30 Tage Ostküste USA mit Kindern

26. August 2016
Southampton, USA Bildcollage

Die Ostküste USA mit Kindern zu entdecken hat uns allen großen Spaß gemacht. Ich selbst habe an der Ostküste zuvor außer Florida bislang nur New York City bereist. Von New York aus erkundeten wir die wundervollsten Orte von Washington D.C., New England und bis in den Norden nach Boston.

Folgende Karte könnt ihr nach Belieben zoomen. Per Klick auf eine der Markierungen lest ihr, wann wir am jeweiligen Ort waren. 

 

Unsere Stationen an der Ostküste USA im Einzelnen:

New York City – Philadelphia (PA) – Washington, D.C. – New Haven (CT) – Cape Cod (RI) – Boston (MA) – Newport (RI) – Southampton (NY) – New York City

Auf diesem wunderschönen Roadtrip entlang der USA Ostküste habe ich über 2.000 Fotos geschossen und einige Videos gedreht. Einige von euch haben unsere Reise live miterlebt über meinen Instagram-Feed

Wir haben über 2.000 km Strecke zurück gelegt und dabei etwa sieben Staaten der USA durchkreuzt. Da sich eine Reise von 30 Tagen schwierig in einen Artikel pressen lässt, gibt es demnächst im Blog noch ein Special zu den drei großen Städten New York, Washington D.C. und Boston. 

Unsere Reiseplanung: 30 Tage Ostküste USA mit Kindern

Mein Mann ist derjenige im Haus, der alle Reisen bucht, nachdem die Familienkonferenz eine ungefähre Route festgelegt hat. Ich gebe zu, dass ich hochgradig nervös war, als mein Mann mir die Reiseplanung mitteilte: Es gab keine! Er hatte lediglich unsere Flüge nach und von New York gebucht sowie das erste Hotel in Manhattan. Fertig! Er wollte flexibel bleiben und je nach Lust und Laune vor Ort entscheiden, wie lange wir an den vorher ausgesuchten Orten bleiben. 

Das war eine der schönsten und unkompliziertesten Reisen, die wir je unternommen haben! Wir spürten alle vier genau, wann es Zeit ist, das nächste Ziel anzusteuern. Am Abend zuvor buchten wir online das Hotel für die nächste Nacht. Da wir an einigen Orten länger blieben, war das ein nicht allzu großer Aufwand. 

Warum wir die Ostküste USA mit Kindern im Sommer bereisten 

Die gesamten vier Wochen lang brannte der Lorenz mit gefühlten 40 Grad im Schatten – allerdings ohne Schatten. Außerdem ist doch die schönste Zeit in New England der Indian Summer, der ab September dort erwartet wird.

Diese Rundreise wollten wir keinesfalls in zwei Wochen Herbstferien durchziehen. Dafür sind die zu fahrenden Strecken wirklich zu weit. Wir nahmen uns möglichst nur 200 Meilen zwischen den einzelnen Zielen vor. Allerdings hatten wir auf fast allen Strecken viel Stau, sodass wir auch mal vier bis fünf Stunden für 200 Meilen brauchten. Die längste Strecke über 400 Meilen – zwischen Washington D.C. und New Haven – kostete uns acht Autostunden. Dank zuvor geladener Hörbücher für die Kinder war es erträglich, doch allemal anstrengend. Diese Route ist sicherlich auch in drei Wochen machbar, doch wir haben die Erholungszeiten tatsächlich gebraucht.

Nun ein kurzer Abriss unserer Erlebnisse auf der Rundreise an der Ostküste der USA:

 

New York City (5 Nächte)

New York City, Ostküste USA

Am Flughafen JFK gelandet, war es unerträglich heiß, doch das Gewitter folgte sogleich. Im Stau vor Manhattan blitzte und donnerte es aus bis dato heiterem Himmel, gefolgt von Starkregen, den es bei uns selten in der Art gibt. Sicher kamen wir im Hotel direkt am Central Park an. An den folgenden Tagen erkundeten wir zu Fuß die Stadt von der Fith Avenue bis zum Broadway, Times Square, Empire State Building und dem 9/11-Museum mit einem unfassbaren Blick vom One World Center. Per Mietwagen fuhren wir nach Brooklyn und mein Mann steuerte „unser Schiff“ weiter sicher durch viele Straßen des Big Apple. Morgens genoss ich meine Jogging-Runden im Central Park, einmal sogar mit einem Livekonzert von James Bay. Dazu lest ihr mehr in meinem detaillierteren New York City mit Kindern-Special.

