Mein Wochenende im Kloster | Neu ausrichten für 2018

19. Januar 2018
Mein Wochenende im Kloster | Neu ausrichten für 2018. Kloster Arenberg bei Koblenz

Ein herzliches Willkommen, Jahr 2018! So dachte ich noch in der ersten Januar-Woche, in der ich mit meinem Mann und Freunden ein paar Tage auf Borkum verbrachte. Gleich danach wurde ich krank mit Fieber, dicker Erkältung… ich war so richtig ausgeknockt. „Na prima“, dachte ich, „da fängt das Jahr schon so an!“ Doch ich freute mich auf das folgende Wochenende, das ich in einem Kloster nahe Koblenz verbringen wollte und kam langsam zurück auf die Beine. Hier im Kloster Arenberg durfte ich mich ausrichten auf das Jahr 2018. Was das genau heißt?

Mein Wochenende im Kloster | Neu ausrichten für 2018. Kloster Arenberg bei Koblenz

Ein Wochenende im Kloster – ein Date mit mir selbst

Wenn ich von anderen Frauen hörte, die eine Zeit im Kloster verbrachten, dachte ich immer noch, das sei ja gar nichts für mich. Schließlich kommuniziere ich zu gern, als dass ich schweigen möchte. Doch genau diese Stille reizte mich nach einem aufregenden Jahr 2017, das mich mehr als alle Jahre zuvor gefordert hatte. Ich sehnte mich nach Neuausrichtung, Neustrukturierung und nach einem Date mit mir selbst.

 

 

Natalia vom Blog Sei dir gut bot dazu ein Wochenend-Seminar an, für das ich mich bereits im Sommer spontan anmeldete. Überall kündigte ich an, dass ich genau an diesem Wochenende komplett offline sein werde – niemand sollte sich sorgen, dass ich weder telefonisch noch auf anderen Wegen erreichbar war. Das allein ist doch schon verrückt! Da schreibe ich in meinen WhatsApp Status hinein, dass ich offline sein werde und rufe alle Familienmitglieder an, um ihnen zu sagen, warum ich nicht erreichbar sein werde… Wie war das denn bitteschön früher – ohne Handy und Social Media?

Ganz allein mit mir und meinen Gedanken

Ich wollte mal ganz allein sein mit mir und meinen Gedanken. Ohne dass jemand etwas von mir möchte, mich fordert, anspricht, mich ablenkt. Also schaltete ich mein Handy aus und fühlte mich spontan FREI! Meine Schultern lockerten sich und als ich diese beeindruckenden Klostergebäude sah, entspannte ich mich vollends. Noch vor dem Aufschließen meines Einzelzimmers fühlte ich mich angekommen – bei mir. Als ich später im Seminarraum auf 14 weitere Frauen traf, gab es keine Vorstellungsrunde, wie sonst üblich. Es war quasi unwichtig, wer die Anderen waren – ICH war wichtig. Überraschender Weise hörte ich es neben mir leise schluchzen, obwohl noch gar nichts gesagt wurde. Da war wohl noch jemand plötzlich ganz nah bei sich und kam zur Ruhe…

Mein Wochenende im Kloster | Neu ausrichten für 2018. Kloster Arenberg bei Koblenz

 

Im Kloster gab es einen Speisesaal für gemeinschaftliche Gespräche (wofür ich mich spontan entschied und dort gerne weiterhin speiste) und es gab einen Schweige-Raum, in dem gar nicht gesprochen werden durfte. Allein diese Auswahl zu haben fand ich schon wundervoll. Sollte ich mal ganz alleine für ein Wochenende in ein Kloster einziehen, würde ich tatsächlich den Ruheraum zum Essen wählen. Denn ich glaube, als Gruppe waren wir letztlich doch recht laut. Aber es war schön, diese interessanten Frauen zwanglos kennenzulernen. 

Abends konnten wir saunieren, schwimmen oder einfach nur entspannen und spazieren gehen. Ich habe sehr viel mitgenommen aus diesen paar Stunden im Kloster. Wenn man so ganz bei sich sein darf mit all seinen Gedanken und noch so zielgerichtet angeleitet wird, wie Natalia es getan hat, dann richtet man sich tatsächlich ein Stück weiter aus:

Wer / was gibt mir Kraft und wer / was entzieht mir Energie?

