45 Jahre – über Wünsche, Problemzonen und Gelassenheit | Geburtstagspost

6. September 2017
45 Jahre: Wünsche, Problemzonen und Gelassenheit

Ja, nun bin ich tatsächlich 45 Jahre alt, genau gesagt, seit gestern. Hiermit fische ich keine extra Geburtstagsgrüße ab, sondern ich möchte euch etwas mitgeben. Dieses Jahr lief bisher für mich irgendwie rasanter als sonst: mit Höhenflügen, Bruchlandungen, Veränderungen, Erlebnissen und vielen daraus resultierenden Erfahrungen. Aus all dem habe ich viel gelernt: Hoffnungen und Wünsche erfüllen sich nicht immer so, wie man dachte. Aber indem man seine Wünsche überdenkt und möglicherweise korrigiert oder verschiebt, hilft man sich selbst wieder auf die Beine und schaut nach vorn.

Gestern sinnierte ich darüber, dass nun nur noch 3 Monate des Jahres übrig bleiben, von dem ich euch ankündigte: „2017 wird mein Jahr!„. Und irgendwie kann ich das jetzt schon bestätigen: 2017 ist ein besonderes Jahr für mich. Von vielen Veränderungen habt ihr bereits gelesen, einige liegen noch vor mir und andere behalte ich lieber für mich persönlich.

 

45 Jahre: Wünsche, Problemzonen und Gelassenheit

 

Wünsche verändern, um glücklich zu werden

Ich sage meinen Kindern oft: „Wer wirklich etwas will, der schafft es auch!“. Nach diesem Motto lebe ich immer schon gut, allerdings werden die Wünsche manchmal größer und damit vielleicht unrealistisch. Wir wollen nach den Sternen greifen, aber das macht nicht immer zufrieden. Ihr kennt das und findet sicher einige Beispiele dafür, die euch selbst betreffen. Manchmal neigen wir auch im fortgeschrittenen Alter noch dazu, mit dem Fuß aufstampfen zu wollen und zu schreien: „Ich will – will – will aber!“ Tja, aber nicht alles geht – oder es geht NOCH nicht. Sich deswegen zu vergraben und zu resignieren bringt uns nicht weiter!

Egal, an was wir gerade dabei denken (und das konkretisiere ich ganz bewusst nicht): inzwischen habe ich gelernt, meine Wünsche zu optimieren, an mein Leben anzupassen. Ich überlege also, warum ich eben dieses Bedürfnis entwickelt habe. Wie viel Energie möchte und kann ich einsetzen, obwohl die Erfüllung des Traums möglicherweise scheitern wird? Oder kann ich mein Verlangen im Kopf so verändern, dass mein Wunschtraum sich zumindest auf einer Ebene erfüllt, die mich glücklich macht? Fange ich doch erst einmal an und gebe mein Bestes…

Zerlege deinen Traum wie ein Puzzle in Einzelteile und fische nur die wirklich wichtigen Teile heraus. Diese legst du zusammen und erfüllst dir einen Wunsch nach dem anderen. Gehe behutsam mit dir selbst um und verlange nicht, dass alles sofort und perfekt funktioniert! Tritt einen Schritt zurück und verändere deine Ziele so, dass sie erreichbar sind. Egal, ob es ums Abnehmen geht, Erlernen bestimmter Dinge oder um ganz persönliche Gefühlswelten – alles sind Bedürfnisse, die wir im Kopf entwickeln und dort sortieren sollten, bis der Wunsch als erreichbares Ziel optimiert ist. Wir sollten nicht krampfhaft ackern und dabei verlieren – lieber gelassener werden!

 

Gelassenheit üben und zufriedener werden

Man sagt ja, im Alter [*hüstel*] würde man weiser und ruhiger. An der Weisheit arbeite ich noch, doch ich merke deutlich, wie viel gelassener ich werde. Mein Sternzeichen Jungfrau stand mir immer schon ein bisschen im Weg, indem ich zur Perfektion neige: Ich ging nie ungeschminkt aus dem Haus, ärgerte mich über den kleinsten Fleck in der Kleidung, wenn ich in der Öffentlichkeit unterwegs war und bekam eine persönliche Sinnkrise, wenn es nach meinem Empfinden zu Hause unordentlich war, während unverhofft Besuch kam. Daran zu arbeiten hilft mir mein Mann, der da völlig anders gestrickt ist. Wir gleichen uns also gegenseitig aus: indem ich ihn stoppe, wenn er mit ungebügelten Klamotten raus will und er gibt mir Gelassenheit, bevor ich mich wegen einer winzigen Knitterfalte in der Bluse noch einmal schnell umziehen möchte.

