Mein Abnehmplan für den Mann – Teil 1

10. Juli 2014
Mein Mann ist über 50 Jahre alt und bringt mindestens 50 kg zuviel auf die Waage. 
Ich lernte meinen Mann vor 17 Jahren kennen mit einem Gewicht von 96 kg auf 1,85 m Körpergröße – das war für ihn schon viel, denn als Jugendlicher war er richtig schlank. Er war aber damals noch sehr aktiv und spielte z.B. Tennis, war hervorragender Skiläufer und außerdem war mir das Äußere nicht wichtig. Liebe hat schließlich nichts mit dem Gewicht zu tun!
 

Nach dem ersten Jahr gab er das Rauchen auf – bis dato hatte er mehr als 2 Schachteln Zigaretten am Tag verqualmt – und nahm unweigerlich zu, da er die Zigaretten vermehrt durch Nahrung ersetzte. Fortlaufend nahm er über die Jahre mindestens 30 kg zu, die er mit heftigsten Diäten immer wieder reduzierte und dann umso mehr zunahm – der allseits bekannte JoJo-Effekt!
 


Ihr habt gelesen, wie ich selbst abgenommen und wie konzentriert ich das durchgezogen habe – innerhalb eines Jahres ein anderer, viel gesünderer Mensch zu werden. Das hat nicht nur Euch, sondern auch meinen Mann motiviert, endlich eine Ernährungsumstellung anzupacken.

Versuchte ich bisher – auf jede erdenkliche Art – meinen Mann mit gut gemeinten Ratschlägen einzubremsen, merkte ich immer wieder, dass es nur das Gegenteil bewirkte: Je mehr ich einwirkte, desto mehr aß er. Selbst ärztliche Ratgeber scheiterten beim Versuch, an seine Vernunft zu appellieren.

Mir wird immer schon vorgeworfen, ICH sei Schuld an seiner Gewichtszunahme, weil ich ja falsch koche.. Aber meist nimmt er nur das Frühstück zu Hause ein. Während der Woche zum gemeinsamen Essen nach Hause zu fahren ist zeitlich leider nicht möglich. Zudem liegen oft auch gesellschaftliche Anlässe an. Nach einem stressigen Tag kam mein Mann mit großem Hunger nach Hause und schmierte sich selbst mit Wonne direkt mehrere Schnitten Brot mit Wurst (gern auch mal doppelt belegt). 

Ich fühlte mich schlecht, weil ich nicht sein Bewusstsein stärken konnte für das, was er seinem Körper und auch uns damit antut. Außerdem blieb für mich immer die Frage: „Warum reißt er sich nicht für mich und die Kinder zusammen? Liebt er uns nicht genug? Ist ihm das alles egal?“

Das Gewicht stagnierte plötzlich vor ein paar Jahren als er anfing, jeden Morgen auf dem Heimtrainer zu radeln. Das aber reicht nicht, denn er nahm nicht ab – er muss dazu seine Ernährung in Frage stellen und aktiv etwas gegen sein Übergewicht tun!

JETZT möchte auch er endlich etwas ändern! Und NUR SO funktioniert das auch. Wie ich schon in meinem eigenen Abnehm-Artikel schrieb: ABNEHMEN BEGINNT IM KOPF! Ohne SEINEN festen Willen, etwas zu verändern wird sich nie etwas bewegen.

Was ist es denn, das im Leben zählt? Sich gemeinsam mit der Familie das Leben schön machen und aktiv zu sein, gesund zu bleiben. Das schafft Zufriedenheit und Glück!

