Schulwechsel: Abschied und Neuanfang

10. Juli 2017
Schulwechsel: Abschied und Neuanfang

Der Schulwechsel unserer Tochter stellte uns an sich schon vor besondere Herausforderungen, wie ich euch in diesem Artikel bereits berichtete. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen, auf die einige Leser hier noch warten: Wir haben dem Wunsch unserer Tochter nachgegeben und sie beim städtischen Gymnasium angemeldet.Schulwechsel: Abschied und Neuanfang

 

Schweren Herzens habe ich heute Morgen bei meinem letzten Kiosk-Dienst die Kündigung für die private Gesamtschule abgegeben, in der wir uns so sehr zu Hause fühlten. Ja, nicht nur ich als Mutter fühlte mich hier heimisch, auch unsere Kinder gingen hier sehr gerne zur Schule. Unser Sohn ist schon seit letzter Woche nicht mehr an der Schule, da er den Abschluss der zehnten Klasse bereits in der Tasche hat. Diese Schule bietet leider kein Abitur an, daher wechselt unser Sohn nun zum Wirtschaftsgymnasium der Nachbarstadt. Bei ihm ist also alles in trockenen Tüchern und er geht straight seinen Weg, wie wir ihn kennen.

Dass unsere Tochter nun in wenigen Tagen auch die Schule verlässt, fällt mir immer noch schwer. Beim Klassenausflug letzte Woche bin ich als Begleitperson mitgegangen, um den Lehrer zu unterstützen. Es gab eine tolle Stadt-Rallye und anschließendes Grillen auf einer privaten Wiese mit Pool. Kurz vor Ende der Veranstaltung, als die Eltern ihre Kinder dort abholten, gab es unter anderem eine sehr schöne Abschiedsrede für meine Tochter und mich. Es regnete derweil Sturzbäche und ich war froh, dass keiner den Unterschied zwischen Regenwasser und Tränen erkennen konnte. Ich war emotional ziemlich ergriffen.

 

 

Jedem Abschied folgt ein Neuanfang

Der Abschied von der „alten“ Schule meiner Kinder wurde mir gleich mehrfach versüßt, indem ich von vielen Eltern herzliche Worte und tolle Aufmerksamkeiten bekommen habe. Jeder von ihnen, der mich vermissen wird (und ich sie natürlich ganz genauso), hat mir auf den Weg gegeben, dass in diesem Abschiedsschmerz auch der Zauber des Neuanfangs wohnt

Es wird ein neues Umfeld, eine neue Klasse geben für unsere Tochter. Welche genau es sein wird, das erfahren wir erst bei der Anmeldung zum letzten Tag vor den Ferien. Ja, so spannend wird es noch für uns. Da wir über einen Test bei einer renommierten Psychologin erfahren konnten, dass unsere Tochter mehr als überdurchschnittlich begabt in Sprachen ist, versuchen wir nun, sie in eine bilinguale Klasse zu bekommen. Diesen Test haben wir auf Anraten von Profis in diesem Bereich machen lassen, denn wir selbst haben nie bemerkt, dass unsere Tochter hochbegabt ist. Sie ist für uns ein ganz normales Mädchen mit vielen Interessen und Fähigkeiten.

Natürlich ist sie für uns immer etwas Besonderes, egal, was solche Tests hervorbringen. Tatsächlich wird eine Hochbegabung selten entdeckt, wenn die Kinder so anpassungsfähig wie meine Tochter sind, die gar nicht unbedingt Bestnoten schreiben. Eher gibt es Ersatzhandlungen, die gute Psychologen darauf bringen, dass ein Kind in der Schule unterfordert ist.

Der Antrag, unsere Tochter doch noch in die achte statt siebte Klasse geben zu können, scheiterte leider am hiesigen Schulgesetz. Nur bei besonders guten Leistungen könnte sie nach einem Halbjahr gegebenenfalls eine Klasse höher eingestuft werden. Nun wird geprüft, ob sie in der Lage sein wird, in eine bilinguale Klasse zu wechseln, obwohl sie diesen Zweig ja bislang noch gar nicht verfolgt hat. Sie müsste also nicht nur in Französisch einiges büffeln, sondern auch den Anschluss an die wesentlich weiter fortgeschrittene Englisch-Klasse finden.