Philadelphia (2 Nächte)

Philadelphia / Philly. Ostküste USA

Philly, wie die Amis diese Stadt liebevoll nennen, war nach unserem Besuch in NYC nicht so wie vermutet. Gerade am Tag vor unserer Ankunft in Philadelphia war Hillary Clinton zwecks Wahlkampfes im Convention Center. Manche Häuser waren aufgrund dessen zwar noch hübsch geschmückt, die Stadt wirkte aber unbehaglich und erdrückend auf uns. Daher nutzten wir den folgenden Tag für einen Ausflug in die größte Mall der USA: King of Prussia. Wir bummelten durch die klimatisierten Geschäfte und kehrten erst am Nachmittag zurück nach Philadelphia. Natürlich unternahmen wir noch Spaziergänge durch die Straßen der Stadt, um dieser noch eine Chance zu geben. Ein tolles Gefühl war es, am letzten Morgen vor dem Frühstück mit meinem Sohn zu den Rocky Steps zu laufen und die Treppen hoch zu joggen. Yeah! 

Washington, D.C. (3 Nächte)

Washington, D.C. Ostküste USA

Diese Station war eine der schönsten der Tour an der Ostküste USA mit Kindern. Hier wären wir gern länger geblieben! Trotz sengender Hitze liefen wir zu Fuß zum White House. Auf unserem Weg dorthin sahen wir sogar zwei Hubschrauber, worin in einem von ihnen ganz sicher Präsident Obama saß.

Wir erkundeten die Stadt Washington D.C. so systematisch, wie sich diese präsentiert. Die Museen-Landschaft ist beispiellos, die Stadt ungeahnt sauber und an der hübschen Waterfront kann man den ganzen Tag dasitzen und die Landschaft genießen. Wir verbrachten wundervolle Tage hier, von denen ihr hier in meinem Bericht  „Washington D.C. – Das musst du sehen!“ noch viel mehr erfahrt.

New Haven (1 Übernachtung)

Yale University, Ostküste USA. Bildcollage

New Haven zu besuchen war der besondere Wunsch von Mama und Tochter :-). Wir sind Fans der amerikanischen Fernsehserie Gilmore-Girls. Tochter Rory geht als Studentin nach Yale, wo einige Szenen spielen. Selbstredend mussten wir T-Shirts, Kappen und Sweat-Jacken mit dem Emblem von Yale haben. Eine Führung in den alten Gemäuern lohnt sich in jedem Fall.

Die Stadt New Haven ist geprägt von der Elite-Universität, die wohl zum größten Teil aus zum Campus zugehörigen Gebäuden besteht. Beim Abendspaziergang sahen wir einerseits glatt gebügelte Studenten aus vermutlich betuchtem Elternhaus neben obdachlosen Menschen, die sehr höflich um einen Dollar bettelten. Es wirkte fast so, als gäbe es keine Mittelschicht. Ein niedlicher Ort, der bequem in einem Tag durchstöbert ist.

Auf dem Foto oben ganz rechts seht ihr eine ehemalige Kirche, die zur Bibliothek für die Studenten von Yale umgebaut wurde. Diese hat uns besonders beeindruckt. Auf der rechten Seite des Kirchenschiffs werden die Studenten registriert und können die gewünschten Bücher anfragen. Auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich ein riesiges Wohnzimmer zum Lesen und Arbeiten. Doch die meisten Studenten nehmen die Bücher mit in ihre Studentenbude, wurde uns erzählt.

Wellfleet, Cape Cod  (1 Nacht)

Cape Cod. Wellfleet, Ostküste USA

Cape Cod ist eine kleine, zauberhafte Halbinsel in der Bucht vor Boston. Bei schon untergehender Sonne kamen wir am Marconi Beach an und wir freuten uns über die salzige, angenehm kühle Luft auf der Haut. So waren wir doch schon viele Tage in großen Städten unterwegs, geplagt von der brennenden Sonne. Die Seeluft ließ uns spüren, dass wir dringend Entspannung brauchten. So wollten wir gern die Nacht auf Cape Cod für das Wochenende verlängern, doch das war spontan unmöglich. Wir hätten in keinem der zahlreichen Hotels zwei Zimmer bekommen. Am Strand gab es ein übergroßes Schild, auf dem vor Haien gewarnt wurde. Hier wollten wir dann auch nicht schwimmen.

