Besinnlichkeit „ON“: Mein Weihnachten ohne Stress

17. Dezember 2015
Besinnlichkeit ON: Mein Weihnachten ohne Stress

Endspurt vor Weihnachten? Ich spurte überhaupt nicht, denn in diesem Jahr ist es anders als all die Jahre zuvor:

Ich gehe völlig entspannt auf das Weihnachtsfest zu!

Besinnlichkeit ON: Mein Weihnachten ohne Stress

 

Bisher war ich am Weihnachtsabend fix und fertig und konnte den Abend nicht richtig genießen, fühlte mich krank und ausgelaugt.

Mein Stress gipfelte im Marathonkochen, Dekorieren und darin, alles toll herzurichten. Mein eigener Perfektionismus stand mir dabei allzu oft im Weg! Schließlich hetzte ich schon Wochen vor Weihnachten durch die Geschäfte, bastelte und schrieb Weihnachtspost, stand in der Küche, um für Nachbarn, Freunde und die Familie tolle Backerzeugnisse herzustellen und traumhaft zu verpacken. Mindestens 250 Weihnachtskarten habe ich persönlich gebastelt! Allein dafür hielten mich Freunde für „bekloppt“. Dazu wurden allerlei Wichtelgeschenke besorgt für Klassenkameraden und Freunde der Kinder, für Lehrer und Sporttrainer. Natürlich werden auch die Briefträger, Paket- und Zeitungsboten nicht vergessen. Nie fehlen dürfen die selbst gebastelten Adventskalender für die Kinder und Tee-Adventskalender für Freunde. Dazwischen etliche Abende mit Weihnachtsfeiern, die ich fast sämtlich aus Pflichtgefühl besuchte. Ich habe noch nicht alles aufgeschrieben und mir wird beim Gedanken daran heiß vor Stress.

Ihr werdet euch wundern: Mein Stress ebbt nicht deswegen ab, weil ich all das nicht mehr tue. NEIN! Es gibt immer noch selbst gebastelte Adventskalender, Wichtelgeschenke etc. Das ist mir wichtig und deshalb tue ich das gern. Aber ich habe wesentlich früher mit allem angefangen als sonst, fühle mich gut durchorganisiert und bin deshalb nicht im Dauerstress. Außerdem habe ich in diesem Jahr nur wenige Weihnachtskarten selbst gebastelt und die geschäftlichen Karten einfach drucken lassen. Selbst manche Freunde bekommen diesmal nur gekaufte Exemplare – ich glaube nicht, dass sie sich dadurch vernachlässigt fühlen. An Weihnachtsfeiern nehme ich nur noch dann teil, wenn es mir persönlich wichtig ist und ich mich darauf freue. Ansonsten verzichte ich von vorn herein und sage ehrlich, dass es mir zu viel ist!

Das schafft mir Raum für mich selbst und lässt Besinnlichkeit in der Adventszeit überhaupt erst zu. 

Alles ist eine Frage der Organisation und der Einstellung:

Früher wurde ich oft belächelt, wenn ich sagte, dass ich bereits im November fast alle Weihnachtsgeschenke beisammen habe. Das allerdings hat weniger mit Disziplin zu tun, sondern vielmehr damit, dass der Großteil meiner Familie im Herbst Geburtstag hat. Wenn ich nach Geschenkideen zum Geburtstag suche, kaufe ich gleich etwas, das dazu passt oder nehme die weitere Idee und bewahre diese bis zum Weihnachtsfest auf. Außerdem habe ich im Smartphone eine Notizdatei „Geschenkideen“, worin ich das ganz Jahr über notiere, sobald mir eine Geschenkidee für jemanden einfällt. Das ist äußerst hilfreich!

Die Wünsche der Teenies sind ohnehin inzwischen sehr konkret und ich erhalte von ihnen eine Wunschliste in Form von Links. 
Daraus suche ich mit Freude aus, was davon es zu Weihnachten geben soll und ich kaufe nicht alles im Internet. Dazu kommen hübsche kleine Überraschungen, die ich beim entspannten Weihnachtsbummel beispielsweise auf den wunderschönen Schloss-Weihnachtsmärkten finde. 

So habe ich diesen Part also schon vor ein paar Wochen erledigt und mir fehlt nur noch ein einziges Geschenk.
Immer, wenn ein Geschenk besorgt ist, packe ich es gleich ein und versehe es mit dem entsprechenden Anhänger. So vermeide ich, dass ich am Heiligen Abend Berge von Geschenken verpacken muss.

Der Weihnachtsbaum steht spätestens am 3. Advent im Wohnzimmer!
Wir gehen als Familie zum nahe gelegenen Bauernhof und suchen gemeinsam den Weihnachtsbaum aus. Die Szenen, die sich dabei abspielen, sind jedes Jahr gleich: Diskussionen, warum dieser Baum der Schönste oder der Hässlichste ist. Muss nun zwischen den Zweigen viel Platz zum Schmücken sein oder soll der Baum lieber richtig buschig sein? Besinnlichkeit ON: Weihnachtsbaum schlagenZu jedem Baum gibt es genau vier Meinungen. Letztlich fahren wir in die Schonung und suchen den Baum aus, der als erstes in unser Blickfeld kommt. Lustiger Weise gefällt DIESER Baum dann allen vier Familienmitgliedern und er wird für uns geschlagen und kommt auf den Trecker. Da wir, wie gesagt, in der Nähe wohnen, bringt uns der Bauer mit seinen Enkelinnen und einem Helfer die „Beute“ direkt nach Hause. Dort wird der Weihnachtsbaum gleich eingestielt und mit Schnäpschen und Kakao „begossen“. Dazu gibt es Schokolade vom Nikolausteller. Ein herrliches Ritual, das wie ein kleines Fest wirkt. Fertig geschmückt wird der Weihnachtsbaum bis zum 4. Advent, damit wir ihn auch lange genug bewundern können, bevor er letztlich ausgedient hat.