Das war eine der Übungen, die Natalia uns aufgab. Manche zogen sich dafür in eine Ecke zurück, andere in ihr Zimmer, um tief ins Innere zu blicken und diese Frage ehrlich beantworten zu können. Für die Einen waren es Tätigkeiten, die halt immer wieder sein müssen – wie das tägliche Kochen für die Familie. Nicht jede Frau tut dies gerne und nicht jede Frau mag das auch zugeben. Wie also kann ich diesen Zustand ändern, damit er mir nicht mehr so viel Energie raubt? Eine Lösung kann sein, sich Wochentage herauszupicken, an denen die Familie woanders ist – bei Oma oder im Restaurant. An anderen Tagen könnte die Familie gemeinsam kochen oder der Mann schwingt mal den Kochlöffel. All das sind Neuausrichtungen, zu denen wir gelangen können, wenn wir uns einmal deutlich machen, was uns eigentlich ausbremst. 

Tenor also: Schreibe auf, wer oder was dich nervt und was dich immer wieder zurück wirft in deinem Fortkommen. Überlege daraufhin, ob sich gewisse Tätigkeiten anders verteilen lassen – sei es auf andere Wochentage, die nicht so überfüllt sind – oder auf andere Personen. Distanziere dich von Personen, die dich ausbremsen oder sprich dich klar mit ihnen aus, um den Umgang zu erleichtern. Wer passt (noch) in mein Leben – und hinter wem muss ich angestrengt hinterherlaufen, ohne dass etwas zurück kommt? Ich wette, jedem von euch fällt dazu eine Person ein, die schon länger auf eurer Leitung steht und die Luft abklemmt…

Mein Wochenende im Kloster | Neu ausrichten für 2018. Kloster Arenberg bei Koblenz. Irrgarten

 

Veränderung braucht Zeit

Erwarte nicht, dass sich nach einem Wochenende im Kloster dein ganzes Leben umrempelt!

Klingt logisch, aber manche (wie ich) sind da vielleicht ziemlich ungeduldig. Das plakative Aufschreiben verschiedener Dinge, die unser Leben kreuzen, hilft dabei, das Leben neu zu justieren. Aufzuräumen und immer wieder zu entrümpeln – Jahr für Jahr.

Für mich ist ganz klar, dass ich 2018 in gewissen Bereichen kürzer treten und andere weiter ausbauen möchte. Ich ziehe jedes Jahr ein Resümee: Was hat mich glücklich gemacht und was sollte ich in der Form nicht weitermachen? Nur so kann ich mich persönlich weiterentwickeln – Stück für Stück, mit erreichbaren Zielen.

Fazit | Mehr Zeit für MICH &
Menschen und Dinge, die ich liebe

Herausgearbeitet habe ich am Wochenende im Kloster folgendes:

Die Zeit, die ich für Social Media opfere, ist zu wertvoll. Hier werde ich mich rarer machen – auch, wenn das meiner Leserzahl im Blog schadet. Hierzu gehören auch unnütze WhatsApp-Gruppen, die manchmal einfach nur nerven. Ich picke mir heraus, mit wem ich persönlichen Kontakt halten möchte und alles andere wird gefiltert.

Ordnung im Haus bedeutet auch Ordnung im Hirn. Mich stören die unaufgeräumten Ecken im Haus (typisch Jungfrau) – und ich sage euch: davon gibt es einige! Angefangen in meinem Büro, das ich größtenteils bereits gestern neu sortiert habe, werde ich Zimmer für Zimmer durchgehen und schauen, was tatsächlich noch gebraucht wird. Weg mit überflüssigem Kram! Die schwierigste Aufgabe dabei ist, diese Ordnung zu halten – in einem vier-Personen-Haushalt, bei dem jeder irgendwas irgendwo „parkt“.

Außerdem möchte ich mir meine Arbeitszeiten sinnvoll einteilen. Ich brauche Zeit für mein Blog, für mein Studium und für Texte, die ich als Autorin für andere Blogs schreibe. Naja, und dann brauche ich noch Zeit für Haushalt, Familie und Freunde… Die Tage haben zu wenige Stunden, aber mit einem guten Zeitmanagement klappt es:

Ich richte mir einen Auftrags-Dienstag ein, an dem ich mich nur mit Autoren-Arbeiten beschäftige. Donnerstags ist Studientag, an dem ich fleißig an meinem Journalismus-Studium arbeite. Es gibt gewisse Uhrzeiten, an denen mein Rechner ausgeschaltet wird – auch, wenn mir danach noch etwas Wichtiges einfällt. Dann schreibe ich dies eben auf einen Zettel und arbeite es am folgenden Tag ab. Dann nämlich ist Zeit für Familie, Freizeit und Freunde. „Wir operieren nicht am offenen Herzen“, hängt immer noch als schmunzelnder Warnhinweis in meinem Büro (Das dürft ihr gerne kostenlos downloaden!).