So fuhren wir bis zum äußersten Zipfel von Cape Cod: nach Provincetown. Wir erwarteten ein hübsches, verschlafenes Fischerdorf. Es kam aber ganz anders: Provincetown ist eine Hochburg für gleichgeschlechtliche Paare, die ihre Liebe sehr offen ausleben. Mir persönlich machte das überhaupt nichts aus, doch die Kinder wussten gar nicht, wohin sie zuerst schauen sollten. Die Auslage einiger Geschäfte veranlasste meinen Mann dazu, unseren neugierigen Teenies die Augen zuzuhalten. Dazwischen sahen wir Familien mit kleinen Kindern, die die Stadt enorm bunt machten. Ein sehr lustiger Abend, der uns lange in Erinnerung bleibt.

Boston (5 Nächte)

Boston, Ostküste USA. Bildcollage

Auf dem Weg von Cape Cod nach Boston kamen wir durch sehr gepflegte Orte wie Brewster und Dennis, wo offenbar einige reiche Menschen eine Sommerresidenz haben. Es machte einfach Spaß, durch diese Straßen zu fahren und sich diese schönen Häuser anzuschauen. Schließlich in Boston fühlten wir uns richtig angekommen in New England. Die Architektur erinnert sehr an London und es gefiel uns hier auf Anhieb. 

Unsere Highlights in Boston: Blick vom Hub of the Top über die Stadt, Shopping auf der Newbury Street, Shakespeare im Park und die Seele, die Boston in sich trägt.

Newport (5 Nächte)

Newport, Ostküste USA. Bildcollage

Wir sind absolut verliebt in Newport. Das Hafenstädtchen in Neu England hat eine besondere Eleganz, ohne aufgesetzt zu wirken. Der winzige Leuchtturm könnte gar der kleinste seiner Art auf der Welt sein.

Restaurants und Geschäfte sind teilweise umgeben von Wasser. Yachten stehen hier und da direkt nebenan und über gepflegte, hölzerne Bootsstege sind Segelschiffe für Ausflugsfahrten zu erreichen.

Auf dem Foto seht ihr fangfrischen Lobster mit Maiskolben und Zitrone für unfassbar günstige 15 Euro. Essen und wohnen ist in New England sagenhaft teuer, wie wir es noch nirgendwo sonst erlebt haben – und wir sind schon viel gereist. 

Die Ben & Jerrys Eiscreme schmeckt hier ganz besonders gut. Wer weiß denn, dass dieses beliebte Eislabel seinen Hauptsitz in Neu England hat? Ich wusste es aus dem Reiseführer ;-). Am Hafen wollten wir uns den ganzen Tag aufhalten, auch wenn wir aufgrund der unerträglichen Hitze immer wieder Schatten und Klimaanlagen aufsuchen mussten.

 

Für die Kinder gab es am letzten Abend über offenem Feuer gegrillte Marshmellows, eingequetscht in ein Sandwich – wie sich das gehört. Begeistert hat uns auch der Stadtteil oberhalb des Hafens, wo Museen wie das Welt-Tennis-Museum und weitere, sehr chice Läden zu finden sind. Alles ist sehr sauber, aufgeräumt und einfach hübsch gemacht. Überall tauchte das Logo der Ananas auf, die wohl ein Wahrzeichen für Newport ist, als die Fischer ihren Frauen Ananas von den langen Reisen mitbrachten. 

Beim nächsten Besuch in Newport möchte ich unbedingt in einem der zuckersüßen Bed & Breakfast Hotels übernachten. In das Bayberry Inn habe ich mich im Vorbeifahren verliebt.

Long Island, Southampton (4 Nächte)

Southampton, Ostküste USA, The Hamptons

Unsere Reiseroute enthält so viele wunderschöne Orte, dass es mir schon fast unangenehm ist zu sagen, dass auch Southampton zu den ganz besonderen Städten gehört. Die Fotos sprechen Bände! Die South Fork (da die Halbinseln durch Wasser getrennt sind, sehen sie auf der Karte aus wie eine Gabel), besser bekannt als die Hamptons, sind gespickt mit Sommersitzen der Promis und der New Yorker Oberschicht. Kleine, weiße Holzhäuser säumen die Innenstadt, was besonders edel aussieht. Umso mehr freute es uns, dass auch in den guten Restaurants kein Jackett- und Krawattenzwang bestand. Die Menschen gaben sich hier betont locker, obwohl so mancher Gast per Chauffeur in die Stadt gekarrt wurde. An den Stränden allerdings blieben sie lieber unter sich, indem ihre Beach Clubs nur für Mitglieder betretbar sind. Einige haben selbstverständlich einen Privatstrand an ihrem prunkvollen Ferienhaus.