 

In diesem Jahr habe ich mehr Gäste als sonst zum Essen und dennoch bin ich entspannter als zuvor.

Ich überlege mir jetzt schon, was es an Heiligabend zu essen geben soll. Dann koche ich alle paar Tage einen Gang vor und friere diesen ein. So habe ich bis zum Weihnachtsabend so gut wie alles vorbereitet. Meine Mutter macht dies schon seit Jahren so und ich weiß gar nicht, warum ich das erst jetzt übernehme! Das Essen schmeckt genauso gut, wenn es vorgekocht und eingefroren wird. Beim Erwärmen würze ich noch mal nach und schmecke ab. Dabei habe ich viel mehr Spaß am Kochen als wenn ich das alles unter Stress punktgenau kochen und servieren muss.

Die mit Liebe gekochte Vorsuppe wartet jetzt schon im Tiefkühlschrank. Der legendäre Apfel-Rotkohl ist wunderbar vorzubereiten, genauso ein Kartoffelgratin, was auch bestens eingefroren werden kann und dadurch nicht schlechter wird. Selbstgemachtes Eis zum Nachtisch schmeckt herrlich leicht und eine (weiße) Schokoladensoße dazu ist schnell erwärmt. Allein der Hauptgang und der Salat werden à la minute zubereitet und so ist das Kochen wirklich stressfrei und macht Freude.

Die Zutaten, die erst am Weihnachtstag gebraucht werden, bestelle ich vor. In den Geschäften, in denen man mich gut kennt, kann ich auf Rechnung bestellen und diese bequem nach Weihnachten begleichen. Was vorab gezahlt werden kann, erledige ich gleich bei der Bestellung in der Woche vor Weihnachten. Am Heiligabend vormittags gehe dann direkt zum entsprechenden Mitarbeiter, der die Ware für mich reserviert hat und kann den Laden ohne Wartezeit an der Kasse verlassen.

 

Die Tischdeko wird schon nach dem Weihnachts-Frühstück gezaubert.
Dabei hilft mir gern meine Tochter. Es sieht so toll aus, wenn die Weihnachtstafel den ganzen Tag darauf wartet, endlich genutzt zu werden. Ganz in Ruhe können Tischkärtchen gebastelt werden, Servietten gefaltet, Gläser und Besteck nachpoliert werden. Die Kerzenständer werden nach hier und da verrückt, bis alles stimmt. Das allein macht eine tolle Weihnachtsstimmung. Auch die kleinen Weihnachtsbäumchen für die Tafel habe ich bereits im Blumengeschäft vorbestellt. 

So habe ich tatsächlich in diesem Jahr gar nichts dagegen, wenn die Kinder ein paar Tage vor Weihnachten ihre Freunde zu einer kleinen Party einladen möchten. Dazu gibt es Flammkuchen oder Pizza und alle sind glücklich – auch ich! Aufräumen müssen die Kids selbst – das ist meine Bedingung – und geputzt wird gemeinsam.

 

Ich hoffe, ihr konntet auch schon einiges für Weihnachten vorbereiten oder unwichtige Dinge kürzen. Mit diesem Post möchte ich euch nicht zusätzlich unter Druck setzen, sondern Wege aufzeigen, wie ihr stressfreie Weihnachten feiern könnt.

Nehmt ein Wannenbad, anstatt Karten zu schreiben!

Eine liebevolle Email an alle reicht doch auch… Ich habe mir extra für den 23.12. einen Massage-Termin beim Physiotherapeuten geben lassen. So!

Nicht alles muss perfekt sein, denn sonst ist es schwierig, den Einschaltknopf für die berühmte Besinnlichkeit zu finden. 

Bitte seid mir also nicht böse, wenn ich in diesem Jahr weniger Weihnachtskarten schreibe als zuvor. Das gehört zu meinem Besinnlichkeits-Programm und ich denke ganz sicher auch so an euch! 

Trabt ihr bitte auch etwas langsamer durch die Adventszeit und nehmt euch lieber Zeit für Sport und Entspannung. Das hilft nicht nur euch, sondern auch der Familie. Die freut sich nämlich auch viel mehr, wenn ihr am Weihnachtsfest mit dem Herzen und Freude dabei seid, anstatt dass ihr vor Erschöpfung zusammenklappt!

Alles Liebe, eure

Unterschrift Stephie mit Nikolausmütze

 

 

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2 Kommentare

  • Antwort Svea 17. Dezember 2015 at 14:55

    Es klingt nicht so, als ob dir Weihnachten mit weniger Stress weniger wert ist.
    Im Gegenteil – so ist es genau richtig
    Wünsche Dir und Deiner Familie schöne Feiertage und alles Gute für 2016!
    Freue mich, weiter von Dir zu lesen und inspirieren zu lassen

  • Antwort Nicole 17. Dezember 2015 at 12:16

    Liebe Stephie, deine Freude an Weihnachten dringt durch jede Zeile. Besonders schön finde ich die Idee mit einem Termin extra für dich direkt vor Weihnachten :-D In diesem Sinne eine schöne Adventszeit!

    LG Nicole

  • Ich freue mich über Deinen Kommentar

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