Mein Abnehmplan für den Mann – erste Maßnahmen

 
Wenn also der Wille abzunehmen nun wirklich angekommen ist, dann kann attackiert werden. Ich bin keine Medizinerin und dennoch traue ich mir zu, sein Abnehmkonzept zu erarbeiten. 
Hier muss man ganz vorsichtig herangehen, muss erstmal festgefahrene Muster lösen und kann keine Hau-Ruck-Aktion starten, die dann möglicherweise nach hinten losgeht. Der Mann muss Spaß an gesunder Ernährung finden und sich nicht kasteit fühlen – er soll spüren, dass er sich selbst etwas Gutes tut. Also immer schön ein Schritt nach dem Anderen. Allererster Schritt ist schon geschafft, indem das „Abendbrot“ schon seit 2 Wochen durch ein selbstgekochtes, kohlenhydratarmes Essen ersetzt wird.
 

Was ist wichtig für die Mahlzeiten?

 

Es muss lecker sein, vollwertig und gesund. Außerdem soll es lange sättigen und keinen Verzichtsgedanken zulassen!

 
  • Frühstück: kohlenhydratreich, damit mein Mann Kraft für den Tag hat – unser Favorit ist warmes Hirsefrühstück mit frischem Obst (Das koche ich für ein paar Tage vor und fülle es portionsweise in 0,4 l Gefäße um, die er am Morgen aus dem Kühlschrank nimmt und mit Zugabe von etwas Hafermilch in der Mikrowelle erwärmt. Obst drüber – das macht unglaublich satt bis mindestens 13 Uhr!) 
  • Mittagessen: weiterhin auswärts, aber auf die Zusammensetzung achten. Wenig Kohlenhydrate und vor allem gesunde! Ein Beispiel: Er hat Hunger auf Steak mit Kartoffelsalat. Der Kartoffelsalat sollte nur eine kleine Portion sein und nicht mit Sahne angemacht sein, sondern lieber mit Essig-Öl-Dressing! Hier muss er selbst darauf achten, was er isst und muss im Restaurant erfragen, wie etwas hergestellt wurde. Er soll sich bewusst machen, ob er das wirklich essen möchte und muss den Teller nicht leer essen!! Besser wäre hier statt Kartoffelsalat eine Folienkartoffel oder noch besser: gedünstetes Gemüse!
  • Zwischendurch: besser gar nichts. Wenn es sein muss, eine Hand voll Nüsse (ohne Zucker!) oder Rohkost.
     
  • Abendessen: möglichst zu Hause und nicht nach 19 Uhr (wird schwierig, das weiß ich schon)! Dazu gibt es kohlenhydratarme Kost (low carb), die aber schmeckt und sättigt. Isst er dennoch auswärts, soll er das auch beherzigen. Sein Favorit: vegane Kost mit viel Gemüse. Ich koche jeden Tag vielseitig und wende dabei folgende Tricks an:

 

Mein Abnehmplan für den Mann – 

meine Tricks zum Anrichten des Essens

Macht Euch selbst bewusst, an welches Essen ihr Euch am liebsten erinnert.. GENAU: Das Essen im guten Restaurant, welches hübsch angerichtet auf dem Teller lag und dann noch den Gaumen verwöhnte – mit einem Glas Wein und guten Gesprächen. Das ist unser wichtigstes Instrument, wenn wir unserem Mann beim Abnehmen helfen wollen. Ruft Euch das immer wieder in Erinnerung! Meine Tricks, die bisher super funktionieren:
  • Das Essen nett anrichten, damit es nicht nur lecker riecht, sondern auch Freude auf das Essen macht – MIT GENUSS ESSEN!
  • Einen kleinen Teller nehmen! Wer immer von großen Tellern isst, vertilgt mehr, als der, der auf dem kleinen Teller noch eine zweite Portion nimmt. Ich nehme dazu nicht den Frühstücksteller, sondern einen mittleren, leicht tiefen Teller, aber eben nicht den großen Pastateller..
  • Eine zweite Portion im Topf lassen, damit es Nachschlag gibt! Nichts ist frustrierender für den Mann, wenn es ihm gut geschmeckt hat, aber das Essen schon beendet ist. Frust ist kontraproduktiv. Ihr werdet merken, er wird von immer weniger Essen satt!
  • Die zweite Portion nicht sichtbar auf dem Tisch stehen lassen, sondern verdeckt in der Küche! So isst er langsam und überlegt, ob er wirklich noch eine zweite Portion braucht. Er schielt nicht über den Tellerrand und beschäftigt sich nicht schon mit dem Nachschlag, bevor er die erste Portion gegessen hat! Auch spielt die Zeit in die Hände, die benötigt wird, um auch den Nachschlag noch anzurichten. Keine Sorge vor zu viel Aufwand – ihr wisst, bei mir muss auch immer alles schnell gehen. Rezepte folgen natürlich.
  • Ruhig an dem einen oder anderen Abend EIN Glas Wein trinken. Alkohol hat sehr viele Kalorien und auch das muss man sich erst bewusst machen, aber wir wollen ja langsam an der Schraube drehen und da hilft es auch schon, den Konsum zu reduzieren..
  • Viel Wasser anbieten, immer wieder nachschenken. Das füllt den Magen und der Körper braucht viiiiel Wasser, um gut zu funktionieren.
  • Nicht den Verzicht auf gewohntes Essen, sondern den Gewinn von neuen Geschmäckern und die positiven Aspekte betonen: Besserer Schlaf, rosigere Wangen, erste Erfolge in der Abnahme..
 