 

Kurzer Rundumblick am #coopersbeach 🏊🏻

Ein von Blog EinfachStephie (@einfachstephie) gepostetes Video am

Doch die öffentlichen Strände dieses Teils der Ostküste USA sind eine solche Wucht, dass ich gar nicht erst in solch einen elitären Club hinein möchte. Besonders angetan hatte es uns der Coopers Beach – mit weißem, sehr feinen Sand, kleiner Gastronomie und sauberen Toiletten. Die Wellen schlugen am letzten Tag so hoch, dass selbst mein Mann sich kaum auf den Beinen halten konnte. Wer ihn kennt, der weiß, dass den so schnell nichts umhaut.

In den Hamptons haben wir uns wunderbar erholt und waren hier nicht zum letzten Mal!

Back in New York City (4 Nächte)

Wer jetzt noch hier mit liest, der hat wirklich Ausdauer ;-) So eine lange Reise ergibt einen doch recht langen Bericht, auch wenn ich die großen Städte nur angerissen habe. Und glaubt mir, ich hätte noch viel mehr zu erzählen. 

Geplant waren hier ursprünglich 5 Nächte. Doch plötzlich wurde uns mitgeteilt, dass der Rückflug gestrichen sei. Das versetzte uns kurzfristig in leichte Panik, da unsere Kinder wieder zur Schule mussten. Zum Glück hat mein Mann regelmäßig seine Emails gecheckt, denn sonst wären wir drei Tage zu spät zurück gekommen. So konnten wir erreichen, dass wir am selben Tag noch zurück geflogen wurden. Leider hatte das eine überstürzte Abreise zur Folge, aber nach einem Monat Urlaub nahmen wir das doch gelassen. Ein kleiner Abschied noch aus dem Central Park:

 

Ich freue mich, dass ihr die Strecke an der Ostküste USA nochmal mit mir abgefahren seid. Wir haben diese ganz besondere Reise sehr genossen und werden sie immer im Herzen behalten. 

Schön war’s!!

Alles Liebe, Stephie

 

Schaut doch auch mal bei meinen anderen Reiseberichten hier im Blog vorbei. Da gibt es Vieles zu entdecken…

 

 

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5 Kommentare

  • Antwort Sabrina 16. April 2018 at 20:56

    Hallo Stephie!
    Cooler Beitrag, ich finde es toll, dass ich damit das Gegenstück zur Westküste von mir abdecke und ein paar der Orte habe ich auch schon gesehen und kann ich sehr empfehlen.
    Lg Sabrina

  • Antwort Bianca Klam 2. Januar 2018 at 11:14

    Hallo Stephie,
    Bin auf deinen Bericht gestoßen… über welche Quellen hast du eure Unterkünfte gebucht?

    Gruß
    Bianca Klam

  • Antwort Heike 18. Januar 2017 at 9:57

    Hallo Stephie,
    eine tolle Tour! Es ist etwas schade, dass du nicht die Hotels erwähnst/empfiehlst in denen ihr ward denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nicht SO super easy ist in Schulferien bzw im Sommer an der Ostküste spontan Hotels zu finden. Washington hat uns auch extrem gut gefallen, wobei mich die Hitze sehr gelähmt hat. :)

  • Antwort Mila 16. Dezember 2016 at 18:10

    Liebe Stephie,
    was habe ich mich gefreut, als ich grade deinen tollen Reisebericht über Pinterest entdeckt habe. Wir planen für nächstes Jahr nämlich eine ähnliche Route. Magst du verraten in welchen Hotels ihr gewohnt habt? Grade über einen Tipp für Southampton würde ich mich sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Mila

    • Antwort Stephie 16. Dezember 2016 at 18:33

      Liebe Mila,
      ich beneide euch sehr, dass euch diese Route noch bevorsteht. Am liebsten würde ich sofort wieder losfahren. In Southampton waren wir mal ausnahmsweise nicht im Hotel, sondern in einer Lodge: The Hamlet Inn.
      Bei allen anderen Stationen haben wir in Hotels höherer Preisklasse gewohnt. Falls Dich da ein Tipp interessiert, frag mich gern per Email nochmal.
      Ich wünsche euch eine tolle Reise!

    Ich freue mich über Deinen Kommentar

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