Spruch "Keep calm, wir operieren nicht am offenen Herzen" zum kostenlosen Download als PDF

 

Ruhezeiten und Kreativzeiten einrichten

Viele von euch kennen meine Instastory, die ich oft beim Spaziergang drehe. Ich nehme mir bewusst fast jeden Tag die Zeit, um meinen Kopf an der frischen Luft durchzupusten. Das hilft, der Kreativität freien Lauf zu lassen, mich zu bewegen und mich anschließend mit neuen Ideen zurück an den Schreibtisch zu setzen.

Zusätzlich nehme ich mir an einigen Tagen eine halbe Stunde nach dem Essen Zeit – nur für mich allein: Um 13.30 Uhr ist das Essen fertig gekocht und meine Kinder kommen um 14 Uhr aus der Schule. In dieser Zeit dazwischen ziehe ich mich ins Bett oder auf die Couch zurück, setze meine Kopfhörer* auf und lausche den sanften Klängen von „Secret Garden*„. Manchmal schlafe ich dabei ein und oft fließen dabei einfach die Gedanken. Das tut unendlich gut! Ich schöpfe dadurch viel Kraft und das in so kurzer Zeit. 

Sport gehört auch zu meinem Leben dazu. Doch im Winter bin ich dessen eher überdrüssig und muss erst langsam wieder zum Sport zurückfinden. Auch das hat mir die Zeit im Kloster gezeigt: Die kleinen Pilates-Einheiten von der lieben Tina haben nicht nur meinen Körper gestärkt, sondern auch meinen Geist. Es ist so wertvoll, sich selbst wichtig zu sein und etwas für sich zu tun! Seit gestern trainiere ich wieder regelmäßig mit Gymondo.

Wie seid ihr ins neue Jahr gekommen? 

Ihr vermisst meine Gedanken zu den Themen Ehe, Familie und Freunde? Dazu gibt es demnächst mehr. Hier ging es einzig um meine eigene Ausrichtung – nur für mich! Gut sortiert und organisiert habe ich nämlich auch für meine Familie und die Freizeit mehr Energie und Raum.

Außerdem gebe ich euch gerne eine Buchempfehlung vom Wochenende weiter, die mich gerade dermaßen begeistert, dass ich allen davon erzählen möchte. Egal, wie harmonisch eure Beziehung auch sein mag: Dieses Buch* lohnt sich für jeden, der gerne mal in sich geht und gewisse Dinge am eigenen Handeln und Denken und der seiner Mitmenschen hinterfragt. Ich garantiere euch einige Aha-Erlebnisse:

 

Ich freue mich über eure Anregungen und Tipps für die Ausrichtung aufs neue Jahr. Schreibt mir diese gern in die Kommentare.

Alles Liebe, eure

Unterschrift Stephie

 

 

*Links zu Amazon per Affiliate Link. Das heißt, ich erhalte beim Kauf eine kleine Provision – ihr allerdings zahlt dafür keinen Cent mehr als sonst!

 

 

 

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1 Kommentar

  • Antwort Nicole 22. Januar 2018 at 9:51

    Liebe Stephie! Das hört sich ganz wunderbar an. Eigentlich würde ich auch gerne mal so ein Seminar machen, traue mich aber noch nicht so recht da ran. Ich werde dafür dieses Jahr mein persönliches „ich kann ja doch nähen“- Projekt in Angriff nehmen. Mein Traum war schon immer, mir eigene Sachen zu nähen. Denn mit 1,87m entspreche ich leider ganz und gar nicht der Norm und ich bin es unendlich leid, Stunden im Internet zu verbringen, um zu gucken, ob das Oberteil denn auch lang genug ist, um es bestellen zu können. Zu Weihnachten hab ich eine Overlock-Maschine bekommen und dieses Wochenende hab ich mein erstes Oberteil genäht. War gar nicht so schwierig und wie mein Mann immer so schön sagt:“Mit dem richtigen Equipment kann fast jeder alles!“
    Wo ich aber eigentlich drauf hinaus wollte: Vielleicht hab ich einen Tipp für dich, was du gegen den überflüssigen Kram machen kannst, den jeder irgendwo parkt. Mich stört das auch enorm, deswegen hab ich eine Krempelkiste angeschafft (mit Deckel) und wer was herumliegen lässt und nach zwei-dreimaligem Auffordern nicht wegräumt, das tue ich dann in die Krempelkiste. Wer dann etwas vermisst, soll da suchen und nach einem Jahr schauen wir dann, was da so drin ist und ob es nicht weg kann. Denn wer es solange nicht vermisst, der benötigt es auch nicht, eigentlich.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche!
    LG, Nicole

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