Im Urlaub trafen wir die Tochter eines Freundes, die sich amüsierte über meinen Sohn (der wohl über einen Überschuss an mütterlichen Genen verfügt): Nachdem wir am Strand waren, wollte er unbedingt duschen und die Haare waschen, bevor wir zum Abendessen gingen. Sagt sie (18 J.): „Hey, wir sind in Kalifornien! Da zieht sich keiner um, da geht man notfalls sandig und im Strand-Outfit ins Restaurant, das stört hier niemanden! Bleib mal locker!“ Diese kalifornische Lebensart ist sehr entspannend und davon habe ich ein wenig mitgebracht nach Hause. Und es tut unfassbar gut. Die Schulterpartie entspannt sich und der Kopf sitzt immer noch gerade darauf!

 

Problemzonen sind vor allem im Kopf

Auch sonst können wir Gelassenheit üben: Ihr habt die letzten Jahre verfolgt, wie ich mich verändert habe. Ich habe viel an Gewicht abgenommen und ernähre mich seitdem viel bewusster und gesünder. Der Weg dorthin war steinig und schwer, aber er hat sich gelohnt. Ich fühle mich sauwohl in meiner Haut – und doch habe ich gewisse Problemzonen, die mich nerven. Die bekomme ich aber trotz aller Anstrengung nicht weg und muss daher einfach damit leben.

Ich sagte zu einem Freund, dass mich trotz des vielen Sports mein dicker Hintern ärgert → der Po sollte unbedingt noch kleiner werden! Das, was er dazu erwiderte, schwirrt mir immer wieder im Kopf umher: „Ja, dein Hintern ist dicker als der Rest des Körpers. Aber ES IST DEINER!“ Ich war völlig perplex. Was er meinte, war: Ich muss nicht perfekt sein, um hübsch zu sein. Eine dickere Nase und wuchtigerer Po machen den Menschen nicht aus, sondern das Gesamtbild wirkt: Wie wir damit umgehen und so, wie wir uns fühlen, so werden wir auch wahrgenommen

Eine liebe Freundin, die schon einige Jahre älter ist als ich, sagte mir kürzlich: „Du solltest einfach tragen, was dir gefällt – und nicht auf Röcke verzichten, weil du deine Beine nicht zeigen willst. Vor zehn Jahren dachte ich, ich könne keine ärmellosen Shirts mehr tragen. Heute sehe ich Fotos von damals und ich würde mich freuen, heute solch schöne Arme zu haben.“ Dazu fällt mir der Spruch ein:

Ich würde gern noch einmal so toll aussehen, wie damals – als ich dachte, ich hätte zu viele Problemzonen!

Die Problemzonen basteln wir uns selbst – im Kopf. Lächeln wir diese doch weg und freuen uns darüber, wie gut es uns geht! Diese Einstellung macht uns zufrieden und glücklich – das sieht man dann auch. Genauso verfahren wir auch mit der Erfüllung unserer Lebensträume. Machen wir uns doch mal frei von den komischen, einschränkenden Gedanken und denken mal in eine andere Richtung!

 

Trotz aller Gelassenheit zielgerichtet bleiben

Wir möchten nicht auf der Stelle treten und uns lieber stetig weiterentwickeln. Mit neu erlernter Gelassenheit sollten wir nicht unsere Zielstrebigkeit aufgeben. Wir müssen immer weiter an uns und unserem Glück arbeiten. Wir wissen schließlich: „Von nichts kommt nichts.“ Manchmal müssen wir ins kalte Wasser springen und uns ins Abenteuer stürzen. Einiges bringt uns voran, anderes müssen wir als gescheitert verbuchen. Und doch haben wir etwas daraus gelernt – es war also nie umsonst.

Auf meine Ankündigung, dass ich jetzt erst ein Studium beginne, bekam ich sehr viel Resonanz. Die allermeisten haben sich sehr für mich gefreut, ich bekam sehr viel Zuspruch von euch. Und doch gab es Stimmen, in denen ich Wehmut hörte. Denen konnte ich sagen, dass ihre Zeit sicherlich auch noch kommt. Zur Erfüllung von Lebensträumen ist es selten zu spät. Manchmal passt eben der Zeitpunkt nicht oder wir haben uns zu viel auf einmal vorgenommen.