Schafft sie das denn? Nach Information der Psychologin könnte sie das gut schaffen. Ich habe keinen Überblick, wie viel es da nachzulernen gibt. Auch wenn das Können erwiesen ist – was ist denn mit der angeborenen Faulheit? Ich möchte jetzt auch nicht tagtäglich mit ihr in Streit geraten, weil die jeweilige Lerneinheit noch nicht absolviert ist. Sie soll doch auch ihren neuen Freundeskreis aufbauen können und den jetzigen gut pflegen können – ihre Teenager-Zeit gut ausleben dürfen! Andererseits wollen wir sie nicht der ständigen Unterforderung aussetzen, damit es nicht irgendwann zu Ersatzhandlungen kommt. Nun denn, warten wir es ab, wie die Schule überhaupt entscheiden wird.

 

Zitat: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne... Hermann Hesse

 

Wohlverdiente Ferien sollen Erholung bringen

Anstatt schon anzufangen zu lernen, sollen wir unserer Tochter zunächst die sechs Wochen Ferienzeit zur Erholung gönnen. Nur so könne sie sich in Ruhe auf die neue Schule, Lehrer und Schüler einstellen und freuen. Verhageln wir ihr die Ferien mit Lernplänen, könnte das nach hinten losgehen. Die Ferien sind zur Erholung da und in der Schulzeit wird gepaukt!

Auch für uns Eltern ist der Urlaub schöner, wenn nicht immer das Französisch-Buch mitreist und wir uns nicht um schlecht gelernte Vokabeln zanken. Meine Meinung darüber, dass Kinder nicht nach ihrer schulischen Leistung bewertet werden sollen, habe ich in diesem Artikel schon einmal kund getan. Darin geht es darum, wie wir unsere Kinder bei schlechten Zeugnissen aufbauen können, anstatt sie abzukanzeln und noch mehr zu frustrieren.

Ich bin davon überzeugt, dass unsere Kinder irgendwie ihren Weg machen werden – so gut wie es eben geht. Vielleicht sind zum Erreichen des persönlich gesetzten Ziels manche Umwege notwendig. Wer kann das schon voraussehen? Doch sie werden sich beide Mühe geben und für ihre Ziele kämpfen. Denn das, was sie wirklich wollen, dafür zeigen sie auch den notwendigen Einsatz. Auch wenn sie beide nicht höher springen werden als sie müssen, so wird doch am Ende alles gut werden. Ich vertraue meinen Kindern und daher dürfen sie ihre Ferien genießen mit allem, was dazu gehört.

 

Ich wünsche euch schöne Ferien und eine tolle Familienzeit!

Eure

Unterschrift Stephie

 

 

P.S.: Für eure Ferien zu Hause oder unterwegs habe ich das Stadt-Land-Quatsch Spiel für euch kreiert, das ihr kostenlos downloaden und ausdrucken könnt. Viel Spaß damit!!

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2 Kommentare

  • Antwort Mamamulle 11. Juli 2017 at 14:46

    Alles Liebe für deine Tochter! Was sagt sie selber denn zum eventuellen überspringen einer Klasse? Für mich wäre das ja damals gar nix gewesen, ich habe Schule gehasst und dieses ständige Lernen bis abends… finde diesen Leistungsdruck fürchterlich und dieses Bewerten über Noten, wie du sagst. Wollte deswegen auch nicht aufs Gym, um es etwas enspannter zu haben. Bin gespannt, wie es bei uns nächstes Jahr wird. Deiner Tochter und dir alles Liebe für den neuen Start, jetzt aber erstmal happy Sommerferien. =)

    Liebe Grüße vom Mamamulle-Blog <3

    • Antwort Stephie 12. Juli 2017 at 16:48

      Liebe Mamamulle,
      danke für deine Worte. Meine Tochter ist ja diejenige, die unbedingt zum Gymnasium möchte. Wir hatten eine andere Schule ausgewählt, in der sie es leichter und behüteter hatte. Sie würde viel lieber die 8. Klasse besuchen als die 7. zu wiederholen. Also, von mir hat sie ihren Lerneifer nicht 😉
      Ich wünsche euch auch wunderschöne, erholsame Ferien mit viel Sonne.
      LG, Stephie

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