 
Alles Liebe, eure
 
 



Hier nochmal der Artikel zu meiner eigenen Abnehm-Geschichte.
 
 
 
 




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5 Kommentare

  • Antwort durchschnitt 11. Juli 2014 at 9:32

    Wow das klingt alles toll. Hier bleib ich, um mir noch mehr Tipps zu holen! :)

  • Antwort Sophia G. 10. Juli 2014 at 13:18

    Hallo Stephie,
    ich habe mal gehört, dass man min. alle 3 Stunden essen soll, wegen dem Blutzuckerspiegel und um nicht in Heißhunger zu fallen. Lässt du die Zwischenmahlzeiten (Obst, Joghurt etc.) komplett weg? Bekommst du zwischendurch keinen Hunger? Im Büro futter ich schon mal aus Langeweile/ Stressabbau, oder weil gerade wieder jemand Kuchen gebracht hat, da gewöhnt man sich die Zwischenmahlzeiten vielleicht auch mal schnell an.
    Liebe Grüße, Sophia

    • Antwort Stephies Blogpost 30. Juli 2014 at 18:33

      Liebe Sophia,
      noch besser sind 4 Stunden Pause. Meine Erfahrung ist, dass man sich die Zwischenmahlzeiten schnell abgewöhnen kann, wenn man viel Wasser trinkt. Aus Langeweile/Stress zu essen ist immer schlecht – wenn man sich eine Zwischenmahlzeit oder einen Snack gönnt, dann bitte immer BEWUSST und mit Genuss, niemals nebenher. Man darf also auch mal ein Stück Kuchen essen – man soll sich nicht kasteien. Aber wie gesagt immer das Bewusstsein schaffen und vielleicht mal ein kleineres Stück abschneiden lassen, langsam essen.. Das ist schon die halbe Miete. Ich selbst habe inzwischen gar kein Bedürfnis mehr, noch Dessert oder Snacks zu essen, zumindest äußerst selten. Der Körper gewöhnt sich an weniger Nahrung.
      Viel Erfolg und alles Liebe, Stephie

  • Antwort HappyIch 10. Juli 2014 at 8:57

    Wow Stephie, jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen wie es weitergehen wird. Ich hoffe insgeheim auf Rezepte, die MANN schmecken und ihn satt bekommen. Männer mögen’s ja meist deftiger und herzhafter. Und ich bin natürlich gespannt wie die Reise Deines Mannes weitergeht, welche Erfolge er einstreicht und mit welchen Herausforderung er möglicherweise zu kämpfen hat. Ich finde es toll, dass ihr dieses Thema zusammen angeht und Du ihn hierbei nach allen Kräften und mit Deiner eigenen Erfahrung unterstützt. Alles Gute und viel Erfolg für Euch!

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