Alles zu seiner Zeit! Lasst es langsam angehen und denkt daran, dass vielleicht noch ein Plan B, C oder D irgendwo schlummert. Geht eine Tür zu, öffnet sich eine andere – und der Raum dahinter muss nicht schlechter sein. Lassen wir uns Zeit und gehen unsere Wünsche einen nach dem anderen an, dann wird’s auch was. Step by step!

Legt Gelassenheit in die Erfüllung eurer Träume – optimiert diese in eine Richtung, die in euer Leben passt – ohne euch damit zu stressen. 

 

Habt es schön, eure

Unterschrift Stephie

 

 

 

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6 Kommentare

  • Antwort ingrid 12. Oktober 2017 at 10:39

    Hallo Stephie, ich verfolge Deinen Blog und alles was Du ins Netz stellst. Oft nicke ich zustimmend dazu oder lächle in mich hinein. Dann hast Du mich auf dem richtigen Fuß erwischt!
    Zu Deinem Entschluss, noch einmal zu studieren, kann ich Dir nur gratulieren. Dazu ist man nie zu alt. Ich bin heute kurz vor meinem 77zigsten Geburtstag. Als ich 60 wurde, habe ich auch noch einmal ein Studium begonnen und war stolz es absolviert zu haben. Außerdem hat man Kontakt zu jüngeren Menschen, was ungemein erfüllend und inspirierend ist.
    Ich wünsche Dir neben dem großen Erfolg auch ungemein viel Freude daran.
    Alles Liebe von Ingrid

    • Antwort Stephie 12. Oktober 2017 at 12:01

      Liebe Ingrid,
      mir entflutscht da zunächst ein riesiges „Wow“ für Dein Studium mit 60 Jahren. Davor ziehe ich den Hut – aber hallo! Es ist wunderschön zu lesen, dass Dich meine Worte erreichen und berühren. Ich freue mich über das große Spektrum meiner Leserschaft, die tatsächlich von jungen Teenies bis zu erfahrenen Frauen reichen. Herzlichen Dank für Dein Kompliment! Alles Liebe, Stephie

  • Antwort Beatrix Albers 12. September 2017 at 15:32

    Hallo Stephie,
    mit einem Schmunzeln habe ich die Worte über deinen Perfektionismus gelesen. Wie Du, bin auch ich im Zeichen der Jungfrau geboren und Deine Worte sind mir soo vertraut, von wegen ungeschminkt aus dem Haus, geht gar nicht und wenn doch, begegnet dir jemand, dem du lieber p e r f e k t gebenüber treten möchtst und nicht ungeschminkt. Aber mit dem Alter ändert es sich ein wenig. Ich habe meinen 60 Geburtstag gefeiert und viele Deiner Wünsche, Träume und Problemzonen sind auch mir bekannt. Einige Wünsche und Träume lassen sich erfüllen und einige nicht und ein Perfektionist bleibt immer ein Perfektionist. Ich bin ihm nicht böse, nein ich liebe ihn sogar, auch wenn er mir oft das Leben schwer gemacht hat, gehört er doch zu mir und das ist gut so
    Liebe Grüße
    Beatrix

    • Antwort Stephie 13. September 2017 at 21:59

      Liebe Beatrix,
      herzlichen Dank für Deine lieben Worte! Wie wunderbar zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin. Manche „Tucken“ an sich selbst muss man vielleicht tatsächlich einfach so annehmen und lieben lernen, wie eben den Perfektionisten in uns. Mehr Gelassenheit ist in jedem Fall heilsam, dabei darf der Perfektionismus manchmal vor der Tür warten und zuschauen. 😉 Auch das tut gut!
      Liebe Grüße, Stephie

  • Antwort Nancy 7. September 2017 at 7:25

    Liebe Stephie,

    so viele wahre Worte in diesem, deinem Blogpost. Damit holst du mich gerade sehr ab, auf meinem Weg zu mehr Gelassenheit. Die großen Träume in kleine Teile aufzuteilen ist dabei eine sehr gute Empfehlung, die ich mir zu Herzen nehmen werden.

    Sei lieb gegrüßt
    Nancy

    Und: Ganz herzliche Glückwünsche nachträglich zu deinem Geburtstag

    • Antwort Stephie 7. September 2017 at 12:20

      Liebe Nancy,
      vielen Dank für Deine Worte. Manchmal braucht man nur einen kleinen Schubs oder eher eine Bremse, um sich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Schön, dass ich Dir etwas mitgeben konnte. Viel Erfolg bei der Erfüllung Deiner Herzenswünsche und Träume! Keep calm, but stay tuned! Alles Liebe, Stephie

    Ich freue mich über Deinen Kommentar