wir noch“ oder „oha, wie viel Zeit haben wir noch, um das richtig zu lernen?“. Das Kind erfährt somit Sicherheit, alles zu können und geht viel lockerer in die Klassenarbeit. Ich bin keine Lehrerin, will ich anmerken und das ist auch nur meine persönliche Empfehlung zum Lernerfolg.

Meine Erfahrung zeigt, dass die Kinder diese Art der Vorbereitung toll finden. Manchmal kommen sie mittags nach Hause und sagen: „Mama, der/die Lehrer/in hat heute die eine Aufgabe genauso gestellt wie du in der Probearbeit! Das konnte ich total gut!“ Das ist keine Zauberei – einfach in Mathe die Zahlen austauschen und in Deutsch etc andere kleine Umstellungen. Falls es etwas schwieriger wird, Aufgaben zu erfinden, mache ich gern Gebrauch von Internetseiten wie www.klassenarbeiten.de (eher für weiterführende Schulen). Dort findet man auch direkt eine Lösungsseite. Die Aufgaben, die vorgreifen oder irrelevant sind, streichen wir dann einfach. Für Grundschüler gibt es eine brandneue Homepage, die sich derzeit im Aufbau befindet (Mathe ist schon gut gefüllt!), die jeweils themenbasierte Arbeitsblätter für alle Hauptfächer zum Ausdrucken anbietet: www.grundschulkoenig.de

Ansonsten gibt es noch tolle Arbeitshefte zu kaufen (s. Foto oben) – für die Grundschule gefallen uns am besten die Lerndrachen oder Duden-Lernhefte, für weiterführende Schulen bekommt man oft die passenden Klassenarbeitstrainer zum Schulbuch (dann muss man auch nicht die Probearbeit selbst basteln ;-) als Heft oder CD-Rom, je nachdem womit das Kind lieber lernt.


Außerdem sind unsere Merkzettel sehr hilfreich. Ich schreibe auf DIN A4 per PC die wichtigsten Regeln oder Merkwörter übersichtlich auf. Dieser Zettel wird in den Tagen vor der Klassenarbeit an den Schrank am Essplatz angeheftet, so dass das Kind immer wieder darauf guckt und sich alles einprägt.

Auch zu sachkundlichen Themen für UNTERRICHTSBETEILIGUNG findet man im Internet alles, was man braucht (www.wissenskarten.de; www.fragfinn.de; www.blindekuh.de oder einfach Google). Schon in der Grundschule sammelt man „Punkte“, wenn Material mitgebracht wird, das zum Thema passt. Anfangs habe ich dabei meinen Kindern geholfen, inzwischen finden sie fast alles allein und erstellen damit geforderte Referate oder drucken einfach mal eine Seite für den Unterricht aus. Machen wir uns keine Illusionen – das hört mit zunehmender Pubertät auf… und Musterschüler sind meine Kids auch nicht! Aber wenn früh das Interesse am Lernen und Unterrichtsbeiträgen geweckt wird, kann es keinesfalls schaden. Gestern zum Beispiel musste meine Tochter (3. Klasse) ein mittelalterlich geschriebenes Rezept „übersetzen“ und fragte, was Safran sei. Ich fand im Küchenschrank ein kleines Döschen (leider schon abgelaufenes) Safranpulver und sie nahm es heute morgen stolz mit zur Schule – sie war schließlich nicht das einzige Kind, dem Safran nicht geläufig ist. So etwas finde ich toll und ich freue mich, wenn die Kinder sich interessieren und über mein kleines Dazutun dazu animiert werden, sich am Unterricht zu beteiligen.

Schließlich haben die Kinder heute mehr zu tun, zu lernen und zu leisten als wir früher (ich spreche hier mit „wir“ ausschließlich von der 80er-Jahre-Schulgeneration) – den Druck des Turboabiturs merkt man schon in der Grundschule. Leider gibt es das kaum noch, dass die Kinder nach den Hausaufgaben einfach nach draußen laufen und mit den anderen Kindern der Nachbarschaft spielen. Zu viele Termine wie Sport, Musik etc verstopfen den Wochenkalender der Kinder. Da sollten wir auch schonmal helfen, wenn es in der Schule klemmt! Wenn sich der erste Erfolg der ausgesuchten Methoden einstellt, lernen die Kinder auch lieber und sind interessierter im Unterricht dabei. „Das kann ich“ macht stark und selbstbewußt! Und: ist es nicht ein wunderbares Gefühl, den Erfolg mit den Kindern gemeinsam feiern zu können – anstatt sie allein in ihr Zimmer zum Lernen zu schicken und sie machen zu lassen, nachher zu schimpfen, wenn eine schlechte Note kommt? Hat man gemeinsam geübt, weiß man doch, dass sich das Kind alle Mühe gegeben hat – wenn es trotzdem nicht gereicht hat, muss man schauen woran es liegt, aber Schimpfe für schlechte Noten gibt es bei uns nicht. Ausnahme: „Ups, ich hatte vergessen, dass wir eine Arbeit schreiben und gar nicht geübt“ – wenn daraus eine schlechte Note entsteht, muss man schon reden. Aber das kommt bei uns zum Glück äußerst selten vor, da die Kinder sich selbst viel besser fühlen, wenn sie gut vorbereitet in eine Arbeit gehen.

Fazit: So lernen die Kinder zu lernen. Wir müssen ihnen aber Hilfsmittel an die Hand geben, damit sie ihren eigenen Weg zum Lernerfolg finden.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch! Welche Methoden wendet ihr an? Schreibt mir bitte über die Kommentarfunktion (wird anschließend von mir freigeschaltet, auch anonym möglich).

In diesem Sinne viel Erfolg,












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1 Kommentar

  • Antwort Anonymous 26. Mai 2013 at 12:37

    Hallo Stephie, eine ganz tolle Möglichkeit, Vokabeln zu lernen finde ich http://www.vokabel-onlne.de. Das ist kostenlos, man gibt seine Vokabeln ein und die Kids können unbegrenzt oft lernen. Ich kann dann über die Statistik-Funktion sehen, welche Wörter wie falsch geschrieben wurden, das kann ich auch ausdrucken und dann nochmals gezielt üben. lg lamperliese

  • Ich freue mich über Deinen Kommentar

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